Das Wichtigste auf einen Blick - SZC versus SPS bei Hyperkaliämie:
- Unter SZC wurde im Schnitt nach zwei Wochen Normokaliämie erreicht – bei SPS erst nach sechs Wochen.
- Über den gesamten Studienzeitraum lagen die Serumkaliumwerte unter SZC signifikant niedriger als unter SPS.
- Gastrointestinale Nebenwirkungen waren unter SZC seltener (5 % vs. 11,6 %), ohne statistischen Unterschied; die Einnahme wurde jedoch deutlich besser bewertet (p < 0,001).
- Weitere Labor- und klinische Parameter (z. B. Natrium, Blutdruck, Interdialyse-Gewicht) unterschieden sich weder zu Beginn noch am Ende der Studie.
Studienaufbau und Patientenkollektiv
In die prospektive, randomisierte Multicenter-Studie wurden 120 Erwachsene mit terminaler Niereninsuffizienz eingeschlossen, die sich seit mindestens drei Monaten regelmäßig einer Hämodialyse unterzogen. Voraussetzung war ein prädialytischer Serumkaliumwert von über 5 mmol/l. Die Patienten erhielten entweder SZC (3×5 g/Woche an dialysefreien Tagen) oder SPS (3×15 g/Woche an dialysefreien Tagen) für acht Wochen. Die Zuteilung erfolgte randomisiert.
SZC senkt Kaliumwerte schneller und effektiver
Beide Kaliumbinder führten bereits ab Woche 1 zu einem signifikanten Abfall der Serumkaliumwerte. Der Verlauf unterschied sich jedoch deutlich: Während in der SZC-Gruppe bereits nach zwei Wochen normokaliämische Werte (< 5 mmol/l) erreicht wurden, dauerte dies unter SPS im Schnitt bis Woche 6. Über die gesamte Studiendauer hinweg lagen die Kaliumwerte unter SZC signifikant niedriger als unter SPS (p < 0,001): Zum Studienende (Woche 8) betrugen die mittleren Serumkaliumwerte etwa 4,7 mmol/l unter SZC und knapp unter 5,0 mmol/l unter SPS.
Ähnliche Sicherheit, bessere Verträglichkeit
Die übrigen Laborparameter (z. B. Natrium, Calcium, Phosphat, Albumin) sowie klinische Größen wie Blutdruck oder interdialytische Gewichtszunahme unterschieden sich zu keinem Zeitpunkt signifikant zwischen den Gruppen. Eine ergänzende Rescue-Therapie war nur in wenigen Fällen erforderlich (SZC: 2 Patienten, SPS: 4 Patienten). Auch hier zeigte sich kein signifikanter Unterschied (p = 0,678).
In Bezug auf Nebenwirkungen zeigte sich ein günstiges Bild für SZC: Gastrointestinale Beschwerden wie Diarrhoe, Obstipation oder Übelkeit traten unter SZC seltener auf als unter SPS (5 % vs. 11,6 %), ohne dass sich ein belastbarer Unterschied nachweisen ließ. Deutlich ausgeprägter war der Unterschied bei der Einnahmeakzeptanz: SZC wurde von den Patienten spürbar besser bewertet als SPS (p < 0,001). Schwere unerwünschte Ereignisse waren in beiden Gruppen selten (SZC: 2 Patienten, SPS: 3 Patienten).
Fazit
Im direkten Vergleich beider Kaliumbinder zeigte SZC bei Hämodialyse-Patienten eine schnellere Kontrolle erhöhter Kaliumwerte als SPS. Unter SZC wurden im Schnitt bereits nach zwei Wochen im Mittel normokaliämische Werte erreicht – unter SPS erst nach sechs Wochen. Auch in Bezug auf die Einnahmeakzeptanz schnitt SZC deutlich besser ab. Gastrointestinale Beschwerden traten seltener auf, ohne dass der Unterschied statistisch signifikant war. Schwere Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen selten.
Vor diesem Hintergrund sprechen die Ergebnisse für SZC als wirksame und gut verträgliche Alternative zur klassischen SPS Therapie.
- Elsayed MM, Abdelrahman MA, Sorour AM, Rizk IG, Hassab MAA. Sodium zirconium cyclosilicate versus sodium polystyrene sulfonate for treatment of hyperkalemia in hemodialysis patients: a randomized clinical trial. BMC Nephrology. 2025;26:227. https://doi.org/10.1186/s12882-025-04129-9