Kurkuma unterstützt bei Diabetes und Übergewicht

Kurkuma und Curcumin-Präparate können bei übergewichtigen (Prä-)Diabetikern dazu beitragen, das Körpergewicht und weitere Parameter zu verbessern, wie eine aktuelle Metaanalyse zeigt.

Aktuelle Studienlage

Studiendaten wie beispielsweise die der großen 'DIADEM'- und , konnten klar zeigen, dass durch gezielte Ernährungsumstellung eine Normalisierung des Stoffwechsels, der Pankreasmorphologie und schließlich auch von Diabetes Typ 2 erreicht werden können.

Doch Lebensstiländerungen fallen anfangs nicht leicht und im Internet sowie in der Praxis fragen Patienten immer wieder nach ganzheitlichen oder sanften Optionen zur Unterstützung der Gewichtsreduktion. Eine solche Option könnte Kurkuma: sein, lautet das Fazit einer kürzlich erschienenen Metaanalyse2:

  • Kurkuma zeigte einen Nutzen für die Gewichtsregulierung bei Personen mit Prädiabetes und Diabetes Typ 2 
  • Es verbesserte verschiedene Adipositasparameter, insbesondere, wenn es in höheren Dosierungen (ab 1.500 mg) und längerfristig (für mindestens 12 Wochen) eingenommen wurde
  • Die Auswahl einer hoch bioverfügbaren Einnahmeform war ebenfalls wichtig für das Ergebnis

Diabetes Typ 2 ist eine reversible Erkrankung

Angesichts der Komplexität von Diabetes und der Vielzahl der relevanten Risikofaktoren ist allgemein anerkannt, dass kein einzelnes Medikament alle Facetten dieser Erkrankung umfassend behandeln kann, schreiben die Autoren eingangs einer aktuellen Metaanalyse zur Wirksamkeit von Kurkuma-Präparaten bei Übergewicht und Diabetes. 

Fast 12 % der Amerikaner haben einer aktuellen Erhebung zufolge bereits GLP-1-Rezeptoragonisten zur Gewichtsreduktion verwendet.1 Die wachsende Datenlage sowie Berichte über teils lassen hinterfragen, ob Abnehmspritzen „die Lösung“ für die Epidemie von Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen sind, als die sie zuweilen präsentiert wurden.

Die medikamentöse Eskalationstherapie kann vor allem nicht verhindern, dass immer mehr Menschen übergewichtig und (prä-)diabetisch werden und lenkt von den Hauptursachen dieser Entwicklung ab, die größtenteils modifizierbar sind: Einer Ernährung, die immer mehr zugesetzte Zucker und hoch verarbeitete Lebensmittel enthält, Stress, Bewegungs- und Schlafmangel sowie hormonelle Störungen.

Aufgrund der Limitationen konventioneller medikamentöser Therapien wie Nebenwirkungen, hohen Kosten und Problemen hinsichtlich der Dosistoleranz wird aktiv nach neuen, sicheren und kostengünstigen Alternativen für deren Behandlung geforscht.

Eine solche könnte Kurkuma (mit Curcumin als einem der wichtigsten Wirkstoffe) sein, lautet das Fazit der kürzlich erschienenen Metaanalyse auf der Basis von Daten aus 20 randomisierten kontrollierten Studien.2

Die Gabe von Kurkuma / Curcumin-Präparaten führte bei zu einer signifikanten Abnahme des Körpergewichtes, Taillenumfangs, Körperfettanteils und Hüftumfangs. Bei Patienten mit Prädiabetes waren Körpergewicht und Taillenumfang in den mit Curcumin supplementierten Gruppen im Ergebnis ebenfalls signifikant niedriger als bei den unbehandelten Kontrollen.

Der Effekt fiel teils moderat aus, jedoch waren auch Studien eingeschlossen, bei denen die tägliche Curcumin-Dosis äußerst niedrig (ab 80 mg) oder die Einnahmedauer kurz war. 

Antiadipöse und antidiabetische Eigenschaften von Curcumin

Kurkuma ist eines der am besten untersuchten pflanzlichen Arzneimittel mit einer jahrtausendelangen Anwendungsgeschichte in der .3 Die Wurzelstöcke enthalten eine große Bandbreite von Wirkstoffen, darunter die bioaktiven Curcuminoide (Polyphenole) und die im ätherischen Öl enthaltenen Stoffe (Mono- und Sesquiterpenoide). Studien haben eine Vielzahl positiver pharmakologischer Eigenschaften dokumentiert, darunter antioxidative, entzündungshemmende, neuroprotektive, krebshemmende, antirheumatische, blutdruck- und lipidsenkende, antibakterielle, antivirale sowie leber- und herzschützende Wirkungen.4

Untersuchungen haben bestätigt, dass Curcumin in hohen Dosen (bis zu 8 g) rasch verstoffwechselt und gut vertragen wird. Auch in der vorliegenden Metaanalyse mit Tagesdosen bis zu 2.100 mg berichteten nur drei der Arbeiten von Nebenwirkungen, diese waren selten und im Allgemeinen mild (Magenbeschwerden, Juckreiz oder Übelkeit).

Aus experimentellen Untersuchungen geht hervor, dass Curcumin die Expression von Transkriptionsfaktoren senkt, die an der beteiligt sind. Darüber hinaus kann es durch Hemmung der Mitogenese und Unterdrückung der Differenzierung von Präadipozyten vor Übergewicht schützen, führen die Autoren der Studie aus.2

Auch eine antidiabetische Wirkung von Curcumin und positive Auswirkungen auf Körpermaße und glykämische Indizes bei Stoffwechselerkrankungen sind beschrieben.2 Für die Prävention eines Diabetes könnte die Heilpflanze ebenfalls interessant sein. So wurden im Rahmen einer doppelblinden Studie 240 Personen mit Prädiabetes entweder zu 9 Monaten Curcumin (1.500 mg/Tag) oder Placebo randomisiert. Anschließend waren 16,4 % der Teilnehmer der Placebo-Gruppe zu einem vorangeschritten, in der mit Curcumin behandelten Gruppe dagegen keiner. Die Curcumin-Einnahme ging zudem mit laborchemisch messbaren Verbesserungen der β-Zell-Funktion einher.5

Quellen:
  1. Nearly 12% of Americans Have Used Ozempic or Similar Medications. SciTechDaily https://scitechdaily.com/nearly-12-of-americans-have-used-ozempic-or-similar-medications/ (2025).
  2. Moradi Baniasadi, M. et al. The effect of turmeric/curcumin supplementation on anthropometric indices in subjects with prediabetes and type 2 diabetes mellitus: A GRADE-assessed systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr. Diabetes 15, 34 (2025).
  3. Korzenik, J., Koch, A. K. & Langhorst, J. Complementary and Integrative Gastroenterology. Med Clin North Am 101, 943–954 (2017).
  4. Sharifi-Rad, J. et al. Turmeric and Its Major Compound Curcumin on Health: Bioactive Effects and Safety Profiles for Food, Pharmaceutical, Biotechnological and Medicinal Applications. Frontiers in Pharmacology 11, (2020).
  5. Chuengsamarn, S., Rattanamongkolgul, S., Luechapudiporn, R., Phisalaphong, C. & Jirawatnotai, S. Curcumin Extract for Prevention of Type 2 Diabetes. Diabetes Care 35, 2121–2127 (2012).