- Ewig CLY et al. Use of Biologics During Pregnancy Among Patients With Autoimmune Conditions. JAMA Netw Open 2025; 8(5): e2510504.
In die retrospektive Kohortenstudie wurden rund 6.000 schwangere Patientinnen mit einer Autoimmunerkrankung eingeschlossen, wobei und rheumatoide Arthritis mit 25,6 % und 24,1 % am häufigsten vorkamen. Alle waren mindestens sechs Monate lang vor der Geburt des Kindes mit Biologika behandelt worden. Im weiteren Verlauf wurde beobachtet, wie sich die Behandlung während der Schwangerschaft und nach der Geburt veränderte.
Die meisten Patientinnen (71,6 %) nahmen auch während der Schwangerschaft mindestens einmal Biologika ein. Vor allem Frauen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nahmen sie häufiger ein, während diejenigen mit oder Psoriasis-Arthritis diese seltener verwendeten. Insgesamt wurde von 2011 bis 2021 ein zunehmender Trend bei der Verwendung von Biologika während der Schwangerschaft festgestellt. Vor allem Vedolizumab, Abatacept, Natalizumab und Belimumab verzeichneten einen Anstieg, während der Einsatz von TNF-Hemmern rückläufig war.
Im Laufe der Schwangerschaft nahm die Anwendung der Biologika kontinuierlich ab (68,6 %, 58,8 % und 48,6 % im 1., 2. und 3. Trimenon). Etwa ein Drittel der Patientinnen brach die Einnahme während der Schwangerschaft ganz ab. Nach der Entbindung stieg sie wieder an, allerdings nicht auf das Vorniveau. Der beobachtete Rückgang während der Schwangerschaft und der Anstieg danach waren bei allen Indikationen konsistent, wobei das Ausmaß variierte. Der stärkste Rückgang wurde bei Patientinnen mit Multipler Sklerose und systemischem Lupus erythematodes festgestellt, während Patientinnen mit und Morbus Crohn die Behandlung häufiger fortführten.
Dass Biologika während der Schwangerschaft häufig abgesetzt werden, je nach zugrundeliegender Erkrankung jedoch in unterschiedlichem Ausmaß, könnte aus Sicht der Autoren mit entsprechenden Empfehlungen zusammenhängen, aber auch mit physiologischen Veränderungen in der Schwangerschaft. So könnte eine Verbesserung der Krankheitsaktivität von Multipler Sklerose ein Absetzen der Medikation rechtfertigen, während ein erhöhtes Rückfallrisiko bei Colitis ulcerosa eher zu einer Beibehaltung der Therapie führt.
Nicht zu erklären sei dagegen die bleibende Zurückhaltung nach der . Die Empfehlungen für die Anwendung von Biologika nach der Entbindung seien durchweg positiv, Bedenken hinsichtlich der Übertragung in die Muttermilch minimal. Hier sehen die Autoren eine mögliche Versorgungslücke und entsprechenden Aufklärungsbedarf.