Aus aktuellem Anlass – Ist Ihr:e Risikopatient:in ein:e potenzieller Paxlovid™-Patient:in?

Patient:innen unter Antikoagulation weisen h&auml;ufig Risikofaktoren auf, die einen schweren COVID-19-Verlauf wahrscheinlicher machen.<sup>1,2,3</sup> Werden solche Patient:innen fr&uuml;h identifiziert, kann das neue antivirale Pr&auml;parat Paxlovid&trade; bei rechtzeitiger Einnahme das Risiko eines schweren COVID-19-Krankheitsverlauf senken.<sup>4</sup>

Der Schutz von Risikogruppen vor einem schweren COVID-19-Verlauf ist eine wichtige Aufgabe. Häufig liegen bestimmte Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Patient:innen vor, die aufgrund von Vorhofflimmern oder einer venösen Thromboembolie eine Antikoagulation erhalten.1–3 Zu diesen Risikofaktoren zählen u. a. ein hohes Alter, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Diabetes, chronische Nierenerkrankungen sowie maligne Erkrankungen.1–3

Eine frühe Identifikation der Antikoagulationspatient:innen mit solchen Risikofaktoren ist im Fall einer COVID-19-Infektion von großer Bedeutung, um eine angemessene und rechtzeitige Behandlung sicherstellen zu können. Denn ein frühzeitiger Therapiebeginn – wenige Tage nach Symptombeginn – ist von essenzieller Bedeutung für den Therapieerfolg aktuell zugelassener antiviraler Arzneimittel.3

Antivirale Behandlung - Der richtige Zeitpunkt ist essenziell

Die Virusreplikation von SARS-CoV-2 ist in den ersten Tagen nach der Infektion, also vor oder kurz nach Symptombeginn, am höchsten.3, 5 Die ersten Tage nach Beginn der Symptome sind daher der richtige Zeitpunkt für den Einsatz einer antiviralen Medikation. Nach der Frühphase der Infektion (5-7 Tage nach Symptombeginn) schließt sich das Zeitfenster für die antivirale Therapie wieder,3, 5, 6 da bei einem schweren Verlauf der Erkrankung die Immunantwort des:der Patient:in das Krankheitsgeschehen dominiert (siehe Abb. 1.).5–7

Abb.1: Merkmale, Untersuchung und Management der verschiedenen Stadien einer COVID-19-Erkrankung. Adaptiert nach Gandhi et al. 2022.5

Ist bereits ein schwerer Verlauf mit systemischer Inflammation eingetreten, ist die Nützlichkeit antiviraler Therapien fragwürdig und ihr Einsatz wird in dieser klinischen Situation derzeit nicht empfohlen.3, 5, 6 Wird eine geeignete antivirale Behandlung dagegen rechtzeitig begonnen, kann diese in der Frühphase die Viruslast senken und das Risiko vermindern, dass die COVID-19-Erkrankung zu einem schweren Verlauf eskaliert.4

Ein neues antivirales Präparat für Hochrisiko-Patient:innen

Mit dem neuen antiviralen Präparat Paxlovid™ (Nirmatrelvir/Ritonavir) steht nun eine hochwirksame orale Therapie zur Behandlung von Hochrisiko-Patient:innen zur Verfügung. Paxlovid™ besteht aus der Kombination der beiden Wirkstoffe Nirmatrelvir und Ritonavir. Nirmatrelvir inhibiert die essenzielle 3CL-Protease von SARS-CoV-2, während Ritonavir, ein CYP3A-Inhibitor, in der Kombination als pharmakokinetischer Verstärker für Nirmatrelvir wirkt.

Mehr zu Behandlung, Bevorratung und Abgabe von Paxlovid:

Erfahren Sie mehr über die Einnahme, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen von Paxlovid sowie über die Bevorratung und direkte Abgabe(nur über Hausärzt:innen und Krankenhausärzt:innen in der ambulanten Notfallbehandlung).

Die Daten der zeigen, dass Paxlovid™ (Nirmatrelvir/Ritonavir) eine hochwirksame und sehr gut verträgliche Therapieoption für COVID-19-Patient:innen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist. Das Risiko einer Hospitalisierung oder zu versterben wurde um 87,8 % reduziert, wenn die Therapie innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn eingeleitet wurde. Bei älteren Patient:innen ≥ 65 Jahre konnte bei Therapiebeginn innerhalb von 3 Tagen das Risiko um 94 % reduziert werden. Eine Therapie innerhalb von 3 Tagen nach den ersten Symptomen konnte die Viruslast um fast das Zehnfache senken. Die Verträglichkeit der Wirkstoffkombination war dabei vergleichbar mit Placebo.4

Paxlovid™ - Wen behandeln?

Die Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin (kurz: Fachgruppe COVRIIN) unterstützt und berät das Robert Koch-Institut bei übergeordneten Fachfragen im Management von COVID-19 Fällen. Diese Gruppe empfiehlt – bei Vorliegen entsprechender Risikofaktoren und unabhängig des Impfstatus – die Initiierung einer antiviralen Therapie im Falle einer Covid-19 Infektion. Weitere Informationen finden Sie hier: .

Apixaban (Eliquis®) wird gemäß Fachinformation nicht empfohlen in Kombination mit starken Inhibitoren von sowohl CYP3A4 wie auch P-Gp. Erfahren Sie mehr zu den Risiken, bei denen eine antivirale Frühtherapie bei COVID sinnvoll ist und wie Sie Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) dazu einsetzen können bei und .

Zusammenfassung

Die rechtzeitige Identifikation von Antikoagulationspatient:innen mit Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf kann im Fall einer Infektion essenziell sein, um eine antivirale Behandlung zum richtigen Zeitpunkt einleiten zu können.3, 5, 6 Der rechtzeitige Einsatz von Paxlovid™ (Nirmatrelvir/Ritonavir), innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn, kann das Risiko für einen schweren Verlauf um 87,8 % senken.4

Hier finden Sie mehr .

Fachinformation PAXLOVID™

Referenzen

  1. Hindricks G und Potpara T et al. Eur Heart J. 2021; 42(5):373–498.
  2. AWMF S3-Leitlinie "Prophylaxe der venösen Thromboembolie" (VTE). Registernummer 003/001. Stand: 2015.
  3. AWMF S3-Leitlinie "Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19". Registernummer 113/001. Stand: 28.02.2022.
  4. Hammond J et al. N Engl J Med. 2022; 386(15):1397–1408.
  5. Gandhi RT et al. N Engl J Med. 2020; 383(18):1757–1766.
  6. Siddiqi HK et al. J Heart Lung Transplant. 2020; 39(5):405–407.
  7. Bohn MK et al. Physiology (Bethesda). 2020; 35(5):288–301.