Neues zur medikamentösen Behandlung von Myomen

Prof. Dr. Peyman Hadji sprach auf dem DGGG Kongress über die medikamentöse Behandlung von Myomen. In vielen Fällen, so sein Statement, ist damit eine Operation zu vermeiden – was sich 80 Prozent der Patientinnen wünschen. 

Die Anzahl der Frauen mit Myomen nimmt mit dem Alter zu. Jede zweite Frau ist im Laufe des Lebens betroffen. 50% der Frauen, die mit über 30 Jahren ein Myom haben, haben auch  Symptome.

Dazu gehören

Blutungsstörungen und Schmerzen bei den Blutungen sind die häufigsten Beschwerden. Meist kommen die Frauen erst zum Arzt, wenn sie schon längere Zeit Probleme hatten. Entsprechend groß ist der Druck, unter dem die Patientin steht. Sie möchte schnelle Abhilfe.

Es stellt sich in jedem Fall die Frage: wie kann der Arzt helfen? Prof. Dr. Peyman Hadj erklärt dazu, dass die Facharztausbildung in Deutschland sehr operativ orientiert sei und die gynäkologische Endokrinologie in der Facharztausbildung kaum vorkäme. So denken viele Ärzte bei einem Myom häufig nur die Gebärmutterentfernung oder an die Myomentfernung. Das führt dazu, dass in Deutschland dreimal so viele Hysterektomien durchgeführt werden wie in den USA und doppelt so viele wie in England.

Dass es wirksame andere Therapiemöglichkeiten gibt, sei zu wenig bekannt. Als Beispiel nannte Prof. Hadji die Embolisation, die Ultraschallbehandlung - und als dritte Säule die endokrine Therapie. Dafür gibt es ein einziges Medikament, welches kausal beim Uterus myomatosus wirkt - das ist das Ulipristalacetat (UPA). Bei dreimonatiger Einnahme führt es in zwei Drittel der Fälle zu einer Volumenreduktion des Myoms um 50%. Bei 4 – 5 cm macht das viel aus. Wenn nach der Behandlung nur noch zweieinhalb cm übrig sind, liegt das Myom oft nicht mehr in der Schleimhaut und verursacht keine Blutungsstörungen mehr. Damit ist die Patientin symptomfrei.

80% der Patientinnen wünschen ohnehin keine Operation. Sehr viele Frauen können mit UPA bis zu den Wechseljahren symptomfrei geführt werden, bis dann das Myom hormonell bedingt ohnehin kleiner wird. Denn meist bleibt das Myom nach der Behandlung mindestens für ein Jahr kleiner. Falls dann wieder Beschwerden auftreten, kann die Behandlung problemlos wiederholt werden.

Auch präoperativ ist die medikamentöse Behandlung durchaus sinnvoll, wenn dadurch eine Gebärmutterentfernung verhindert werden kann – sofern die Patientin dies wünscht. Darum macht es auch bei größeren Myomen unter Umständen Sinn, sie zunächst einmal medikamentös zu behandeln.

Ein weiteres Einsatzgebiet der endokrinen Therapie sind junge Frauen mit Kinderwunsch. Denn immer dann, wenn das Myom nah an der Gebärmutterschleimhaut sitzt, konkurriert die Placenta mit dem Myom um die Blutversorgung. Wo das Myom auf die Schleimhaut drückt,  kann sich keine Schwangerschaft einnisten. Hier kann abhängig von der Lage des Myoms die endokrine Therapie erreichen, dass das Myom so klein wird, dass es die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr tangiert - und die Patientin problemlos schwanger werden kann. In zwei Dritteln der Fälle gelingt das.

Fazit

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