Geringere Morbidität bei Roboter-assistierter partieller Nephrektomie

Neue Erkenntnisse aus der großen, multizentrischen IRON-Studie zeigen, dass die roboterassistierte partielle Nephrektomie (RAPN) im Vergleich zur offenen partiellen Nephrektomie (OPN) mit einer geringeren Morbidität assoziiert ist.

Keine großen Abweichungen hinsichtlich onkologischer und langfristiger Nierenfunktionsergebnisse

Neue Erkenntnisse aus der großen, multizentrischen IRON-Studie zeigen, dass die roboterassistierte partielle Nephrektomie (RAPN) im Vergleich zur offenen partiellen Nephrektomie (OPN) mit einer geringeren Morbidität sowie ähnlichen onkologischen und langfristigen Nierenfunktionsergebnissen assoziiert ist.

Dr. Alessandro Larcher (Ospedale San Raffaele, Mailand, Italien) präsentierte beim virtuellen EAU 2020 eine multiinstitutionelle Analyse der klinischen Ergebnisse nach RAPN oder OPN an 9 europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Institutionen1. Hintergrund der Untersuchungen war, dass es, obwohl RAPN allgemein verwendet wird, kaum schlüssige Beweise gibt, dass ein Ansatz besser als der andere sei. 

Die Forschenden identifizierten prospektiv PatientInnen (n=3.468), bei denen eine cT1-2-cN0-cM0-Nierenmasse diagnostiziert wurde und die sich daher einer RAPN (n=2.405) oder OPN (n=1.063) unterziehen mussten. Die klinischen Ergebnisse wurden in einer zentralen Datenbank gesammelt. Für die aktuelle Analyse untersuchte das Forschungsteam perioperative Komplikationen, Nierenfunktion und Krebsvorsorge. Regressionsanalyse und Propensity-Score Matching wurden verwendet, um alle messbaren potenziellen Störfaktoren zu berücksichtigen. Der Fokus richtete sich im Besonderen auf die wichtigsten Determinanten der klinischen Ergebnisse einschließlich der Komplexität des Tumors und der chirurgischen Erfahrung.

Weniger Blutverlust und kürzere Krankenhausaufenthalte

Deutlich bessere Resulate erkannte das Forschungsteam bei PatientInnen, die sich einer RAPN unterzogen, im Vergleich zur OPN hinsichtlich der Rate intraoperativer Komplikationen (5,7% vs. 9,3%; OR 0,39; 95% KI 0,22-0,68; P<0,001) und Gesamtkomplikationen (18% vs. 33%; OR 0,29; 95% KI 0,12-0,60; P<0,001). PatientInnen, die RAPN erhielten, verloren auch signifikant weniger Blut und hatten signifikant kürzere Krankenhausaufenthalte. Bei einem medianen Follow-up von 32 Monaten waren die onkologischen Ergebnisse und die längerfristigen Überlebensergebnisse zwischen den Gruppen ähnlich, einschließlich positiver chirurgischer Ränder (4,3% vs. 5,1%), lokaler Rezidive (1,6% vs. 2,1%), systemischer Progression (1,8% vs. 4,5%) und krebsspezifischer Mortalität (0,8% vs. 2,4%). Allerdings war die RAPN im Vergleich zur OPN mit etwas längeren Ischämiezeiten (16 vs. 15 Minuten) und einer geringeren postoperativen Nierenfunktion assoziiert. Innerhalb eines Jahres war die Nierenfunktion in beiden Gruppen jedoch ähnlich, was darauf hindeutet, dass es sich hierbei um ein vorübergehendes Phänomen handelt.

RAPN im Vergleich zur OPN mit geringerer Komplikationsrate assoziiert

Nach einer Stratifizierung hinsichtlich Komplikationsschwere oder -typ war die RAPN im Vergleich zur OPN mit einer geringeren Komplikationsrate assoziiert, darunter Clavien-Dindo ≥2 (12% vs. 20%), Clavien-Dindo ≥3 (4% vs. 6,1%), hämorrhagische (6,4% vs. 9%) und durch Harnverlust bedingte (0,8% vs. 4,6%) Komplikationen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gesamtmorbidität nach RAPN im Vergleich zu OPN niedriger ist. Die frühe Erhaltung der Nierenfunktion ist nach RAPN im Vergleich zur OPN schlechter, aber bei der Langzeitbeobachtung wurden keine Unterschiede beobachtet. Die onkologischen Ergebnisse sind nach beiden Behandlungsmodalitäten ähnlich.

Quelle:
Larcher A et al. The IRON study: Investigation of robot-assisted versus open nephron-sparing surgery. EAU20 Virtual Congress, 17-26 July 2020, Abstract 30.

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