Ihr Wegweiser durch die UEG Week 2026

Vom 17.-20. Oktober 2026 findet in Barcelona die UEG Week statt und versammelt alle Interessierten und Experten im Namen der internationalen Gastroenterologie. Wir haben einige der Sitzungen für Sie zusammengefasst.

Postgraduate Teaching

Das Postgraduate Teaching Programme (PGT) startet direkt mit wichtigen Themen für die klinische Praxis, während spezielle "Crash Courses" schnelle Updates für den Alltag liefern.

  • Zöliakie in all ihren Facetten (Samstag, 17. Okt., 09:00 - 10:30 Uhr): Die Eröffnungssitzung widmet sich der frühen Diagnose und den Tücken der Zöliakie ("How to make and not miss the diagnosis"). Experten wie Knut E. A. Lundin und Fabiana Zingone diskutieren Strategien zur Diagnostik sowie das Für und Wider non-bioptischer Ansätze. Zudem wird ein neuer ernährungsunabhängiger Behandlungsansatz von Michael Schumann vorgestellt.
  • Akute Erkrankungen des Abdomen (Samstag, 17. Okt., 13:30 - 15:00 Uhr): In dieser interdisziplinären Session erhalten Sie einen umfassenden Überblick über nicht-chirurgische und chirurgische Ursachen des akuten Abdomens. Unter dem Vorsitz von Nuha Yassin und Luigi Marano wird unter anderem die Rolle der medikamentösen Therapie bei komplexen CED-Notfällen (Gerhard Rogler) diskutiert.
  • Crash Course: Emergencies in lower GI (Montag, 19. Okt., 11:30 - 12:30 Uhr): Kompakt und praxisorientiert werden hier Ischämien, Obstruktionen und Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt jeweils aus endoskopischer, chirurgischer und radiologischer Perspektive betrachtet.

Hepatologie: Zirrhose, Gerinnung und MASLD

Die Hepatologie bildet auch in diesem Jahr eine wichtige Säule der Kongresswoche.

  • Gerinnungsstörungen bei Lebererkrankungen (Sonntag, 18. Okt., 10:00 - 11:30 Uhr): Unter dem Titel "Bleeding less, clotting more" entschlüsseln Erica Villa und Andreas E. Kremer die komplexen hämostatischen Anpassungen bei Zirrhose-Patienten. Angela Puente geht zudem der Frage nach, ob bei einer Pfortaderthrombose bei kompensierter Zirrhose eine Prophylaxe indiziert ist.
  • Zirrhose-Management 2026 (Montag, 19. Okt., 10:00 - 11:00 Uhr): Diese Session fasst die aktuellen Behandlungspfade zusammen. Mattias Mandorfer widmet sich der Frage, wie durch TIPS die Outcomes bei portaler Hypertension verbessert werden können, während Alberto Zanetto neue pharmakologische Behandlungsansätze beleuchtet.
  • MASLD in der klinischen Praxis (Montag, 19. Okt., 11:30 - 12:30 Uhr): In dieser moderierten Poster-Session werden wichtige Neuerungen zur Quantifizierung von Steatosen und dem Assessment von Leberfibrose, sowie aktuelle therapeutische Entwicklungen wie Resmetirom und GLP-1-Agonisten, vorgestellt.

Adipositas, Stoffwechsel und Ernährung

  • Jenseits von Kalorien: Komplikationen und Refeeding-Syndrom (Samstag, 17. Okt., 13:30 - 15:00 Uhr): Monika Rau und ihr Team fokussieren sich auf Komplikationen der klinischen Ernährungsunterstützung. Höhepunkte sind Vorträge zum sicheren Refeeding bei schwerer Anorexia nervosa (Katharina Hupa-Breier) und zum Management enteraler (Stéphane Schneider) sowie parenteraler Ernährungszugänge (Loris Pironi).
  • 360°-Ansatz für Adipositas und metabolische Gesundheit (Dienstag, 20. Okt., 11:30 - 12:30 Uhr): Diese Sitzung spannt den Bogen über alle Disziplinen hinweg: von medikamentösen Therapien (Juan Mendive) und Ernährungsaspekten (Davor Stimac) über die wachsende Rolle der bariatrischen Endoskopie (Ivo Boskoski) bis hin zur Anti-Adipositas-Chirurgie (Arne Dietrich).

