Saunabesuche: mehr als nur heiße Luft?

Insbesondere in den nordischen Ländern gehen viele Menschen regelmäßig in die Sauna. Seit Jahrhunderten wird dem Bad in der Wärme eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Saunieren und die damit verbundenen Gesundheits-Outcomes

Saunieren – eine alte nordische Tradition

Im kalten Skandinavien gehen die Menschen schon seit Jahrtausenden regelmäßig in die Sauna bzw. entsprechende Vorläufer. Insbesondere in Finnland wird die passive Wärme der Sauna regelmäßig genutzt. Der Hitze wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Sie soll sowohl vor vaskulären Erkrankungen wie Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen als auch das Risiko für Demenzen und Atemwegserkrankungen reduzieren. Doch sind diese Effekte tatsächlich auch nachweisbar?

Gibt es Evidenz für die Wirkung der passiven Saunahitze?

Immer mehr Studien beschäftigen sich mit der Frage, ob die überlieferten Gesundheits-Benefits der Sauna auch wirklich nachweisbar und quantifizierbar sind. Und die Antwort scheint positiv zu sein. 

Eine aktuelle Veröffentlichung hat die Ergebnisse mehrere Studien zum Thema zusammengefasst und kommt zu dem Schluss, dass regelmäßiges Saunieren tatsächlich positive Effekte auf die Gesundheit und chronische Erkrankungen zu haben scheint.

Was kann man mit regelmäßigen Saunabesuchen erreichen?

Am meisten scheint das vaskuläre System von der passiven Hitzetherapie zu profitieren. In einer Studie beispielsweise, konnte der systolische Blutdruck bei Probanden, die regelmäßig in die Sauna gingen und körperlich aktiv waren innerhalb von acht Wochen um 8 mmHg gesenkt werden.

Saunabaden ohne zusätzlichen Sport scheint ebenfalls protektiv zu sein. Die Studienautoren deuten sogar an, dass Menschen, die sich nicht ausreichend bewegen können, die Sauna als Alternative zu Sport und Bewegung nutzen könnten – so groß ist der Benefit des Saunabadens auf die vaskuläre Gesundheit. 

Doch nicht nur das: wird der Gang in die Hitzekammer mit Sport oder anderer körperlicher Aktivität kombiniert, vervielfacht das die protektive Wirkung beider Schutzfaktoren.

Weshalb ist das Saunieren so gesund?

Durchgeführte Studien legen nahe, dass regelmäßige Saunabesuche die negativen Effekte von chronischen Entzündungsvorgängen, hohem Blutdruck, aber auch niedrigen sozioökonomischen Status ausgleichen – und somit die Outcomes von kardiovaskulären Erkrankungen, Pneumonien und COPD verbessern. Sogar eine niedrigere Mortalitätsrate ist möglich.

Man geht davon aus, dass die passive Hitze anti-inflammatorische, antioxidative, zytoprotektive und stressreduzierende Wirkungen hat. Dadurch verbessert sie beispielsweise Immunfunktionen, aber auch neuroendokrine Vorgänge und die kardiovaskuläre Gesundheit. 

Fazit für die Praxis 

Regelmäßiges Saunieren scheint mit positiven Outcomes verbunden zu sein. Besonders das vaskuläre System profitiert wohl am meisten. Mehrere Studien legen nahe, dass die passive Hitze in der Sauna die kardiovaskuläre Gesundheit verbessert und auch die Effekte von körperlicher Aktivität potenziert. Für manche Patientinnen und Patienten könnte das Saunabad eine Alternative zu Sport darstellen, wenn sie sich nicht ausreichend oder gar nicht bewegen können.
 

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