Brandenburg: Warnstreik an Asklepios-Kliniken

Mit der Frühschicht sind am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben etwa 200 Beschäftigte in drei Brandenburger Asklepios-Kliniken in einen Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die ungleiche Lohnverteilung in den Kliniken des Konzerns.

Streik bei Asklepios soll bis Freitag anhalten

Mit der Frühschicht sind am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben etwa 200 Beschäftigte in drei Brandenburger Asklepios-Kliniken in einen Warnstreik getreten. "Die Stimmung ist kämpferisch", sagte Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke. Die Kollegen fühlten sich vom Arbeitgeber hingehalten, der seit 22. Juni kein weiteres Angebot vorgelegt habe. Nun solle Druck auf ihn ausgeübt werden, sagte Franke. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die 1.450 Mitarbeiter in Brandenburg für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr verdienten als ihre Kolleg:innen in den Hamburger Kliniken des Konzerns.

Der seit 2013 bestehende Haustarifvertrag sei mit Verdi vereinbart worden und speziell auf psychiatrisch-neurologische Fachkliniken ausgerichtet worden, teilte Asklepios auf Anfrage mit. Daran wolle das Unternehmen anknüpfen. Je nach Berufsgruppe sehe der jüngste Vorschlag höhere Gehälter innerhalb der zweijährigen Laufzeit von bis zu 16 Prozent vor, hieß es. Damit befinde sich das Angebot auf Höhe anderer Haustarife von Kliniken in Brandenburg. Vor diesem Hintergrund werde kein Anlass für Warnstreiks gesehen, hieß es. Die Forderung nach einer vollständigen Angleichung des Haustarifvertrages an den öffentlichen Dienst werde abgelehnt. Er sei nicht für privatwirtschaftliche Unternehmen vorgesehen, wird betont.

Der Warnstreik in den Kliniken in Brandenburg/Havel, Lübben und Teupitz soll bis Freitag gehen. Am Mittwoch verhandelt das Arbeitsgericht in Brandenburg/Havel einen Antrag von Asklepios auf Unterlassung der Arbeitskampfmaßnahmen im Maßregelvollzug (Klinik für Forensische Psychiatrie) (Aktenzeichen 3 BVGa 4/21). Hintergrund ist die Sicherung von Notdiensten während der Warnstreiks. Für 22 Stationen von insgesamt 52 Stationen hatte die Gewerkschaft nach eigenen Angaben keinen angeboten.