Ihr Wegweiser durch die Dresdner Herz-Kreislauf-Tage 2026

Praxis-Update in der Kardiologie: Die Dresdner Herz-Kreislauf-Tage (23.-25. Januar 2026) vereinen neueste Studiendaten mit praktischen Empfehlungen. Schwerpunkte: Herzinsuffizienz, KHK, neue Leitlinien und Rhythmologie. Hybrid-Format, 14 CME-Punkte, mehr zum Programm hier.

Die konzeptionelle Alleinstellung der DHKT

Mit einer über 35-jährigen Tradition haben sich die Dresdner Herz-Kreislauf-Tage eine besondere Stellung erarbeitet: In zweieinhalb Tagen wird die gesamte Bandbreite der kardiovaskulären Medizin abgedeckt – von Prävention über interventionelle Verfahren bis zu innovativen medikamentösen Therapien. Der Kongress findet im Hybrid-Format statt, sodass Sie wahlweise vor Ort im Bilderberg Bellevue Hotel oder digital teilnehmen können.

Herzinsuffizienz: Von Prävention bis Zukunftstherapie

Die Herzinsuffizienz zieht sich als roter Faden durch das Programm – und das aus gutem Grund.

Herzinsuffizienz – Prävention und Behandlung gemeinsam diskutiert!? (Freitag, 14:30-16:00 Uhr)

Diese von Boehringer Ingelheim organisierte Session bringt Experten aus verschiedenen Versorgungsbereichen zusammen. Nach einer Einführung durch Tagungspräsident Prof. Laufs diskutieren Prof. Insa Emrich (Homburg/Saar) den gemeinsamen Schutz von Herz und Niere, Prof. Michael Neef (Dresden) die Rolle von SGLT2-Inhibitoren bei Ablation von Patienten mit HFpEF und Vorhofflimmern, und Prof. Holger Thiele (Leipzig) die frühe post-akute Situation in der Klinik. Eine erweiterte Paneldiskussion rundet die Session ab.

Hauptprogramm Samstag: Herzinsuffizienz - Gegenwart und Zukunft (09:00-09:45 Uhr)

Prof. Jörg Bauersachs (Hannover) gibt einen umfassenden Überblick über aktuelle und zukünftige Therapieoptionen. Direkt im Anschluss folgt eine hochaktuelle Debatte: "GLP-1-Rezeptoragonisten bei Herzinsuffizienz mit Adipositas: für alle & für immer?" – Prof. Matthias Merkel (Hamburg) argumentiert dafür, Prof. Michael Böhm (Homburg/Saar) dagegen.

Koronare Herzkrankheit: Bildgebung, Revaskularisation und Mikrozirkulation

Das Hauptprogramm am Samstagvormittag (09:50-11:00 Uhr) verspricht Impulse zur KHK-Diagnostik und -Therapie. Prof. Grigorios Korosoglou (Weinheim) wagt den Blick in die Zukunft: "Bildgebung bei KHK – wo stehen wir in 5 Jahren?" Prof. Kambis Mashayekhi (Lahr) präsentiert aktuelle Studien zur koronaren Revaskularisation.

Die Kontroverse "Invasive Diagnostik der koronaren Mikrozirkulation ist immer indiziert" wird zwischen Prof. Georg Nickenig (Bonn, Pro) und Prof. Norbert Frey (Heidelberg, Contra) ausgefochten – eine Diskussion, die die tägliche Praxis direkt betrifft.

Jenseits des Cholesterins (Freitag, 12:30-14:00 Uhr)

Diese Amgen-Session beleuchtet moderne Konzepte der Prävention. Dr. Stefan Buß (Heidelberg) zeigt, wie Bildgebung eine früh intensive Lipidtherapie unterstützt, Prof. Fabian Knebel (Berlin) ordnet aktuelle PCSK9-Studiendaten in die ESC-Dyslipidämie-Leitlinie ein, und PD Dr. Ksenija Stach (Potsdam) widmet sich dem Risikofaktor Lipoprotein(a) und zukünftigen Behandlungsmöglichkeiten.

