E2108-Studie: Lokoregionale Therapie ohne Benefit beim fortgeschrittenen Mammakarzinom

Die Ergebnisse der lang erwarteten E2108-Studie wurden auf der ASCO 2020 (American Society of Clinical Oncology) in den USA präsentiert.

Rezidiv- und Progressionsrisiko ohne Lokaltherapie höher

Die Ergebnisse der lang erwarteten E2108-Studie wurden auf der ASCO 2020 (American Society of Clinical Oncology) in den USA präsentiert. Es zeigte sich, dass das Outcome von Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom nicht durch eine zusätzliche lokale Tumortherapie verbessert werden konnte. Allerdings war ohne Lokaltherapie das Rezidiv- und Progressionsrisiko höher.

Prof. Seema Ahsan Khan von der Feinberg School of Medicine in den USA präsentierte die finalen Nachbeobachtungsdaten (mediane Nachbeobachtungszeit von 59 Monaten)1.

Die Fragestellung war, ob die lokale Behandlung des Brusttumors mittels Chirurgie und lokaler Bestrahlung, zusätzlich zur Systemtherapie, für Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom zur Routinepraxis werden sollte.

Design der E2108-Studie:

Insgesamt nahmen 390 Frauen mit Brustkrebs im Stadium IV an der Studie teil. Sie erhielten die optimale systemische Behandlung, basierend auf ihrem Tumor-Biomarker-Status und ihrem Metastasen-Profil. Von den Teilnehmerinnen, die auf die Systemtherapie ansprachen, wurden 256 Frauen randomisiert.

Eine Gruppe setzte die systemische Behandlung direkt fort. Die zweite Kohorte wurde vor der Systemtherapie einer lokalen Therapie zugeführt.

Rückfall- und Progressionsrisiko höher bei alleiniger Systemtherapie

Nach 5 Jahren Nachbeobachtung zeigte sich kein Überlebensvorteil durch die zusätzliche lokale Therapie gegenüber der solitären systemischen Therapie (68,4% vs. 67,9%; HR 1,09; 90 % KI 0,80-1,49; P=0,63).

Darüber hinaus verbesserte die lokale Therapie das 3-jährige progressionsfreie Überleben nicht (P=0,40).

Eine Differenz zeigte sich aber beim Rückfall- und Progressionsrisiko: Bei alleiniger Systemtherapie war das Risiko signifikant höher (25,6% vs. 10,2%; P=0,003).

Die Lebensqualität der Probandinnen, gemessen am FACT-B Trial Outcome Index, zeigte keinen Vorteil der Lokaltherapie.

Fazit:

Prof. Khan fasste zusammen, dass Frauen mit erst-diagnostiziertem Brustkrebs im Stadium IV weder von einer zusätzlichen Operation noch einer Bestrahlung profitierten.

Beides wirke sich nicht positiv auf die Lebenserwartung aus. Sie verglich die Daten mit einer früheren Studie aus Indien2, die bei analogem Studiendesign auch ähnliche Ergebnisse für beide Kohorten lieferte.

Referenzen:
1. Khan SA, et al. A randomized phase III trial of systemic therapy plus early local therapy versus systemic therapy alone in women with de novo stage IV breast cancer: A trial of the ECOG-ACRIN Research Group (E2108). ASCO Virtual Meeting, 29-31 May 2020, Abstract LBA2.
2. Badwe R, et al. Locoregional treatment versus no treatment of the primary tumour in metastatic breast cancer: an open-label randomised controlled trial. Lancet Oncol. 2015;16(13):1380‐1388.

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