Durchbruch bei Herzinsuffizienz-Therapie

Erstmals bringt eine metabolische Therapie einen deutlichen Benefit bei Herzinsuffizienz – unabhängig von Pumpfunktion und Diabetes. Darüber berichtete Prof. Dr. Christoph Maack auf dem DGK 2022.

Ergebnisse der Emperor-Studie vorgestellt

SGLT 2-Inhibitoren: Vorteile auch bei erhaltener Pumpfunktion

Als sich zeigte, dass SGLT 2-Inhibitoren, ursprünglich für den Diabetes entwickelt, einen großen Einfluss auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz haben, war das ein erster Durchbruch. Seit Jahren ist nun bekannt, dass diese Medikamente bei einer reduzierten Pumpfunktion sehr gut wirken, unabhängig davon, ob ein Diabetes vorliegt. Der zweite Durchbruch gelang, als sich zeigte, dass auch Patienten mit einer erhaltenen Pumpfunktion profitieren. Davor gab es für diese Patientengruppe keine Therapie, die ihre Prognose verbessert hat.

Emperor-Studie zeigt: Benefit in relevanten Endpunkten

Der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin erreicht einen Benefit bei Krankenhausaufnahmen, sowie bei Herzinsuffizienz in Kombination mit der kardiovaskulären Sterblichkeit.
Das Medikament wirkt systemisch und mit ganz besonderem Nierenschutz. 
Neben den harten Endpunkten verbessert sich auch die gesamte Symptomatik, sowie die Lebensqualität.

Wer profitiert besonders?

Profitieren können sehr viele Patienten, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Diabetes. Patienten mit einer schlechteren Pumpfunktion profitieren etwas stärker.

Worauf achten in der Praxis?

Das Medikament sorgt dafür, dass vermehrt Zucker ausgeschieden wird. Das birgt ein leicht erhöhtes Risiko für Infektionen im Urogenitaltrakt, vor allem bei Diabetikern. Erhöhte Genitalhygiene ist daher zu empfehlen.

Mit der Therapie soll möglichst früh begonnen werden. Noch im Krankenhaus sollte der Patient mit dem bestmöglichen Medikament eingestellt werden. Je früher die Therapie implementiert wird, desto seltener kommt es zu einer Rehospitalisierung. 

Ganz wichtig ist, die Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Niedergelassenen besser zu pflegen. Die DGK baut dafür Herzinsuffizienznetzwerke auf, die die Kommunikation zwischen Praxen und Kliniken verbessern sollen.

Tipp: Immer daran denken, bei Luftnot, aber normaler Pumpfunktion zur Diagnose das NTp-roBNP zu bestimmen, das gibt Aufschluss, ob die Symptome tatsächlich vom Herzen stammen, das hilft bei der Diagnosestellung insbesondere der HFpEF. 

Kurzbiographie Prof. Dr. Christoph Maack

Prof. Dr. Christoph Maack ist Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz und Leiter der Translationalen Forschung an der Universitätsklink Würzburg

Quelle:
88. DGK-Jahrestagung, 22.4.2022, Session 2Neue Hoffnung für Patienten mit Herzinsuffizienz", Christoph Maack