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Studie Ärzteblatt: Antibiotika und Steroide bei akuter Sinusitis ineffektiv

Studie: Antibiotika und Steroide bei akuter Sinusitis ineffektiv

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Southampton – Die akute Sinusitis gehört in der allgemeinärztlichen Praxis zu den häufigsten Gründen für den Einsatz von Antibiotika. In einer randomisierten kontrollierten Studie im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2007; 298: 2487-2496) konnten Antibiotika jedoch die Dauer der Erkrankungen nicht verkürzen. Auch die topische Behandlung mit Steroiden war nicht effektiv.

Patienten, die mit eitrigem Ausfluss aus der Nase und lokalem Schmerz über den Nebenhöhlen klagen, erhalten von ihrem Hausarzt zu 67 Prozent (Norwegen) bis 98 Prozent (USA) ein Antibiotikum verschrieben. Dies ist allein schon deshalb eine Übertherapie, weil eitriger Ausfluss allein noch kein Beweis für eine bakterielle Infektion ist. Es gibt nach Auskunft des Editorialisten Morten Lindbaek von der Universität Oslo kein sicheres Zeichen, um bei einer Sinusitis zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu unterscheiden (JAMA 2007; 298: 2543-2544).

Auch die von Berg und Carenfeld vom Karolinska Hospital in Stockholm aufgestellten Kriterien (Acta Otolaryngol 1988; 105: 343-349) seien nicht validiert. Immerhin gelten sie als ebenso zuverlässig wie eine Röntgenaufnahme des Oberkiefers, die heute kaum noch durchgeführt wird. Die Kriterien fordern, dass zwei der folgenden Symptome und Zeichen vorhanden sind: purulenter Ausfluss mit einseitiger Betonung, lokaler Schmerz mit einseitiger Betonung, beidseitiger purulenter Ausfluss, Nachweis von Eiter bei der Inspektion.

Diese diagnostischen Kriterien wurden in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 240 Erwachsenen mit akuter nicht rezidivierender Sinusitis verwendet. Die Patienten wurden einmal auf eine empirische Antibiotikatherapie mit Amoxicillin (auch in Deutschland Mittel der Wahl) oder Placebo randomisiert. Zum anderen wollte die Gruppe um Ian Williamson von der Universität Southampton wissen, ob die topische Gabe eines Steroids den Patienten Linderung verschafft. Also erhielten die Patienten zusätzlich ein Nasenspray, das entweder Budesonid oder ein Placebo enthielt.

Beide Therapien wirkten nicht. Unter der Antibiotikatherapie hatten nach 10 Tagen noch 29 Prozent der Patienten Beschwerden. Unter Placebo waren es 33,6 Prozent, ein geringfügiger Unterschied, der statistisch nicht signifikant war (Odds Ratio 0,99; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,57-1,73). Auch das Nasenspray hatte keinen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung: Mit oder ohne Budesonid waren nach 10 Tagen 32 Prozent der Patienten noch symptomatisch. Nur in einer Subgruppe von Patienten mit vergleichsweise geringen Beschwerden waren die Steroide überlegen. Doch diese Gruppe, so könnte man einwenden, benötigt die Therapie eigentlich am wenigsten.

Die Ärzte könnten bei den meisten Patienten auf die Gabe von Antibiotika und Steroiden verzichten, fordert Editorialist Lindbaek. Dies treffe jedoch nicht auf alle Patienten zu. Einige Patienten mit besonders hartnäckigen Infektionen würden Antibiotika benötigen. Leider könne dies niemand den Patienten ansehen. Eine mögliche Lösung könnte in der Ausstellung von Eventualrezepten bestehen, welche die Patienten nur dann einlösen, wenn die Beschwerden sich nach einigen Tagen nicht bessern. © rme/aerzteblatt.de