Olaparib verbessert das Outcome bei Ovarialkarzinom mit BRCA1/2-Mutation

Auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology wurden Ergebnisse der Phase-3-Studie SOLO2/ENGOT-ov21 von Prof. Andrés Poveda vom Krankenhaus Quironsalud in Spanien präsentiert.

Gesamtüberleben von Frauen mit platinsensitivem, rezidivierendem Eierstockkrebs signifikant verlängert

Auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology wurden Ergebnisse der Phase-3-Studie SOLO2/ENGOT-ov21 von Prof. Andrés Poveda vom Krankenhaus Quironsalud in Spanien präsentiert1. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Erhaltungstherapie mit Olaparib signifikant das Gesamtüberleben von Frauen mit platinsensitivem, rezidivierendem Eierstockkrebs und BRCA1/2-Mutation verlängert.

An der Studie nahmen Patientinnen teil, die an einem Rezidiv eines hochgradigen serösen Ovarial- oder Endometrioidkarzinoms erkrankt waren und eine BRCA-Mutation aufwiesen. Die Probandinnen hatten zuvor mindestens 2 platinhaltige Chemotherapien durchlaufen und auf diese vollständig oder zumindest teilweise angesprochen. Sie wurden auf 2 Kohorten verteilt und erhielten zweimal täglich 300 mg Olaparib (n=196), bzw. ein Placebo (n=99). Die Behandlung wurde bis zum Tumorprogress fortgesetzt.

Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens

Durch Olaparib konnte ein medianer progressionsfreier Überlebensvorteil von 13,6 Monaten erreicht werden (19,1 versus 5,5 Monate). Betrachtet man das mediane Gesamtüberleben (ohne Adjustierung der Cross-Over-Patientinnen), betrug es 51,7 Monate unter Olaparib, bzw. 38,8 Monate unter Placebo.

Nach 5 Jahren waren 42,1% der Patienten im Olaparib-Arm noch am Leben und 33,2% im Placebo-Arm; allerdings hatten 39% der Placebo-Gruppe zur Olaparib-Gruppe gewechselt.

Das mediane Gesamtüberleben der Teilnehmerinnen mit Keimzell-BRCA-Mutation lag zugunsten von Olaparib bei 52,4 Monaten, verglichen mit 37,4 Monaten bei Placebo.

Auch das Sicherheitsprofil wurde analysiert. Es fanden sich hierbei keine neuen Erkenntnisse. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Übelkeit, Müdigkeit/ Kraftlosigkeit und Anämie.

Fazit:

Prof. Poveda fasste zusammen, dass SOLO2 die erste randomisierte Phase-3-Studie sei, die Daten zum Gesamtüberleben unter der Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib liefere. Die Auswertung zeigte, dass diese Substanz nicht nur das Fortschreiten der Tumorerkrankung verzögere, sondern auch das Gesamtüberleben der Frauen mit platinsensitivem Ovarialkarzinom und BRCA-Mutation verbessere.

Quelle:
1. Poveda A, et al Final overall survival (OS) results from SOLO2/ENGOT-ov21: A phase III trial assessing maintenance olaparib in patients (pts) with platinum-sensitive, relapsed ovarian cancer and a BRCA mutation. ASCO Virtual Meeting, 29-31 May 2020, Abstract 6002.

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