Fettleber und Diabetes vorbeugen

Fruktose soll die Entstehung von metabolischem Syndrom und Fettleber fördern. Was der regelmäßige Genuss von fruktosehaltigen Softdrinks nach wenigen Wochen bei gesunden jungen Männern anrichten kann, zeigt eine Schweizer Untersuchung.

Einschränkung des Fruktosekonsums könnte ein wichtiger Schritt sein

Fruktose steht unter dem Verdacht, die Entstehung von metabolischem Syndrom und Fettleber voranzutreiben. Was der regelmäßige Genuss von fruktosehaltigen Softdrinks schon nach wenigen Wochen bei gesunden, schlanken jungen Männern anrichten kann, hat jetzt eine Untersuchung von Schweizer Wissenschaftlern gezeigt. 

Die Häufigkeit der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) nimmt deutlich zu – ähnlich wie die Inzidenz von Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom. Ein erhöhter Zuckerkonsum wird damit in Verbindung gebracht, das gilt insbesondere für den Verzehr von Fruktose. Anders als Glukose, die von den meisten Körperzellen direkt zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann, muss Fruktose erst in der Leber verstoffwechselt werden. Dabei fallen vermehrt Triglyceride an, die dann in Form von Fett in der Leber oder im Fettgewebe abgelagert werden.

Der Fruktosekonsum – insbesondere in Form von gesüßten Softdrinks – hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Dabei ist zu bedenken, dass auch der übliche Haushaltszucker (Saccharose) zur Hälfte aus Fruktose besteht. Unklar war bisher, wie lange es braucht und wie viel Fruktose nötig ist, um sich negativ auf den Stoffwechsel und die Leber auszuwirken. 

7-wöchiger Konsum zuckerhaltiger Getränke in Studie untersucht

Um diese Frage zu klären, hat die Arbeitsgruppe um Bettina Geidl-Flueck vom Universitätshospital Zürich eine randomisierte Studie mit 94 jungen gesunden Männern (18 bis 30 Jahre) durchgeführt. Per Losverfahren wurden die schlanken Probanden auf vier Gruppen verteilt: Drei Gruppen sollten täglich drei Gläser (à 0,2 l) eines zur Verfügung gestellten Süßgetränks konsumieren, die vierte Gruppe wurde angehalten, während der 7-wöchigen Studiendauer auf süße Getränke vollständig zu verzichten. In Gruppe 1 enthielten die Getränke Fruktose, in der Gruppe 2 Glukose und in Gruppe 3 Saccharose jeweils in einer Dosis von 13,3 g/dl. Um den Weg der verschiedenen Zucker im Körper nachzuverfolgen, waren sie mit Tracern markiert.

Ein wesentlicher Einfluss auf das Körpergewicht wurde durch die süßen Getränke innerhalb der sieben Wochen nicht beobachtet, lediglich in der Glukose-Gruppe kam es zu einem leichten Anstieg von im Mittel 0,8 kg. Offenbar sparten die jungen Männer die zusätzlichen Kalorien an anderer Stelle ein.

Fruktose beeinflusst Fettstoffwechsel in der Leber

Deutliche Unterschiede zeigten sich beim Fettstoffwechsel: In der Fruktose-Gruppe war die körpereigene Fettproduktion in der Leber doppelt so hoch wie in der Glukose-Gruppe oder in der Kontrollgruppe (fraktionelle Sekretionsraten 19,7% vs. 9,1% pro Tag). Der Effekt war auch noch mehr als 12 Stunden nach dem letzten Süßgetränk bzw. der letzten Mahlzeit nachweisbar. Damit ist belegt, dass die Fruktose offensichtlich in größerer Menge in Fettsäuren umgewandelt wird, schreiben die Autoren.

In der Saccharose-Gruppe war die Fettproduktion in der Leber sogar noch höher (FSR 20,8%), obwohl der Fruktoseanteil im Haushaltszucker ja nur 50% beträgt. Dies erklären die Autoren damit, dass die im Haushaltszucker ebenfalls enthaltene Glukose die Resorption von Fruktose im Darm erhöht. Außerdem werden durch die Glukose-induzierte Insulinausschüttung Enzyme zur Fettbildung aktiviert.

Die erhöhte Fettproduktion in der Leber gilt als erster maßgeblicher Schritt bei der Entstehung von Erkrankungen wie Fettleber oder Typ-2-Diabetes. Einschränkungen beim Konsum gesüßter Getränke und Speisen konnten somit eine wichtige Präventionsmaßnahme sein, so die Autoren.

Quelle:
Bettina Geidl-Fluecket et al; Fructose- and sucrose- but not glucose-sweetened beverages promote hepatic de

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