Adalimumab vs. Ixekizumab bei Psoriasis-Arthritis: zwei Biologika im Praxis-Check
Wie schneiden Adalimumab und Ixekizumab im klinischen Alltag ab? Eine italienische Forschergruppe verglich beide Biologika bei Psoriasis-Arthritis über zwölf Monate – mit Blick auf Wirksamkeit, Therapieabbrüche und Nebenwirkungen.
Das Wichtigste auf einen Blick zu Adalimumab und Ixekizumab bei Psoriasis-Arthritis
- Die Gelenkbeschwerden gingen unter beiden Biologika ähnlich gut zurück; auch bei der Remission zeigte sich kein Unterschied.
- Ixekizumab besserte die Hautveränderungen in den ersten drei Monaten stärker; nach einem Jahr waren die Ergebnisse unter beiden Biologika vergleichbar.
- Rund ein Drittel der Behandelten beendete die jeweilige Therapie vorzeitig, meist wegen unzureichender Wirkung.
- Möglicherweise therapiebedingte Nebenwirkungen betrafen knapp jeden zehnten Behandelten und waren überwiegend leicht oder mittelschwer.
In die AIRE-Studie gingen 437 Erwachsene mit Psoriasis-Arthritis aus sieben italienischen Rheumazentren ein. 42,6 % erhielten Adalimumab, 57,4 % Ixekizumab. Welches Biologikum eingesetzt wurde, entschieden die behandelnden Rheumatologinnen und Rheumatologen anhand von Krankheitsausprägung, bisherigen Therapien, Begleiterkrankungen sowie Zulassungs- und Erstattungsregeln in Italien.
Die beiden Kohorten wiesen daher zu Studienbeginn unterschiedliche Ausgangsmerkmale auf: Unter Adalimumab wurden die Teilnehmenden häufiger erstmals mit einem Biologikum behandelt, hatten öfter eine Beteiligung der Wirbelsäule oder Iliosakralgelenke und einen Nagelbefall, jedoch seltener eine periphere Arthritis. In der Ixekizumab-Gruppe hatten dagegen viele bereits mehrere Biologika erhalten; zudem waren ihre Entzündungswerte höher und sie waren körperlich stärker eingeschränkt. Um mögliche Verzerrungen durch diese unterschiedlichen Basischarakteristika zu verringern, berücksichtigte das Studienteam sie bei der statistischen Auswertung.
Gelenkbeschwerden: vergleichbare Besserung unter beiden Wirkstoffen
Zur Beurteilung der Gelenkbeteiligung nutzten die Forschenden den DAPSA-Score. Dieser Wert berücksichtigt u. a. druckschmerzhafte und geschwollene Gelenke, Schmerzen, die Höhe des C-reaktiven Proteins und die Einschätzung der Krankheitsaktivität durch die Betroffenen selbst. Ein DAPSA-Wert von höchstens vier Punkten entspricht einer Remission, Werte über 28 einer hohen Krankheitsaktivität.
Zu Studienbeginn wies die Mehrheit der Teilnehmenden eine mittlere oder hohe Krankheitsaktivität auf. Unter beiden Wirkstoffen nahm der DAPSA deutlich ab: In den ersten drei Monaten sank er im Mittel um 6,12 Punkte, bis zum sechsten Monat um weitere 3,51 Punkte und bis zum zwölften Monat nochmals um 1,90 Punkte. Der Verlauf unterschied sich nicht signifikant zwischen Adalimumab und Ixekizumab. Beide Wirkstoffe besserten die Beschwerden der peripheren Gelenke somit in vergleichbarem Ausmaß.
Haut: schnellere Besserung unter Ixekizumab
Ausmaß und Schwere der psoriatischen Hautveränderungen wurden mit dem PASI erfasst; je niedriger der Wert, desto geringer die Hautbeteiligung. Nach drei Monaten zeigte sich ein Vorteil zugunsten von Ixekizumab: Der PASI war unter dem IL-17A-Hemmer im Mittel um 0,82 Punkte stärker gesunken als unter Adalimumab. Im weiteren Verlauf näherten sich die Werte jedoch an und lagen nach zwölf Monaten auf einem vergleichbaren Niveau.