Gastrointestinale Onkologie

Wie können wir Tumoren effektiver behandeln und dabei die Lebensqualität der Patienten maximieren?

  • Personalisierte Therapie beim oberen GI-Karzinom (Sonntag, 18. Okt., 15:30 - 16:30 Uhr): In dieser Sitzung wird diskutiert, ob Mikrosatelliteninstabilität (MSI) zum Organerhalt Mythos oder Realität ist (Filip Van Herpe). Zudem werden molekularpathologische Ansätze (William Sterlacci) sowie aktuelle Optionen der intraperitonealen Chemotherapie (Mickael Chevallay) vorgestellt.
  • Organerhalt beim Kolorektalkarzinom: Dos and Don’ts (Montag, 19. Okt., 10:00 - 11:00 Uhr): Arnaud Lemmers stellt neuartige endoskopische Techniken jenseits der ESD vor, während Francesco Marchegiani die organerhaltende Chirurgie beleuchtet. Eine wichtige diagnostische Facette liefert Violaine Randrian mit der Frage, ob ctDNA in frühen Stadien helfen kann.

Neurogastroenterologie und Ösophagologie

Differenzierte Einblicke in komplexe Motilitätsstörungen und entzündliche Prozesse.

  • Dysphagie: Die pharyngoösophageale Junktion als Nadelöhr (Sonntag, 18. Okt., 10:00 - 11:30 Uhr): Sriramya Lapa und Bendix Ruven Labeit widmen sich oftmals übersehenen Ursachen der oropharyngealen Dysphagie. Thematisiert werden unter anderem ösophageale Beteiligungen bei Myasthenia gravis und Myositis sowie der Umgang mit idiopathischer Dysphagie.
  • Kontroversen im unteren GI-Trakt (Sonntag, 18. Okt., 17:00 - 18:00 Uhr): Eine spannende Auseinandersetzung mit Störungen der Darm-Hirn-Interaktion, die Themen vom Reizdarmsyndrom bis hin zur chronischen intestinalen Pseudoobstruktion (Carolina Malagelada) abdeckt.
  • Eosinophile Ösophagitis (Montag, 19. Okt., 14:30 - 15:30 Uhr): Die Abstract-Session "Fire in the oesophagus" präsentiert neueste Studiendaten, darunter Ergebnisse zur Therapie mit Dupilumab und Langzeitdaten zur Remission durch kontinuierliche Budesonid-Schmelztabletten-Gabe (Alain M. Schoepfer).

Hands-on-Trainings

Für den direkten Transfer in das eigene praktische Handeln bietet der Kongress entsprechende Formate:

  • ESGE Live Endoscopy (Dienstag, 20. Okt.): Internationale Experten demonstrieren innovative Techniken und Basisverfahren direkt live aus dem Operationssaal nach Barcelona und auf Ihren Bildschirm. Präsentiert werden Entwicklungen in der 4K-Endoskopie sowie State-of-the-Art-Interventionen wie EMR, ESD, POEM und hepatobiliäre Endoskopien.
  • Hands-on-Programme: In Kooperation mit der ESGE (Endoskopie), EFSUMB (Ultraschall) und ESSAT (Endoanaler Ultraschall) werden täglich praktische Trainings angeboten, darunter auch ein spezieller Ultraschall-Kurs für CED (Dienstag, 20. Okt., 08:30 - 15:30 Uhr).

Dieser Überblick stellt nur eine Auswahl aus dem reichhaltigen Angebot der UEG Week 2026 dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihr persönliches Kongress-Programm hier zusammenzustellen.

Quelle
  1. https://ueg.eu/week