Ihr Wegweiser durch die DGK Kardiale Bildgebung 2026

Vom 5. bis 7. November 2026 trifft sich die kardiale Bildgebung in den Sartory Sälen in Köln. Ein Überblick über die Sessions, von Klappenvitien über Myokarditis bis zu künstlicher Intelligenz.

Das Konzept: Präsenz, Fälle und Live-Untersuchungen

Veranstalter ist die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Die wissenschaftliche Leitung liegt bei PD Dr. Henrik ten Freyhaus (Köln), Dr. Sebastian Kruck (Ludwigsburg), Prof. Dr. Jens-Uwe Voigt (Leuven), Prof. Dr. Grigorios Korosoglou (Weinheim) und Prof. Dr. Stephan Baldus (Köln). Das Programm entstand gemeinsam mit mehreren DGK-Arbeitsgruppen, darunter die AG Kardiovaskulärer Ultraschall (AG 5), mit der Sektion Young DGK, der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) und der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie (SGK). Kooperationen bestehen außerdem mit dem Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) und der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Kardiologischen Krankenhausärzte (ALKK).

Der Kongress bleibt bewusst eine Präsenzveranstaltung. Echokardiographische Live-Untersuchungen an Patientinnen und Patienten unterstreichen den klinischen Schwerpunkt. Parallel zu den Schwerpunktsitzungen im Sartory Saal läuft im Ostermannsaal der Weiterbildungsstrang „Grundlagen und Standards“, der sich vor allem an Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung richtet. Die offizielle Kongresseröffnung ist am Donnerstag, 5. November, um 12:30 Uhr.

Klappenvitien im Fokus

Aortenklappenerkrankungen (Donnerstag, 5. Nov., 16:45–18:00 Uhr)

Drei Verfahren, eine Erkrankung: Zunächst steht die Echokardiographie als Goldstandard im Mittelpunkt, danach geht es um den Stellenwert von MRT und CT-Angiographie. Den Abschluss bildet ein Vortrag zur neuen Leitlinie zu Aortenklappenerkrankungen. Wer sich für die Rolle der Bildgebung vor und nach TAVI interessiert, findet hier auch Anknüpfungspunkte zum Aortenklappen-Kalzium-Score.

Aortenklappenstenose: Alte Themen, neue Daten (Freitag, 6. Nov., 11:20–13:00 Uhr)

Die Sitzung der AG Interventionelle Kardiologie (AGIK) behandelt die bikuspide Aortenklappe, die Frage, ob asymptomatische Patientinnen und Patienten sowie Low-Gradient-Konstellationen wirklich behandelt werden sollten, die Haltbarkeit von Klappenprothesen und das Lifetime-Management. Höhepunkt ist ein „Live in the Box“-Fall zu einer komplexen Valve-in-Valve-Prozedur, gefolgt von einer Paneldiskussion.

Insuffizienz-Vitien: Komplex zu quantifizieren, einfach zu behandeln? (Freitag, 6. Nov., 14:00–15:40 Uhr)

Anhand von Fallbeispielen gehen die Referierenden alle vier Klappen durch: Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- und Pulmonalklappeninsuffizienz. Prof. Dr. Jan-Malte Sinning stellt anschließend einen Mitralklappenfall von der Diagnostik bis zur Therapie vor.

Myokard, Entzündung und Ischämie

Kardiale Sarkoidose: Eine multimodale Herausforderung (Donnerstag, 5. Nov., 12:45–14:15 Uhr)

Die Sitzung der Arbeitsgruppe Elektrophysiologie und Rhythmologie (AGEP) betrachtet die kardiale Sarkoidose nacheinander aus Sicht der Echokardiographie, der MRT, der Nuklearmedizin und der Elektrophysiologie. Ein gutes Beispiel dafür, wie viel die Zusammenschau der Verfahren bringt.

Myokarditis/Perikarditis mit Fallbeispielen (Freitag, 6. Nov., 09:45–11:00 Uhr)

Die AG 5 zeigt an Fällen, was Echokardiographie, MRT und CT jeweils zur Diagnose beitragen. Als Hintergrund eignen sich die ESC-Leitlinien 2025 zu Myokarditis und Perikarditis.

Myokardiale Ischämie (Donnerstag, 5. Nov., 15:30–16:45 Uhr)

Nach einem Vortrag zu Unschärfen in der aktuellen Leitlinie kommen nacheinander die Radiologie, die ambulante Kardiologie mit und ohne eigenes CT sowie die stationäre Kardiologie zu Wort. Eine Paneldiskussion bringt die Perspektiven zusammen.

Rechtes Herz und Lungenkreislauf

  • Pulmonale Hypertonie (Sa., 7. Nov., 09:45–10:45 Uhr): Ein Vortrag fragt, ob die Bildgebung bei pulmonaler Hypertonie wichtiger ist als die Hämodynamik. Danach folgt eine Falldiskussion aus der Praxis.
  • Rechtsherzinsuffizienz (Sa., 7. Nov., 10:45–11:45 Uhr): Es geht um die Diagnostik der rechtsventrikulären Funktion jenseits der TAPSE, um das Remodelling von rechtem Ventrikel und Vorhof bei Trikuspidalinsuffizienz und darum, wie der rechte Ventrikel auf Eingriffe an der Trikuspidalklappe reagiert.

