Anzahl der KrebspatientInnen 80+ bis 2050 verdreifacht

Während die Welt in der aktuellen Corona-Pandemie noch sehr aktuelle Probleme bekämpft, lohnt aus Sicht der Onkologie schon einmal ein Blick voraus. In den kommenden 30 Jahren wird der Anteil der Menschen in einem Alter über 80 Jahre weltweit von 143 Millionen (2019) auf mehr als 426 Millionen (ca. 2050) ansteigen – mit ernsten medizinischen, sozialen und ökonomischen Folgen.

Mit der Zunahme des Anteils alter Menschen an der Weltbevölkerung steigen die Krebszahlen

Während die Welt in der aktuellen Corona-Pandemie noch sehr aktuelle Probleme bekämpft, lohnt aus Sicht der Onkologie schon einmal ein Blick voraus. In den kommenden 30 Jahren wird der Anteil der Menschen in einem Alter über 80 Jahre weltweit von 143 Millionen (2019) auf mehr als 426 Millionen (ca. 2050) ansteigen – mit ernsten medizinischen, sozialen und ökonomischen Folgen.

Global betrachtet, ist über die Variabilität von Tumorerkrankungen bei sehr alten PatientInnen nur wenig bekannt. Aus Europa und den USA liegen einzelne Studien dazu vor, doch ist der Anteil der dabei untersuchten Menschen im Alter von > 65 Jahren meist sehr niedrig – und das hat einen Grund. Menschen im höheren bis hohen Lebensalter (80+) leiden häufig unter einer Reihe von Komorbiditäten und sind gesundheitlich fragiler, sodass sie in der Mehrzahl der Fälle als schwer zu behandelndes Patientengut gelten – Komplikationen sind zudem wahrscheinlich und darauf gilt es sich bereits heute vorzubereiten.

Dreimal mehr Krebsneudiagnosen bei sehr alten Menschen

Das Forscherteam beschäftigte sich mit den aktuellen und den zukünftig zu erwartenden Altersinzidenzraten verschiedener Krebsentitäten bei älteren und sehr alten Menschen. Dafür legten die ForscherInnen die gegenwärtigen Populationsprognosen und die Tumorinzidenzraten aus dem Jahr 2018 zugrunde. In der Datenanalyse zeigte sich nach Regionen und Tumorarten sowie Geschlechtern getrennt, mit welchen Belastungen zukünftig in der Gruppe der 65- bis 79-Jährigen sowie in der Gruppe derer über 80 Jahre zu rechnen ist.      

Im Jahr 2018 gab es etwa 2,3 Millionen Krebsneudiagnosen bei Menschen über 80 Jahren. Diese Zahl entsprach damals etwa 13% der weltweiten Zahl der Neudiagnosen. Regionale Unterschiede finden sich auf allen Kontinenten, allerdings traten die höchsten Werte insbesondere in Westeuropa, den USA sowie Australien auf. Bis zum Jahr 2050 wird der Anteil der Menschen über 80, die eine Tumordiagnose erhalten haben, auf etwa 6,9 Millionen ansteigen, so die Prognosen. Dies entspräche 20,5% aller in einem Jahr diagnostizierten Krebsfälle. Mit anderen Worten bedeutete eine solche Prognose, dass innerhalb der kommenden 30 Jahre jeder fünfte Krebspatient dann über 80 Jahre alt sein wird.

Mit Blick auf die häufigsten Tumorentitäten litten 2018 Frauen über 80 Jahre überwiegend an Brust- und Lungenkrebs sowie am Kolonkarzinom. Bei den Männern gleichen Alters waren es hingegen Prostata-, Lungen- und Kolonkarzinome.  

Fazit

Angesichts der für das Jahr 2050 prognostizierten Verdreifachung der Zahl der über 80-jährigen TumorpatientInnen empfehlen die Studienautoren abschließend, schon heute die notwendigen politischen und medizinpolitischen Weichen zu stellen. Die älteren und alten Betroffenen müssten mehr in den Fokus klinischer Studien und ebenso der Versorgungsforschung gerückt werden.

Ein Fünftel der KrebspatientInnen in der nahen Zukunft wird in seiner Behandlung und medizinischen Begleitung hoch komplex und schwerer zu managen sein. Dies wird nicht nur das Gesundheitssystem herausfordern, sondern ebenfalls Einfluss auf die menschliche, die soziale und die familiäre Ebene haben – nicht zu vergessen sind zudem die finanziellen Folgen für die Volkswirtschaften.

Altersangepasste Kontrollprogramme, vereinfachter Zugang zum Gesundheitssystem (z. B. wohnortnahe Versorgung) sowie altersangepasste, interdisziplinäre Teams mit geriatrischer Expertise sollten bereits heute Standard werden, um den anstehenden Herausforderungen bis ins Jahr 2050 – und darüber hinaus – mit qualitativ hochwertiger Pflege und medizinischer Behandlung begegnen zu können.

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