- Reich, A. et al. Effect of depressive symptoms on treatment response in patients with axSpA: data from the RABBIT-SpA register. RMD Open 11, (2025).
Das longitudinale RABBIT-SpA-Register schließt Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) und Psoriasisarthritis (PsA) aus Praxen und Kliniken in ganz Deutschland ein, die zu Beginn einer neuen systemischen Therapie in die Studie aufgenommen werden.
Eine aktuelle Auswertung der Daten von 1.755 axSpA-Patienten aus diesem Register zeigt, dass Depressionen den Therapieerfolg signifikant verschlechtern. Depressive Symptome sind bei diesen Patienten häufig; bei Studieneinschluss erfüllten 29 % der Teilnehmer die Kriterien für mittelschwere bis schwere depressive Symptome (ermittelt anhand eines WHO-5 Well-Being Index < 29).
Diese Patienten hatten im Vergleich zu denjenigen ohne oder mit leichten depressiven Symptomen eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, nach drei oder sechs Monaten unter einer neuen systemischen Therapie eine geringe oder keine messbare Krankheitsaktivität zu erreichen. Potenzielle Störvariablen wurden hierbei ebenso berücksichtigt wie die Krankheitsaktivität zum Ausgangszeitpunkt, gemessen am ASDAS-CRP-Score (Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score basierend auf C-reaktivem Protein).
„Es gibt zunehmende Evidenz dafür, dass Depressionen und Inflammation durch gemeinsame immunologische Wege miteinander zusammenhängen“, schreiben die Autoren. Depressionen und Ängste entstehen nach heutigem Verständnis nicht nur als Reaktion auf eine schwere chronische Diagnose und die Symptome, sondern rheumatologische Erkrankungen wirken sich über die entzündlichen Zytokine auch auf das Gehirn aus, was sich in Form neurologischer oder psychiatrischer Symptome manifestieren kann, die dann als Frühzeichen für die Krankheitsaktivität zu interpretieren sind.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der häufig in Kombination mit Depressionen auftritt, sind Schlafstörungen. Auch diese sind bidirektional mit Schüben von rheumatologischen Erkrankungen assoziiert.
Zusammenfassend wiesen Patienten mit mittelschweren bis schweren depressiven Symptomen auch in der aktuellen Studie eine höhere Krankheitsaktivität und eine schlechtere körperliche Funktionsfähigkeit auf. Die Ergebnisse stehen in Einklang mit denen früherer Arbeiten bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und Psoriasisarthritis, die ebenfalls berichteten, dass Ängste und Depressionen bei Therapiebeginn mit niedrigeren Remissionsraten und einem schlechteren Ansprechen verbunden waren.