Leitlinien-Updates: Das müssen Sie wissen

Das Wichtigste aus den neuen Leitlinien (Samstag, 11:45-13:05 Uhr)

Vier kompakte Updates zu brandaktuellen Leitlinien:

Neue Leitlinien zu Herzklappenerkrankungen (Samstag, 14:00-15:05 Uhr)

Prof. Michael Borger (Leipzig) erläutert, was die neuen Leitlinien zu asymptomatischen Herzklappenerkrankungen sagen. Prof. Stephan Baldus (Köln) diskutiert, wer von interventioneller MI- und TI-Therapie profitiert. Die Session schließt mit einer Debatte zur Diagnostik bei Aortenstenose: "TTE und CT reicht" (Prof. Constantin Kühl, Kiel) versus "Wir brauchen TEE und Koro" (Prof. Hüseyin Ince, Rostock/Berlin).

Kardiomyopathien und Amyloidose

Achtung Amyloidose! Erkennen und zielgerichtet behandeln (Freitag, 12:30-14:00 Uhr)

Dieses von Alnylam organisierte Symposium unter dem Vorsitz von PD Dr. Daniel Lavall (Leipzig) und Prof. Dr. Sebastian Spethmann (Berlin) bietet einen umfassenden und praxisorientierten Blick auf die kardiale ATTR-Amyloidose.

Die Session beginnt mit Dr. Monique Tröbs (Erlangen), die anhand eines typischen Falls verdeutlicht: "Luftnot und dickes Herz – Ihr Patient stellt sich vor. Was könnte dahinter stecken?" Dieser Fallvorstellung kommt besondere Bedeutung zu, da die kardiale Amyloidose nach wie vor häufig übersehen oder erst spät diagnostiziert wird.

Dr. Lisa Schöner (Dresden) präsentiert unter dem Titel "Silence the Symptoms – New kids on the block bei der Therapie der kardialen ATTR-Amyloidose" die neuesten therapeutischen Entwicklungen. Gerade in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren viel getan – von stabilisierenden Therapieansätzen bis hin zu RNA-basierten Behandlungen, die das Potenzial haben, den Krankheitsverlauf grundlegend zu verändern.

Den Abschluss bildet Dr. Katharina Knoll (München) mit einem Vortrag zu "Komorbiditäten bei kardialer Amyloidose – klinische Herausforderung jenseits der Leitlinien". Dieser Beitrag ist besonders wertvoll für die Praxis, da Patienten mit kardialer Amyloidose häufig multiple Begleiterkrankungen aufweisen, die das Management komplex gestalten.

Eine Abschlussdiskussion mit allen Referenten bietet Gelegenheit, offene Fragen zu klären und typische Fallkonstellationen aus dem Alltag zu besprechen.

Kardiomyopathien – Differentialdiagnostik und neue Therapien (Sonntag, 10:15-11:00 Uhr)

PD Dr. Tarek Bekfani (Magdeburg) widmet sich hypertrophen Kardiomyopathien, Prof. Amir Mahabadi (Essen) beleuchtet das Thema bei onkologischen Patienten. Ein Bilderquiz zu typischen und besonderen Befunden (Dr. Joscha Kandels und Dr. Lidia Gaal, Leipzig) macht diese Session besonders praxisnah.

Rhythmologie: Von der Ablation bis zur Device-Therapie

Herz aus dem Takt – Was gibt es Neues? (Samstag, 15:35-16:35 Uhr)

Drei Updates in einer kompakten Session: Prof. Lars Eckardt (Münster) zu supraventrikulären Rhythmusstörungen, Prof. Christian Ukena (Bochum) zu ventrikulären Problemen und PD Dr. Carsten Israel (Bielefeld) zur Device-Therapie.

The Next Era of Cardiac Rhythm Management (Freitag, 14:30-16:00 Uhr)

Diese Medtronic-Session zeigt neue Wege auf: Dr. Stefan Winter (Köln) präsentiert 10-Jahres-Erfahrungen mit Leadless Pacing und dem neuen Jugularis-Zugang, Prof. Sergio Richter (Dresden) diskutiert physiologische Stimulation mit CSP und die Zukunft nach LBBP; PD Dr. Verena Tscholl (Berlin) berichtet über erste klinische Erfahrungen mit dem Affera-System.

