COVID-19-Medikamente: Kommt das Dispensierrecht für alle Ärzte?

Muss eine COVID-19-Erkrankung mit Virostatika behandelt werden, ist rasches Handeln gefragt. Die neueste Version der SARS-CoV-2-Arzneimittelverordnung enthält rechtliche Regelungen für Hausärzte. Die Bundesärztekammer könnte sich mehr vorstellen.

Apotheker sehen das Vorhaben kritisch

Jeder Tag zählt bei Risiko-Patienten

Gerade bei älteren oder komorbiden Patientinnen und Patienten erwägen Hausärzte, ob eine Virostatika-Therapie zur Behandlung von COVID-19 sinnvoll ist. Wenn eine medikamentöse Behandlung angestrebt wird, muss diese rasch, allerspätestens jedoch fünf Tage nach Symptombeginn erfolgen.

Um dieses kurze Zeitfenster einhalten zu können, wird seitens des Gesetzgebers nun erwogen, ein Dispensierrecht für Ärzte einzuführen – beschränkt auf Medikamente, die gegen COVID-19 helfen sollen. 

Behandlung und Arzneien aus einer Hand

Einige Medikamente müssten unter Umständen während der Therapie mit Virostatika pausiert oder dosisreduziert werden. Ärzte könnten diese Einstellung bei einem Besuch erledigen, der Gang zur Apotheke würde für die Patienten wegfallen.

Und genau dort liegt das Problem, zumindest wenn es nach der pharmazeutischen Standesvertretung ABDA geht, welche dem Vorschlag ablehnend gegenübersteht. Nach ihrer Erfahrung sind die Ärzte eher zurückhaltend bei der Verschreibung von Medikamenten. Nun soll die Abgabe sogar mit 15 Euro vergütet werden. 

Wenn es nach der Bundesärztekammer geht, soll jedoch jeder Facharzt befugt sein, Virostatika an seine COVID-19-Patienten abzugeben. Die medizinische Standesvertretung wünscht sich, dass dieses Vorgehen nicht auf die Hausärztinnen und Hausärzte beschränkt bleibt. Gerade multimorbide Menschen sind auch bei Fachärzten diverser Fachrichtungen angebunden. 

Fazit für die Praxis

Das Dispensierrecht für Ärzte wird in der geplanten Änderungsverordnung der SARS-CoV-2-Arzneimittelverordnung vorgeschlagen. Während der Schritt von den ärztlichen Standesvertretern begrüßt wird – immerhin erlaubt er die schnelle und umfassende Therapie Betroffener – sind die Apotheker eher skeptisch. Es herrscht Sorge über finanzielle Anreize durch eine Vergütung sowie die Möglichkeit, dass das Dispensierrecht gegebenenfalls ausgeweitet werden könnte.
 

Quellen:
  1. https://www.aerztezeitung.de/Politik/BAeK-Paxlovid-Abgabe-allen-Fachrichtungen-erlauben-431351.html
  2. https://www.aerztezeitung.de/Politik/Apotheker-finden-Aerzte-die-Paxlovid-abgeben-insgesamt-bedenklich-431350.html