Über den Einfluss der Ernährung im Rahmen der Brustkrebstherapie

Prof. Dr. Martin Smollich spricht im Artikel und auf dem PINK! Kongress DIGITAL am 17. November über die Rolle der Ernährung in der Brustkrebstherapie.

Ernährung und Brustkrebs – die wichtigsten Punkte 

Im Rahmen des 2. PINK! Kongress DIGITAL haben Betroffene und ihre Angehörigen während zahlreicher Expertenvorträge die Möglichkeit, sich umfassend über ihre Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Neben Infos zur Ernährung bei der Akuttherapie wird Prof. Dr. Smollich in seinem Vortrag auf dem Kongress auch ausführlich auf die geeignete Ernährung zur Prävention eines Rezidivs bei Brustkrebs eingehen.

Ernährung im Rahmen der Akuttherapie 

Therapiebedingte Beschwerden

Viele unerwünschte Wirkungen der onkologischen Pharmako- bzw. Strahlentherapie (z.B. Stomatitis, Gastroenteritis, Dysgeusie, Übelkeit/Erbrechen) können sich nachteilig auf den Ernährungszustand auswirken. Neben der symptomatischen Linderung dieser unerwünschten Wirkungen durch geeignete Arzneimittel soll die individuelle, professionelle Ernährungstherapie zusätzlich genutzt werden, um die Beschwerden zu lindern und den Ernährungsstatus optimal zu erhalten. Hierzu ist die Hinzuziehung qualifizierter Ernährungsfachkräfte sinnvoll. 

Fasten vor der Chemotherapie

Experimentelle Daten sowie einzelne, kleine Pilotstudien deuten darauf hin, dass Fasteninterventionen vor bestimmten onkologischen Therapien Vorteile in Bezug auf Verträglichkeit und Wirksamkeit bringen könnten. Die Datenlage rechtfertigt aber keinesfalls die Empfehlung von "Heilfasten" oder anderen Fastenarten vor einer Chemotherapie bzw. im Rahmen einer immunonkologischen Therapie. Neben den immanenten ernährungsmedizinischen Risiken durch das Fasten in einer derartigen Ausnahmesituation sollte auch berücksichtigt werden, dass ein Teil der verfügbaren Daten sogar tumorzellprotektive Wirkungen des Fastens impliziert. Daher sollte von Fasteninterventionen im Rahmen der onkologischen Therapie abgeraten werden. 

Nahrungsergänzungsmittel

Vor Beginn der onkologischen Therapie sollte der Vitamin-D-Status überprüft und ggf. optimiert werden (mind. 75 nmol/l (30 ng/ml) 25(OH)D). Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine A, C, E, Resveratrol) sollten parallel zur Strahlen- bzw. Chemotherapie nicht in Dosierungen eingenommen werden, die über den allgemeinen Zufuhrempfehlungen liegen. 

PINK! Kongress DIGITAL 2023 klärt Betroffene und ihre Angehörigen auf 

Zu den oben bereits erwähnten Themen sowie zu den Möglichkeiten der Rezidivprävention durch die Ernährung wird Prof. Dr. Martin Smollich beim PINK! Kongress DIGITAL am 17.11. noch ausführlicher referieren. An diesem Tag bekommen Brustkrebs-Patientinnen und ihre Angehörigen von 13 bis 19 Uhr im Rahmen zahlreicher Expertenvorträge umfassende Informationen aus erster Hand - um zu verstehen, welche Behandlungen für sie am besten geeignet sind, und wie sie ihre Lebensqualität während und nach der Behandlung steigern können. Neben Themen wie Früher Brustkrebs, Nebenwirkungen, Psyche & Geist, Neue Medikamente und Metastasierter Brustkrebs wird auch der Bereich Ernährung & Sport am Kongresstag thematisiert. Um 16:40 spricht Prof. Dr. Martin Smollich über die Frage ‚Wie geht gesunde Ernährung und was kann ich damit bei Brustkrebs bewirken? ’ Bis zum 8.11. können Teilnehmer bereits vorab ihre Fragen an die Experten stellen, die dann am Kongresstag live diskutiert werden. Die Teilnahme am Kongress findet für die Betroffenen von zu Hause aus statt, ist kostenlos und anonym und erfolgt nach Anmeldung über diesen Link: https://kongress.pink-brustkrebs.de/. Ausführliches Informationsmaterial zum Kongress erhalten Sie über: support@pink-brustkrebs.de

Über PINK! Aktiv gegen Brustkrebs:  

Durch die Diagnose Brustkrebs ändert sich das Leben Betroffener grundlegend. Die Krankheit schürt Ängste und lässt viele Frauen hilflos zurück. Diese Frauen will PINK! auffangen. Neben dem Angebot auf der Website www.pink-brustkrebs.de stellt PINK! Betroffenen auch die App PINK! Coach zur Verfügung. Als eine Art digitaler Begleiter lotst sie Patientinnen durch den Alltag und gibt täglich individuell zugeschnittene Tipps, wie Betroffene ihre Lebensqualität verbessern können. Abgerundet wird das Angebot von PINK! durch eine interaktive und kostenlose Webinar-Reihe mit Fachexperten zu verschiedenen Themen ("Frag doch mal PINK!" und "PINK! Talk") und die Möglichkeit zur Teilnahme am Kurs "PINK Leben" – einem wissenschaftlich fundierten psychoonkologischen Online-Kurs, in dem Betroffene Unterstützung dabei bekommen, ihre Sorgenschleifen zu durchbrechen und ihre eigenen Kraftquellen zu stärken. Die Teilnahme am Online-Kurs PINK! Leben kann die Wartezeit auf einen psychoonkologischen Therapieplatz überbrücken oder die persönliche Begleitung ergänzen. Weitere Infos zu PINK! Aktiv gegen Brustkrebs.

Kurzbiographie zu Prof. Dr. Martin Smollich 

Prof. Dr. Martin Smollich ist Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Seit 2018 leitet er die Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck. Zuvor hatte Prof. Smollich eine Professur für Klinische Pharmakologie und Pharmakonutrition an der Mathias Hochschule Rheine inne, wo er den ersten ernährungsmedizinischen Studiengang Deutschlands geleitet hat. Wissenschaftliche Schwerpunkte seiner Arbeit sind die medizinische Wirkung von Lebensmittelinhaltsstoffen, funktionelle Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Prof. Smollich ist vielfacher Fach- und Sachbuchautor und Herausgeber von Ernaehrungsmedizin.blog, dem reichweitenstärksten deutschsprachigen Fachblog zur Ernährungsmedizin. Als wissenschaftlicher Beirat von PINK! erstellt und kuratiert Prof. Smollich den ernährungswissenschaftlichen Teil der App PINK! Coach.
 

Quellen und weiterführende Literatur: