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Die Versorgung Frühgeborener – Diskussion und ökonomische Konflikte

Sehr geehrtes Kollegium,

eine schon länger anhaltende Debatte flammt zurzeit erneut hoch: die Versorgung Frühgeborener Kinder in Deutschland. Grund ist die anhaltende Kritik an der hohen Zahl Level-1-Perinatalzentren in Deutschland. Diese ist laut Kritikern vor allem bedingt durch die ökonomischen Anreize, die Kliniken durch die Versorgung von "very-low-birth-weight-infants" (VLBW, Geburtsgewicht <1500g)geboten werden.

Im Gegenzug dazu fehlten Anreize, die eine hohe Qualität der Versorgung sicherstellen würden, wie Prof. Klaus-Peter Zimmer, Direktor der Klinik für allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Ärzteblatt berichtet. Ein großer Kritikpunkt ist das durch das Landessozialgericht Brandenburg 2011 gefällte Urteil, dass eine Mindestmenge an versorgten Frühgeborenen gesetzeswidrig ist. Durch dieses Urteil würden Kliniken mit geringen Versorgungszahlen <30/Jahr bestärkt, weiterhin das Merkmal Perinatalzentrum Level-1 tragen zu dürfen und sich durch (wenn auch in der Jahressumme geringe Anzahl) Versorgung dieser Kinder Finanzspritzen zuzusichern. Kritiker werfen diesen Kliniken weiterhin vor, durch geringe Erfahrung auch ein geringeres Qualitätslevel der Versorgung sicherstellen zu können. Aussagen über die Richtigkeit solcher Kritik und derer Gegenstimmen lassen sich laut Prof. Zimmer schwer treffen, da die Daten hierzu aktuell noch unzureichend seien.

Diese kontrovers geführte und lang anhaltende Diskussion über Sinn oder Unsinn der gesetzlichen Mindestmengen zeigt zu einem gewissen Teil, dass der Faktor Mindestmenge allein nicht ausreicht, um dieses Problem zu beherrschen und eine hohe Versorgungsqualität, die ja Ziel aller Beteiligten sein sollte, zu gewährleisten.

Was könnten Ihrer Ansicht nach weitere Maßnahmen zur Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität sein? Ist Ihrer Ansicht nach die aktuelle Diskussion im weltweiten Vergleich ein „Luxusproblem“?