Prävention im Fokus

Die vierte Säule der Prävention – Herzensangelegenheit Impfen (Freitag, 18:30-20:00 Uhr)

Eine wichtige GSK-Session unter dem Vorsitz von Prof. Michael Böhm und Prof. Norbert Frey. Prof. Ulf Landmesser (Berlin) stellt das ESC Consensus Statement zu Impfungen in der Kardiologie vor, PD Dr. Uta Kunter (Aachen) erläutert das Impfen bei eingeschränkter Nierenfunktion, und Dr. Daniel Kretzschmar (Goslar) zeigt, wie Impfen in der kardiologischen Praxis zur gelebten Prävention wird.

Neue Daten zu Risikofaktoren (Sonntag, 08:30-09:45 Uhr)

Fünf kompakte Vorträge zu praktischen Fragen: Dr. Veronika Sanin (München) zu Cholesterin-Screening, Dr. Paulina Stürzebecher (Leipzig) zu Statin-Unverträglichkeit, Prof. Felix Mahfoud (Basel) zur therapie-resistenten Hypertonie, Prof. Stefan Lorkowski (Jena) zu Ernährung, und Prof. Stephan Gielen (Lippe) zu praktischer Raucherentwöhnung.

Besondere Formate

Early-Bird-Symposien (Samstag, 07:30-08:30 Uhr)

Starten Sie den Tag mit praktischem Wissen:

Fachforum für kardiologisches Pflege- und Assistenzpersonal (Samstag, 11:00-15:00 Uhr)

Ein eigenes Programm widmet sich den speziellen Bedürfnissen von Pflegekräften und Assistenzpersonal – von Patientenedukation bei Herzinsuffizienz über SBAR-Implementierung bis zu modernen CPR-Guidelines und dem Weg zum Cardiac Arrest Center.

Interdisziplinäre Perspektiven

Blick über den Tellerrand (Samstag, 17:00-18:00 Uhr)

Drei essenzielle interdisziplinäre Updates: Prof. Kai-Uwe Eckardt (Berlin) zur Nephrologie für Kardiologen, Prof. Matthias Endres (Berlin) zu Demenz-Prävention, -Diagnostik und -Therapie, und Prof. Ingo Hilgendorf (Berlin) zu vaskulärer Inflammation in Gegenwart und Zukunft.

Blick in die Zukunft (Sonntag, 11:05-12:05 Uhr)

Die Abschluss-Session wagt den Sprung nach vorn: Prof. Christoph Maack (Würzburg) zu Herz-Kreislauf-Effekten der Erderwärmung, Dr. Martin Schulz (Berlin) zur Zukunft der Apotheken in Prävention und Therapie, Prof. Ulf Landmesser (Berlin) zu RNA- und DNA-Therapien, und Dr. Stephan Schön (Bautzen) zu künstlicher Intelligenz im kardiologischen Alltag.

REHA-Symposien: Prävention praktisch umsetzen

Für besonders an Rehabilitation Interessierte bietet der Freitag zwei REHA-Symposien:

REHA 1 (08:30-10:00 Uhr): Medikamentöse und nichtmedikamentöse Prävention

Mit Themen von Psyche über Trainingsherzfrequenz unter Medikation bis zu Gesundheitskompetenz und angiologischen Risikofaktoren in der Herzgruppe.

REHA 2 (10:30-12:00 Uhr): Ganzheitliche Strategien in der Hypertonietherapie

Von isometrischem Krafttraining über Ernährungsumstellung bis zu Atem- und Entspannungstechniken.

Praktische Informationen

Dieser Überblick stellt nur eine Auswahl aus dem umfangreichen Programm dar. Das vollständige Programm mit über 60 Sessions bietet Ihnen die Möglichkeit, sich eine individuell zugeschnittene Agenda zusammenzustellen. Die Dresdner Herz-Kreislauf-Tage 2026 bietet nicht nur aktuelles Wissen, sondern auch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.