Diastolische Funktion: Pro und Contra auf Englisch (Samstag, 7. Nov., 12:45–13:45 Uhr)

Die international besetzte Sitzung stellt die aktuelle Leitlinie zur echokardiographischen Beurteilung der diastolischen Funktion auf den Prüfstand. Ein Pro-Vortrag hält sie für praktikabel und verlässlich, Prof. Dr. Frank Flachskampf fragt kritisch, ob damit das letzte Wort gesprochen ist. Zum Abschluss stellt Prof. Dr. Jens-Uwe Voigt neue echokardiographische Techniken zum Nachweis von Fibrose vor.

Künstliche Intelligenz und Qualitätssicherung

Künstliche Intelligenz in der Medizin (Freitag, 6. Nov., 11:20–13:00 Uhr)

Die Sitzung beginnt mit einer Begriffsklärung (KI, Large Language Models, Deep Learning) und fragt dann, welche KI-Anwendungen in der kardiovaskulären Bildgebung heute verfügbar sind und was die Zukunft bringt. Kurzvorträge zu KI in Echokardiographie, MRT und CT sowie eine Podiumsdiskussion schließen sich an. Passend dazu: unser Beitrag zu Photon-Counting-CT und KI.

Qualitätssicherung (Donnerstag, 5. Nov., 09:00–10:00 Uhr)

Der Auftakt widmet sich geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Bildgebung, einer Studie der AG 21 zur Differenzialdiagnostik von LV-Hypertrophie und Kardiomyopathie sowie der Frage, ob die Unterschiede bei EF und Volumina zwischen Echokardiographie und MRT klinisch relevant sind. Prof. Dr. Jens-Uwe Voigt gibt einen Ausblick auf die neue Echo-Leitlinie zur Kammerquantifizierung („Chamber quantification“).

Grenzgebiete: Sport, Rhythmus, angeborene Herzfehler

  • Sportkardiologie, Sitzung der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie (Do., 5. Nov., 15:30–16:45 Uhr): Welche Rolle spielt die Echokardiographie im Leistungs- und Breitensport, und was ist beim „Sportlerherz“ im Echo noch normal? Zum Schluss gibt es einen Live-Fall zur Stressechokardiographie.
  • Rhythmologie und Bildgebung (Fr., 6. Nov., 16:00–17:30 Uhr): Die AGEP diskutiert, ob das Echo den Erfolg nach Vorhofflimmerablation bestimmt, wie Devicetherapie und interventionelle Klappentherapie zusammenpassen und ob bei Vorhofflimmern mit funktioneller Mitralinsuffizienz zuerst abladiert werden sollte. Dazu kommt ein Update zu LAA-Okkludern.
  • Fontanzirkulation (Do., 5. Nov., 14:15–15:00 Uhr): Die Sitzung zu Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) erklärt die besondere Hämodynamik und ihre lebenslangen Folgen.
  • Kardiale Raumforderungen (Fr., 6. Nov., 14:00–16:00 Uhr): Sitzung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG).

Für den Nachwuchs: Grundlagen, Kurse und Workshops

Der Strang „Grundlagen und Standards“ führt über alle drei Tage durch die Basis der Echokardiographie: Aortenvitien, LV-, RV- und diastolische Funktion, Stressecho, Mitral- und Trikuspidalvitien sowie am Samstag die TEE. In der DEGUM-Sitzung (Do., 5. Nov., 16:45–18:00 Uhr) geht es um die optimale Geräteeinstellung („Knopfologie“) und um Artefakte in der Echokardiographie.

  • Young DGK (Fr., 6. Nov., 16:00–17:30 Uhr): Was muss ich für den Facharzt wissen, und wie bleibe ich auf dem Laufenden? Mit Kurzvorträgen zu Echo, MRT und CT sowie zur DGK-Zertifizierung in Kardio-CT und Kardio-MRT.
  • Kostenpflichtige Kurse: Level 1 MRT (Do.), Level 1 CT (Fr.) und Aufbaukurs Kardio-CT (Sa.).
  • Workshops am Samstag (08:00–09:30 Uhr, kostenpflichtig): Speckle Tracking, 3D-Echokardiographie, Kontrastechokardiographie, Beurteilung der Trikuspidalklappeninsuffizienz vor einer Intervention, Mehrkammerstrain und Stressechokardiographie.
  • Abschlussquiz (Sa., 7. Nov., 13:45 Uhr)

Teilnahme und Fortbildungspunkte

Die Veranstaltung ist bei der Ärztekammer Nordrhein zur Zertifizierung eingereicht, im Vorjahr gab es 15 CME-Punkte. Wer bei der Anmeldung die EFN angibt, bekommt die Teilnahme direkt an die Kammer gemeldet.

Dieser Überblick stellt nur eine Auswahl aus dem Programm der DGK Kardiale Bildgebung 2026 dar. Das vollständige Programm finden Sie hier.

Quellen
  1. https://kardiale-bildgebung.de/ (letzter Zugriff: 14.10.2026)
  2. https://kardiale-bildgebung.de/programm-donnerstag-26/ (letzter Zugriff: 14.10.2026)
  3. https://kardiale-bildgebung.de/programm-freitag-26/ (letzter Zugriff: 14.10.2026)
  4. https://kardiale-bildgebung.de/programm-samstag-26/ (letzter Zugriff: 14.10.2026)
  5. https://kardiale-bildgebung.de/aufeinenblick/ (letzter Zugriff: 14.10.2026)