Supportive Behandlung bei Krebs ist ein integraler Bestandteil

Die Onkologie unterliegt seit einigen Jahren in vielen Bereichen großen Veränderungen. Neue Therapieoptionen, wie z. B. die Checkpoint-Inhibition, haben die Behandlung zum Teil deutlich verbessert. Wenn früh erkannt, überleben immer mehr Betroffene heute ihre Krebserkrankung.

Tumorbehandlung endet nicht mit dem Therapieregime, sondern ist multifaktoriell

Die Onkologie unterliegt seit einigen Jahren in vielen Bereichen großen Veränderungen. Neue Therapieoptionen, wie z. B. die Checkpoint-Inhibition, haben die Behandlung zum Teil deutlich verbessert. Wenn früh erkannt, überleben immer mehr Betroffene heute ihre Krebserkrankung. Zudem werden die Menschen älter, was auch die Behandlung und Betreuung von Tumor-PatientInnen nachhaltig verändert. ExpertInnen fordern deshalb: Eine interdisziplinäre, unterstützende Begleitung – von der Diagnose bis zurück ins Leben und darüber hinaus – sollte Standard werden in der onkologischen Praxis.  

Die Literaturdatenbanken Pubmed, EMBASE und MEDLINE bildeten die Grundlage einer aktuellen Arbeit zu diesem Thema. Darin wählten die AutorInnen geeignete Studien aus, um genauer verstehen zu können, in welchen Bereichen der Onkologie unterstützende Behandlung (= Supportive Care) überhaupt möglich und notwendig ist. Daraus leiteten sie am Ende Handlungsempfehlungen ab, nach denen eine unterstützende Behandlung für Tumorbetroffene zukünftig zum Standard in der onkologischen Praxis werden könnte. 

Längeres Überleben erfordert mehr Unterstützung

Fortschritte in der Diagnostik, bei den Operationsmethoden oder auch bei Radiatio oder Chemotherapie lassen TumorpatientInnen heute deutlich länger überleben als noch vor 40 Jahren – Statistiken zufolge bis zu sechs Mal länger. Für England und Wales bedeutet dies beispielsweise, dass etwa die Hälfte aller KrebspatientInnen dort bis zu 10 Jahre oder länger nach der Diagnose überlebt. Diese PatientInnen müssen nachgesorgt und optimalerweise im Alltag auf vielfältige Weise unterstützt werden. Die andere Hälfte benötigt in kurzer Zeit besonders viel Pflege und Fürsorge, was nicht nur Ressourcen bindet, sondern ebenso Geld kostet.

Seit einigen Jahren bereits lernen PatientInnen und deren behandelnde OnkologInnen, dass das Überleben allein nicht ausreichen kann. Es geht vielmehr um den Alltag und besonders um die Lebensqualität. So haben Studien gezeigt, dass der frühe Zugang zu unterstützender Behandlung die Lebensqualität erhöhen, das Morbiditätsrisiko senken sowie möglicherweise das Sterblichkeitsrisiko verringern kann.

Supportive Behandlung: Wie ein Schirm

Die supportive Behandlung von KrebspatientInnen geht weit über die eigentliche Therapiesituation hinaus und umfasst beispielsweise ebenso Aspekte der Krebsvermeidung, der Palliativmedizin sowie der Rehabilitation. Die supportive Behandlung sollte daher mehr als ein essenzielles und nicht nur als ein optionales Extra gelten.

Darüber hinaus bedeutet ein solches Unterstützungskonzept, dass Tumorbetroffene entlang ihres gesamten Weges mit dem Krebs durch multiprofessionelle Teams begleitet werden. Dabei steht in der Mitte des Ansatzes ein Kernteam, welches den Patienten / die Patientin im Alltag unterstützt. Wie die Speichen eines Schirmes bilden die erweiterten Teams, bestehend aus Gesundheitsfachleuten, PalliativmedizinerInnen oder weiteren OnkologInnen, eine gemeinsame Behandlungseinheit.

Aufgrund des zunehmenden Alters der KrebspatientInnen bietet es sich zudem an, auch im Interesse der Risikovermeidung, DiabetologInnen und EndokrinologInnen mit in diese Teams zu integrieren.

Fazit

Momentan konzentriert sich bei TumorpatientInnen alles Supportive auf die Zeit kurz nach Diagnosestellung sowie, bei infauster Prognose, auf das Ende. Dabei zeigte sich in Studien zuvor, dass eine früh einsetzende supportive Behandlung von Tumorbetroffenen deren Lebensqualität steigerte und auch das Risiko für Morbidität und Mortalität senkte.

Dies erfordere jedoch neben einem frühen Zugang zur Unterstützungsbehandlung auch deren konsequente Umsetzung über den gesamten Erkrankungsweg der PatientInnen hinweg. Deshalb, so die ExpertInnen, sollte die supportive Behandlung als "best supportive care" eine integrale Funktion im Management der heutigen onkologischen Praxis erhalten.  

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