Apixaban vs. Warfarin auch für polypharmazierte und ältere Patient:innen vorteilhaft

Subgruppenanalysen<sup>1,2</sup> der ARISTOTLE-Studie<sup>3</sup> zeigten, dass auch polypharmazierte und/oder &auml;ltere VHF<sup>&diams;</sup>-Patient:innen vom vorteilhaften Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Apixaban (ELIQUIS<sup>&reg;</sup>) gegen&uuml;ber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) profitieren k&ouml;nnen.

Mit zunehmenden Alter steigt das Schlaganfallrisiko.2 Zudem kann sich, insbesondere bei älteren und komorbiden Patient:innen, die Anzahl der gleichzeitig eingenommenen Medikamente erhöhen und somit das Risiko für Mortalität, Gebrechlichkeit und Medikamentenwechselwirkungen ansteigen.4

In der randomisierten und doppelblinden ARISTOTLE-Studie3 zeichnete sich Apixaban im Vergleich zu dem VKA Warfarin aus durch:

Eine Subgruppenanalyse der ARISTOTLE-Studie untersuchte, ob die Anzahl der eingenommenen Medikamente die Ergebnisse beeinflusst.1

Häufig mehr als 5 Medikamente verordnet

Für die Subgruppenanalyse1 wurden die eingeschlossenen Patient:innen der ARISTOTLE-Studie3 (n = 18.201) in drei Gruppen unterteilt:

  1. Patient:innen, die höchstens 5 Medikamente gleichzeitig einnahmen,
  2. Patient:innen mit einer Medikamentenanzahl von 6-8 sowie
  3. Patient:innen mit ≥ 9 Medikamenten.

Die Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Apixaban vs. Warfarin erfolgte in allen drei Gruppen durch die Analyse mittels des Cox-proportional Hazard-Modells nach Adjustierung auf Alter, Geschlecht und Herkunft der Patient:innen.1

Im Median nahmen die Patient:innen 6 Medikamente gleichzeitig ein. Somit erfüllten 76,5 % der eingeschlossenen VHF♦︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎-Patient:innen das Kriterium für Polypharmazie, erhielten also mehr als 5 Medikamente gleichzeitig.

Konsistente Effekte von Apixaban vs. Warfarin bei Polypharmazie

Konsistent zur Hauptstudie waren die Raten an Schlaganfällen/SE unter Apixaban vs. Warfarin reduziert – unabhängig davon, wie hoch die Anzahl der gleichzeitig eingenommenen Medikamente war (p für Interaktion = 0,82, Abb.1).1 In allen Subgruppen waren schwere Blutungsereignisse unter Apixaban numerisch seltener als unter Warfarin. Dabei zeigte sich jedoch: Je höher das Ausmaß der Komedikation, desto geringer war die relative Risikoreduktion bezüglich schwerer Blutungen unter Apixaban vs. Warfarin (p für Interaktion = 0,017).1

Polypharmazie muss also kein Grund sein, generell auf Apixaban zu verzichten. Wichtig bleibt, bei der Anwendung von Apixaban gleichzeitig mit anderen Medikamenten die Gegenanzeigen und Medikamentenwechselwirkungen gemäß Fachinformation zu beachten.5

Abb. 1: Rate pro 100 Patient:innenjahre an Schlaganfällen/systemischen Embolien bzw. schweren Blutungen unter Apixaban vs. Warfarin je nach Anzahl zusätzlich eingenommener Medikamente bei Baseline in der ARISTOTLE-Studie; modifiz. nach Focks et al 2016.1

OAC-FORTA-Bewertung: Apixaban „besonders vorteilhaft“ bei älteren VHF♦︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎-Patient:innen

Polymedikation und Multimorbidität machen die Behandlung älterer Patient:innen oft zu einer Herausforderung.6 In der OAC-FORTA-Bewertung von 2019, die speziell die Eignung oraler Antikoagulanzien (OAC) für die Behandlung älterer Menschen über 65 Jahren in der Indikation Vorhofflimmern§ prüfte, wurde Apixaban mit der Bewertung “Kategorie A: besonders vorteilhaft“ versehen.7

Grundlage für die Bewertung sind auch die Ergebnisse der ARISTOTLE-Studie3, in der 70 % der Teilnehmer:innen älter als 65 und 31 % älter als 75 Jahre waren. Eine Subgruppenanalyse2 zeigte: das Alter hatte keinen Einfluss auf die positiven Behandlungseffekte von Apixaban gegenüber Warfarin – sowohl was das Risiko für Schlaganfälle/SE anging, als auch für das Risiko schwerer Blutungen sowie für die Gesamtmortalität zeigten sich konsistente Ergebnisse gegenüber der Hauptanalyse.2

Weiterführende Materialien

Pubexplainer„Schlaganfallprophylaxe bei älteren VHF-Patienten: FORTA-Bewertung der oralen Antikoagulanzien“

FORTA-Studienerklärvideo Pubexplainer

Fußnoten:

VHF♦︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎︎= nicht-valvuläres Vorhofflimmern
In der ARISTOTLE-Studie wurden schwere Blutungen entsprechend der Kriterien der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) definiert
§ Apixaban ist zugelassen zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patient:innen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie Schlaganfall oder TIA (transitorischer ischämischer Attacke) in der Anamnese, Alter ≥ 75 Jahren, Hypertonie, Diabetes mellitus, symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA Klasse ≥ II).

Referenzen

  1. Focks JJ et al. Polypharmacy and effects of apixaban versus warfarin in patients with atrial fibrillation: Post hoc analysis of the ARISTOTLE trial. BMJ 2016; 353:i2868.
  2. Halvorsen S et al. Efficacy and safety of apixaban compared with warfarin according to age for stroke prevention in atrial fibrillation: Observations from the ARISTOTLE trial. Eur Heart J 2014; 35(28):1864–72.
  3. Granger CB et al. Apixaban versus warfarin in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med 2011; 365(11):981–92.
  4. Wang R et al. Incidence and Effects of Polypharmacy on Clinical Outcome among Patients Aged 80+: A Five-Year Follow-Up Study. PLoS One 2015; 10(11):e0142123.
  5. Fachinformationen Eliquis® 5 mg / 2,5 mg, aktueller Stand.
  6. Pazan F et al. The FORTA (Fit fOR The Aged) List 2021: Fourth Version of a Validated Clinical Aid for Improved Pharmacotherapy in Older Adults. Drugs Aging 2022; 39(3):245–7.
  7. Pazan F et al. A Structured Literature Review and International Consensus Validation of FORTA Labels of Oral Anticoagulants for Long-Term Treatment of Atrial Fibrillation in Older Patients (OAC-FORTA 2019). Drugs Aging 2020; 37(7):539–48.