- S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)“. AWMF-Registriernummer: 089-004, Version 1.1, August 2024.
Die Diagnose PCOS kann gestellt werden, wenn mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind:
Wichtig zu wissen: In der Adoleszenz gelten diese Kriterien nicht. Ein eigenes Kapitel in der Leitlinie geht auf diese und weitere Besonderheiten bei Jugendlichen mit PCOS ein.
Zur Überprüfung der wird initial die Bestimmung von HbA1c und Nüchternglukose bei allen Patientinnen empfohlen. Zudem sollten bei Erstvorstellung Gewicht, Größe, BMI und Taillenumfang gemessen werden und ein Screening auf weitere PCOS-assoziierte Komorbiditäten erfolgen. Gewicht, Blutdruck, Glukose- und Fettstoffwechsel sollten außerdem regelmäßig im Verlauf überprüft werden, um gegebenenfalls rechtzeitig präventive und therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Die Lebensqualität sollte mit dem krankheitsspezifischen Fragebogen PCOS-Q (Polycystic Ovary Syndrome Health-Related Quality of Life Questionnaire) erfasst werden.
Die Therapie des PCOS richtet sich nach den jeweiligen klinischen Manifestationen und Beschwerden. Die große Heterogenität des Krankheitsbildes erfordert eine individuelle Behandlungsstrategie für jede einzelne Patientin. Erschwerend kommt hinzu, dass Medikamente bei PCOS oft nur im Off-Label-Use eingesetzt werden können. Zwar haben einige Wirkstoffe eine Zulassung zur Behandlung spezifischer Teilsymptome oder assoziierter Komorbiditäten, nicht jedoch für PCOS selbst.
So auch Metformin, das gleichwohl bei Frauen mit PCOS auch ohne gut wirksam ist. Es reduziert sowohl Zyklusstörungen als auch die vermehrte Behaarung, weil es Insulinresistenz und Hyperinsulinämie günstig beeinflusst.
Neben Basismaßnahmen und weiteren Therapieoptionen weist die neue Leitlinie auch klar darauf hin, was nicht zu empfehlen ist. So gibt es beispielsweise für Selen, andere Nahrungsergänzungsmittel und komplementäre Therapieformen derzeit keine Evidenz.
Die neue Leitlinie gibt strukturierte Handlungsempfehlungen und beschreibt das diagnostische und therapeutische Vorgehen Schritt für Schritt. Noch in diesem Jahr soll eine Leitlinie für Patientinnen folgen.