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Nachweisbare Viruslast bei dem „Mississippi-Baby“: Ein Rückschlag für die HIV-Therapie

Obwohl die Therapie von HIV/AIDS sich in den letzten zwanzig Jahren dramatisch verbessert hat, und die mittlere Überlebenszeit der gut therapierten Patienten sich der mittleren Lebenserwartung in der Bevölkerung angenähert hat, blieben Heilungsversuche nach wie vor erfolglos.

Das so genannte Mississippi-Baby ist 2010 von einer HIV-positiven Mutter entbunden worden, die aufgrund ihrer Unkenntnis der Infektion nicht therapiert wurde. Eine antivirale Therapie während der Schwangerschaft verhindert normalerweise die perinatale Infektion. Wegen des hohen Risikos einer HIV-Übertragung während der Geburt wurde das Kind mit einer starken hochdosierten antiretroviralen Therapie mit Zidovudin, Lamivudin und Nevirapin bereits 30 Stunden nach der Geburt behandelt - noch bevor Tests zeigten, dass sich das Kind tatsächlich infiziert hatte.

Nach einer 18-monatigen Therapie wurde der Kontakt zu Mutter und Kind vorübergehend verloren. Fünf Monate später kam die Mutter in die Klinik zurück und der Antikörpertest beim Kind fiel überraschenderweise negativ aus. Die Ärzte wagten dann einen Abbruch der Therapie unter der Voraussetzung, dass die Mutter ihr Kind regelmäßig zur Kontrolle vorstellt. Nachdem das Mädchen zwei Jahre lang ohne Therapie HIV-negativ geblieben ist, veröffentlichte das Ärzteteam die gute Prognose im New England Journal of Medicine.

Ende September 2014 wurden nun bei einer Routineuntersuchung doch HI-Viren im Blut des mittlerweile vierjährigen Mädchen nachgewiesen. Die Viruskonzentration betrug im ersten Test 16.750 Kopien pro Milliliter, bei der Kontrolle waren es 10.564 Kopien pro Milliliter. Auch der Antikörpertest fiel positiv aus, und die Konzentration der CD4-positiven T-Zellen war bereits abgefallen.

Die Ärzte entschieden sich deshalb, die Therapie wieder aufzunehmen. Das Kind vertrage die Medikamente ohne Nebenwirkungen und die Viruskonzentration sei bereits wieder zurückgegangen, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Berliner Patient Timothy Brown bleibt dann weiterhin, der erste und einzige Mensch, der im Rahmen seiner Leukämie Behandlung, vom HIV geheilt wurde.