Ihr Wegweiser durch den Diabetes Kongress 2026 - Fokus Innovation & Fortschritt

Vom 13.–16. Mai 2026 findet in Berlin der Kongress der Diabetologie unter dem Motto „Revolution der Mittel" statt. Wir haben die Sitzungen herausgearbeitet, die das Fach technologisch und pharmakologisch prägen werden.

Ein Fach im Aufbruch

Vier Tage, ein Thema in zwei Teilen – und eine Disziplin, die sich neu erfindet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) versammelt auch in diesem Jahr wieder Experten aus Klinik, Forschung und Versorgungspraxis zum größten diabetologischen Fachkongress im deutschsprachigen Raum. Das diesjährige Kongressmotto – „Revolution der Mittel – Realität der Menschen" – ist dabei mehr als ein griffiger Slogan: Es beschreibt eine Spannung, die das Fach gerade in besonderer Weise prägt. Auf der einen Seite stehen technologische und pharmakologische Durchbrüche, die das therapeutische Arsenal in einem Tempo erweitern, das selbst erfahrene Kliniker fordert. Auf der anderen Seite steht der Mensch mit Diabetes – mit seinem Alltag, seinen Ängsten und einer Versorgungsrealität, die mit der wissenschaftlichen Entwicklung Schritt halten muss. Dieser erste Teil unseres Kongressberichts widmet sich dem ersten Teil des Mottos: der “Revolution der Mittel” – also den Technologien, Algorithmen und Wirkstoffen, die die Diabetologie von morgen formen.

Digitalisierung und KI: Was jenseits des Hypes bereits trägt

Die Integration künstlicher Intelligenz wandelt sich rasch vom theoretischen Konzept zum klinischen Werkzeug. Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr ob, sondern wie – und welche Anwendungen sich dabei bereits als belastbar erwiesen haben.

Digitale Transformation der Diabetestherapie in Klinik und Praxis (Mittwoch, 13. Mai, 13:15 – 14:45 Uhr, Raum A4)

Dieses Symposium fokussiert auf die Implementierung smarter Algorithmen im stationären Bereich. S. Reger-Tan und S. Schlüter diskutieren hier den neuen Konsensus zum CGM-Einsatz im Krankenhaus und die Frage, wie die Telematikinfrastruktur (TI) als effektive Brücke zur ambulanten Weiterversorgung dienen kann. Eine Weichenstellung, die Klinik und Praxis gleichermaßen betrifft.

Augen auf! Neue Perspektiven bei diabetes-bedingten Augenerkrankungen (Donnerstag, 14. Mai, 16:00 – 17:30 Uhr, Raum A1)

Im „Battle of the Experts" debattieren H. Helbig und S. Kopf über den Stellenwert der KI-gestützten Fundusfotografie. Schließen diese Systeme tatsächlich Versorgungslücken – oder riskieren wir das Übersehen seltener, aber klinisch bedeutsamer Befunde? Eine Debatte, die keine einfachen Antworten kennt – und genau deshalb besonders lohnenswert ist.

Technologie am Patienten: AID-Systeme und intelligentes Datenmanagement

Automatisierte Insulindosierung (AID) hat sich als neuer Standard fest etabliert – doch hinter ähnlichen Oberflächen verbergen sich teils sehr unterschiedliche Algorithmen, die im Praxisalltag einen spürbaren Unterschied machen können.

AID-Systeme – Gleich und doch verschieden! (Donnerstag, 14. Mai, 16:00 – 17:30 Uhr, Raum A2)

Diese Sitzung bietet einen strukturierten Vergleich der aktuell verfügbaren AID-Algorithmen. Unter dem Vorsitz von G. Freckmann und S. Schlüter werden die technischen Nuancen herausgearbeitet, die im Praxisalltag den Ausschlag für das eine oder andere System geben können. Ein Muss für alle, die ihre Therapieentscheidungen auf einem soliden technischen Fundament treffen wollen.

WS29 – CGM für Fortgeschrittene (Samstag, 16. Mai, 10:45 – 12:15 Uhr, Raum R2)

Dieser Workshop richtet sich an Kollegen, die bereits Routine im Umgang mit CGM-Systemen haben. C. Sahm leitet die Diskussion über neue Markteintritte und die Interpretation komplexer Datenmuster jenseits der Time-in-Range. Wer CGM wirklich ausschöpfen möchte, ist hier am richtigen Platz.

Präzisionsmedizin und kardiorenale Synergien: Gezielt therapieren, wo der Standard nicht reicht

Wo stößt die Standardtherapie an ihre Grenzen – und wo eröffnet die moderne Pharmakotherapie neue Wege? Diese Sessions beleuchten, wann individualisierte Ansätze gefragt sind und wo neue Wirkstoffe die Versorgungsrealität verändern.

Personalisieren oder standardisieren – Präzision bei seltenen Diabetesformen (Mittwoch, 13. Mai, 13:15 – 14:45 Uhr, Raum A8)

Das Symposium unter der Leitung von R. Holl beleuchtet die diagnostische Unschärfe bei monogenem Diabetes. S. Kummer und A. Galler zeigen auf, wie eine präzise Diagnostik im Referenzzentrum Fehltherapien vermeidet. Ein klares Plädoyer für diagnostische Sorgfalt – und ein Weckruf für alle, die atypischen Diabetesverläufen im klinischen Alltag begegnen.

Diabetische Nierenkrankheit – Neue wissenschaftliche Aspekte (Samstag, 16. Mai, 10:45 – 12:15 Uhr, Raum A5)

Hier stehen Therapieoptionen außerhalb der SGLT2-Inhibition im Fokus. T. Ebert und R. Schürfeld diskutieren neue Daten zu Finerenon und die renalen Langzeiteffekte einer konsequenten Gewichtsreduktion. Befunde, die das nephrologische Therapiespektrum der Diabetologie nachhaltig erweitern könnten.

Praktisch und flexibel: Teilnahme, Format und CME

Der Diabetes Kongress 2026 findet als hybride Veranstaltung statt – ob persönlich im CityCube Berlin oder bequem von zu Hause: Sie haben die Wahl. Für die Zertifizierung ist gesorgt: Die CME-Anerkennung wird wie gewohnt bei der Ärztekammer Berlin beantragt; erfahrungsgemäß lässt sich hier das Punktekonto substanziell füllen. Die Anmeldung erfolgt unkompliziert über die Kongress-Website. Wir laden Sie herzlich ein, das vollständige Programm zu erkunden – und freuen uns auf vier inspirierende Tage Diabetologie in der Hauptstadt.