CCTA vor dem Eingriff: Warum die Interventionsplanung gerade neu definiert wird

Die kardiale CT rückt vom Diagnostik-Tool zur strategischen Schaltstelle interventioneller Entscheidungen auf. PD Dr. Matthias Renker erklärt, wo CT-guided PCI heute bereits echte Effizienzgewinne bringt und welche Patienten im Alltag klar profitieren.

Wenn die CT zur Interventionsstrategie wird

Die Rolle der kardialen CT hat sich in den vergangenen fünf Jahren grundlegend verändert. Mit dem G-BA-Beschluss zur CCTA als Firstline-Diagnostik sehen viele Zentren heute deutlich mehr Patienten zunächst im CT – und nutzen diese Daten zunehmend nicht nur diagnostisch, sondern direkt für die Eingriffsplanung.

Gerade bei komplexer KHK wird die CT damit zur Schnittstelle zwischen Diagnostik und Intervention.

CT-guided PCI: Vom Zukunftsthema in die Praxis

Für Dr. Renker ist die CT-guided PCI aktuell eines der dynamischsten Einsatzfelder. Besonders bei chronischen Verschlüssen oder komplexen Läsionen liefert die CCTA Informationen, die invasiv oft nur schwer zugänglich sind.

Anhand konkreter Fälle beschreibt er, wie die CT:

Der klinische Nutzen entsteht dabei nicht durch „mehr Bildgebung“, sondern durch bessere Vorbereitung komplexer Interventionen.

Evidenz: Große Erwartungen, offene Fragen

Trotz der Dynamik bleibt die Evidenzlage ein zentrales Diskussionsthema. Noch fehlen breite randomisierte Daten, die den Stellenwert CT-geführter Interventionen eindeutig definieren.

Genau darüber wird aktuell intensiv diskutiert – auch innerhalb der AG CardioCT. Mehrere Studien laufen bereits. Besonders für die CT-guided PCI erwartet Dr. Renker in den kommenden Jahren wichtige Weichenstellungen.

Nicht nur Koronarinterventionen im Fokus

Die Einsatzmöglichkeiten gehen inzwischen über die PCI hinaus. Auch für:

könnte die CT künftig eine deutlich größere Rolle spielen – vorausgesetzt, die Bilddaten liegen in ausreichender Qualität vor und werden sinnvoll in die Planung integriert.

Wo die Umsetzung im Alltag noch scheitert

Ein zentrales Problem bleibt der Zugang zu moderner CT-Technologie. Nicht jedes Zentrum verfügt über die notwendige Hardware, um hochqualitative Datensätze für die Interventionsplanung zu erzeugen.

Hinzu kommen klare Limitationen:

erschweren die Bildqualität teils erheblich.

Für Dr. Renker ist deshalb entscheidend, die Methode gezielt einzusetzen – und nicht aus rein technischem Selbstzweck.

Warum interdisziplinäre Befundung entscheidend wird

Besonders wichtig ist aus seiner Sicht die enge Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Kardiologie. Radiologen helfen, relevante Nebenbefunde sicher einzuordnen. Kardiologen wiederum können die interventionelle Strategie direkt aus den CT-Daten ableiten – etwa bei der Auswahl von Devices oder der konkreten Eingriffsplanung.

Gerade hier entscheidet sich zunehmend, wie groß der praktische Mehrwert der Methode tatsächlich ist.

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Dieser Artikel entstand im Rahmen der 92. DGK-Jahrestagung. Weitere Highlights finden Sie in unserer Kongressberichterstattung.