Remission unter beiden Therapien vergleichbar
Außerdem wurde die Krankheitskontrolle anhand der Remission (DAPSA ≤ 4) und der sogenannten minimalen Krankheitsaktivität bewertet. Letztere war erreicht, wenn mindestens fünf von sieben Zielwerten erfüllt waren. Dazu gehörten höchstens ein schmerzhaftes und ein geschwollenes Gelenk, eine nur geringe Hautbeteiligung, wenig Schmerzen und nur eine leichte Einschränkung im Alltag.
Weder bei der Remission noch bei der minimalen Krankheitsaktivität zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen Adalimumab und Ixekizumab. Wie häufig diese Ziele erreicht wurden, hing jedoch mit mehreren Ausgangsmerkmalen zusammen: U. a. erreichten Männer sie häufiger als Frauen. Gleiches galt für Teilnehmende mit geringeren Einschränkungen im Alltag und weniger vorausgegangenen Biologikatherapien. Bei psoriatischer Nagelbeteiligung und Adipositas wurden die Ziele dagegen seltener erreicht.
Ähnliche Abbruchraten unter beiden Therapien
Innerhalb eines Jahres brachen 30,6 % der Teilnehmenden in der Adalimumab-Gruppe und 33,1 % in der Ixekizumab-Gruppe die Behandlung ab. Die Abbruchraten unterschieden sich nicht signifikant. Meist war eine unzureichende Wirkung der Grund; wegen unerwünschter Ereignisse beendeten nur knapp 5 % beziehungsweise 4 % der Teilnehmenden die jeweilige Therapie.
Nebenwirkungen bei ca. 10 % der Behandelten
Bei 43 von 437 Teilnehmenden traten insgesamt 52 Ereignisse auf, die von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten als möglicherweise therapiebedingt eingestuft wurden. Betroffen waren 11,8 % der Adalimumab-Gruppe und 8,4 % der Ixekizumab-Gruppe. Am häufigsten kam es zu Infektionen (40,4 %); Reaktivierungen von Herpes zoster wurden in beiden Behandlungsgruppen jeweils dreimal beobachtet. Weitere unerwünschte Ereignisse betrafen Haut und Unterhautgewebe, das Blut- und Lymphsystem sowie allgemeine Beschwerden und Reaktionen an der Injektionsstelle.
Knapp 83 % der unerwünschten Ereignisse waren leicht oder mittelschwer. Schwere Ereignisse waren selten und betrafen sechs Teilnehmende unter Adalimumab und drei unter Ixekizumab. Dazu zählten septische Arthritis, Leberzirrhose, Darmverschluss, gastrointestinale Malignome, Legionellenpneumonie, Clostridioides-difficile-Enterokolitis und Morbus Crohn. Lebensbedrohliche Ereignisse wurden nicht berichtet.
Fazit
Adalimumab und Ixekizumab erzielten unter Alltagsbedingungen insgesamt vergleichbare Ergebnisse bei den untersuchten Endpunkten, wobei Ixekizumab die Hautsymptome zunächst rascher besserte. Die Daten stützen damit den Einsatz beider Biologika im klinischen Alltag. Die Wahl des Wirkstoffs sollte sich weiterhin an der Krankheitsausprägung, den Vortherapien und den Begleiterkrankungen orientieren.
- Paci V, Zabotti A, Fontanarosa A, Celletti E, Lopalco G, Foti R, et al. Comparative effectiveness and predictors of remission between adalimumab and ixekizumab in patients with psoriatic arthritis: findings from the ‘AIRE’ multicentre study. RMD Open. 2026;12(1):e006667. https://doi.org/10.1136/rmdopen-2025-006667 (letzter Zugriff: 21.09.2026).