- Suzuki T, Fukui S, Shinozaki T, et al. Lipid Profiles After Changes in Alcohol Consumption Among Adults Undergoing Annual Checkups. JAMA Network Open. 2025;8(3):e250583. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.0583.
Analysiert wurden Daten aus der St. Luke’s Health Check-up Database (Tokyo) mit jährlichen Untersuchungen zwischen 2012 und 2022. Eingeschlossen wurden Erwachsene ab 20 Jahren mit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Check-ups; Personen unter lipidsenkender Therapie wurden ausgeschlossen.
Primäre Endpunkte waren die Veränderungen von LDL-C und HDL-C zwischen zwei aufeinanderfolgenden Visiten.
Für die Auswertung wurden zwei Kohorten mit unterschiedlicher Entwicklung des Trinkverhaltens betrachtet – jeweils im Vergleich zu einer Referenzgruppe ohne entsprechende Änderung.
Die Auswertungen berücksichtigen dabei nicht nur die Richtung der Veränderung, sondern auch deren Ausmaß; entsprechend werden die Effekte pro Veränderung um 1 alkoholisches Getränk/Tag dargestellt; ein Standardgetränk entsprach 10 g Ethanol (z. B. 250 ml Bier, 104 ml Wein oder 31 ml Whisky).
Insgesamt wurden 57.691 Personen ausgewertet (mittleres Alter 46,8 Jahre; 53,0 % Frauen). In der Kohorte mit abnehmendem Alkoholkonsum waren 25.144 Teilnehmer erfasst.
Im Mittel ging eine Reduktion um 1 Getränk/Tag mit einem Anstieg des LDL-Cholesterins um 1,41 mg/dL und einem Abfall des HDL-Cholesterins um 1,25 mg/dL einher. Die Effekte nahmen mit dem Ausgangskonsum zu:
In der Kohorte mit zunehmendem Alkoholkonsum waren 29.042 Teilnehmer erfasst. Im Mittel ging eine Zunahme um 1 Drink/Tag mit einem Rückgang des LDL-Cholesterins um 1,59 mg/dL und einem Anstieg des HDL-Cholesterins um 1,15 mg/dL einher.
Auch hier zeigte sich eine klare Dosisabhängigkeit (Vergleich zu Teilnehmern ohne entsprechende Zunahme):
Die Studie zeigt: Die Zunahme des Alkoholkonsums geht mit moderaten, dosisabhängigen Verschiebungen zu niedrigerem LDL und höherem HDL einher. Bei Konsumreduktion zeigte sich das gegenläufige Muster mit LDL-Anstieg und HDL-Abfall.
Auch wenn die beobachteten Lipidveränderungen nach Alkoholstopp im Mittel relativ klein wirken, könnten sie – bei breiter Verhaltensänderung in der Bevölkerung – relevant sein. Für die Praxis bedeutet das: Nach deutlicher Konsumreduktion sollten Lipidwerte kontrolliert und bei Bedarf Lebensstil- und lipidsenkende Strategien eingeleitet werden.