Rolle humaner Papillomviren bei Hautkrebs

Eine diagnostizierte HPV-Infektion könnte mit einem höheren Risiko für einen späteren Hautkrebs assoziiert sein. Insbesondere Menschen im Alter >40 Jahre sind davon betroffen, so taiwanesische Forschende in ihrer aktuellen Arbeit.

Um den Faktor 2,5-fach höheres Hautkrebsrisiko nach HPV-Infektion

Eine diagnostizierte HPV-Infektion könnte mit einem höheren Risiko für einen späteren Hautkrebs assoziiert sein. Insbesondere Menschen im Alter >40 Jahre sind davon betroffen, so taiwanesische Forschende in ihrer aktuellen Arbeit.

In einer populationsbasierten, retrospektiven Kohortenstudie untersuchten Wissenschaftler:innen den möglichen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) und dem Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Wichtig dabei sei neben dem Lebensalter auch die Zeit seit der HPV-Ansteckung.

Insgesamt umfasste die Kohorte rund 27.000 Menschen mit neu diagnostizierter HPV-Infektion. Menschen ohne HPV-Nachweis fungierten als Kontrollgruppe. Der Zeitraum der Erfassung der Hautkrebsdaten lag zwischen 2000 und 2012. Die Nachverfolgung dauerte entweder bis zum Auftreten von Hautkrebs oder bis längstens 2013. 

Hautkrebsrisiko steigt mit einem HPV-Nachweis

Das Risiko für Hautkrebs lag demnach für Menschen mit HPV-Infektion um den Faktor 2,45 höher als für Nicht-Infizierte (adjustierte HR = 2,45; 95%-KI: 1,44–4,18, p < 0,01). In der Subgruppenanalyse zeigte sich zudem, dass das Risiko für Hautkrebs insbesondere dann erhöht war, wenn die Patienten bereits älter als 40 Jahre waren.

Das Hautkrebsrisiko war vor allem in den ersten 5 Jahren nach HPV-Diagnose signifikant höher (adjustierte HR = 3,12; 95%-KI: 1,58–5,54). Darüber hinaus war das Krebsrisiko sowohl für das Melanom (adjustierte HR = 17,1; 95%-KI: 1,88–156) als auch für Nicht-Melanome (adjustierte HR = 2,06; 95%-KI: 1,16–3,65) deutlich erhöht, wenn eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde.

Was bedeutet diese Studie für die Praxis?

Humane Papillomviren infizieren vornehmlich Haut- und Schleimhautbereiche. Besonders für die Frauengesundheit spielen einige dieser Viren eine wichtige Rolle in der Tumorentstehung, z. B. beim Zervixkarzinom. Doch auch Jungen und Männer können HPV-induzierte Penis- und Analkarzinome sowie Mund- und Rachenkarzinome entwickeln. Die Rolle der HP-Viren beim Hautkrebs wurde bisher wenig untersucht.

Jedoch zeigte die vorliegende Studie, dass Infektionen mit krebsinduzierenden humanen Papillomviren ebenso mit Hautkrebserkrankungen assoziiert sein können. Ein signifikant höheres Risiko bestehe dabei vor allem für Patient:innen im Alter > 40 Jahre mit einer HPV-Infektion innerhalb der vergangenen fünf Jahre vor Diagnose.

Die Autoren der Studie empfehlen, gerade ältere Patient:innen mit Hautkrebsrisiko auf HPV hinzuweisen und insbesondere bei einer Krebsdiagnose die genaue Charakterisierung der Tumoren zu veranlassen.

Zwar gibt es seit einigen Jahren auch eine sehr effektive HPV-Impfung für Jungen und Mädchen ab 9 Jahren, jedoch ist diese für ältere Patienten und Patientinnen meist nicht mehr sinnvoll und wird auch durch die Krankenkassen dann nicht weiter bezuschusst. Daher spielen die HPV-Prävention und Behandlung ebenso bei den älteren Patienten eine große Rolle.

Quelle:
Chen M-L et al., The Impact of Human Papillomavirus Infection on Skin Cancer: A Population-Based Cohort Study The Oncologist 2021; 26: e473–e483

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