Leitlinien-Update zur Herzinsuffizienz

Im letzten Jahr wurden neue europäische sowie amerikanische Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion veröffentlicht. Welche Neuerungen es gibt, lesen Sie in diesem Artikel.

Das sollten Sie über die aktualisierten Leitlinien wissen:

Die sogenannten "Fabulous Four"

Unter den "Fabulous Four" versteht man Arzneien aus vier verschiedenen Stoffklassen:

Neueste Studien haben gezeigt, dass HFrEF-Patienten, welche mit einer Kombination aus diesen vier Arzneistoffen behandelt wurden, längere ereignisfreie Intervalle haben im Vergleich zur klassischen Therapie mit lediglich ACE-Hemmern und Beta-Blockern.

Was wird von der ESC zur Behandlung der HFrEF empfohlen?

In Europa baut die Therapie der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion auf die Grundpfeiler einer medikamentösen Therapie:

Was tun bei persistierender Symptomatik?

Sind Patientinnen und Patienten trotz leitliniengerechter Therapie noch symptomatisch, kann die Behandlung um weitere Medikamente ergänzt werden:

Herzinsuffizienz mit leichtgradig reduzierter EF

Als Neuerung hat sich in den aktualisierten Leitlinien ergeben, dass Erkrankte mit leichtgradig reduzierter Ejektionsfraktion, also Werten zwischen 41% und 49% genauso zu behandeln sind wie diejenigen mit höhergradig reduzierter EF (unter 40%).

Weitere Empfehlungen

Bei allen Herzinsuffizienz-Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion sollte regelmäßig der Eisenstoffwechsel kontrolliert und gegebenenfalls Eisen substituiert werden – wenn indiziert, auch intravenös. 

Keine wesentlichen Änderungen ergaben sich bei der Behandlung von HFrEF-Patienten mit Vorhofflimmern.

In den amerikanischen Leitlinien wird darüber hinaus darauf eingegangen, wie bei einer verbesserten Ejektionsfraktion, also Werten, die nach Therapiebeginn bei über 40% liegen, verfahren werden sollte. Die AHA empfiehlt hier, das Behandlungsregime der HFrEF fortzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt der US-Leitlinien liegt auf der Prävention der Erkrankung sowie Kosteneffektivität.

Fazit für die Praxis

Die aktualisierten Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion legen den Schwerpunkt auf medikamentöses Management der Erkrankung mit verschiedenen Stoffklassen, die effektiv kombiniert werden sollten. Dies kann die Morbidität und Mortalität deutlich reduzieren.

Quelle:
Hasenfuß, Gerd, Prof. Dr., Universitätsmedizin Göttingen Herzzentrum, Klinik für Kardiologie und Pneumologie Göttingen, Neue Leitlinien systolische Herzinsuffizienz (HFrEF) – Alles anders? 88. Jahrestagung der DGK, Mannheim, 22.04.2022