Genitalherpes oder Bakterielle Vaginose?<br>Unterschiede schnell erkennen!

Herpes genitalis und Bakterielle Vaginose &ndash; beides sehen Gynäkologen häufig. Unterschiede der Symptomatik und Therapie.

Genitalherpes gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten1. Frauen sind öfters betroffen als Männer. Die Hauptursache ist das Herpes simplex-Virus Typ 2. Auch die Bakterielle Vaginose (BV) ist eine häufige Erkrankung der Scheide. Hierbei vermehren sich Bakterien verstärkt, die sonst nur selten in der Scheide vorkommen. Beide Erkrankungen lassen sich anhand der Symptomatik unterscheiden.

Bakterielle Vaginose – Symptome

Die Bakterielle Vaginose (BV) kann verschiedene Symptome hervorrufen oder auch unbemerkt bleiben3:

Eine Behandlung der BV ist wichtig, weil sie das Risiko für gynäkologische Infektionen erhöht, etwa die Zervizitis, Salpingitis, Vulvitis oder Endomyometritis. Bei Schwangeren steigert die BV die Gefahr einer Frühgeburt.

Genitalherpes – Symptome1,4

Herpes genitalis kann bei Frauen verschiedene Beschwerden verursachen:

Genitalherpes: Intensität der Symptome ist verschieden

Beim erstmaligen Auftreten des Genitalherpes und geschwächtem Immunsystem sind die Symptome oft besonders stark ausgeprägt. Es können weitere systemische Erscheinungen1,4 dazukommen:

Rezidiven haben oft einen milderen Verlauf. Ein Rezidiv kündigt sich durch Hyperästhesie, neuralgieähnliche Schmerzen und Krankheitsgefühl an.

Viele Menschen entwickeln trotz der Infektion mit HSV-2 keine oder kaum spürbare Symptome1,4. Manche Frauen haben beim ersten Ausbruch kaum Beschwerden oder erkennbare Hautveränderungen.

Genitalherpes und Bakterielle Vaginose – Behandlung

Bei einer Bakteriellen Vaginose kommen Antibiotika2,3,6 als Vaginalcreme, Vaginalzäpfchen oder als Tabletten zur oralen Einnahme zum Einsatz, meist Clindamycin oder Metronidazol. Clindamycin ist besonders effektiv als vaginales Zäpfchen (z. B. Clindamycin Aristo). Je nach Wirkstoff, Anwendungsform, Dosierung und Stärke der Beschwerden dauert die Behandlung ein bis sieben Tage. Diese Antibiotika sind in der Regel sehr wirksam und auch in der Schwangerschaft anwendbar.

Genitalherpes lässt sich systemisch mit antiviralen Substanzen1,5 behandeln, wie Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir als Tabletten. Cremes oder Salben helfen bei Genitalherpes nicht. In der Schwangerschaft kommt Aciclovir (off label) zum Einsatz.

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/genitalherpes.html
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/bakterielle-scheideninfektion.html
  3. S1-Leitlinie „Bakterielle Vaginose (BV) in Gynäkologie und Geburtshilfe“, AWMF – Leitlinien-Register Nr. 015/028 (Stand: 07/2013)
  4. Gelbe Liste, https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/herpes-simplex#Symptome
  5. S2k Leitlinie Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik und Therapie, Registernummer 059 – 006, https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/059-006.html, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-006l_S2k_Sexuell-uebertragbare-Infektionen-Beratung-Diagnostik-Therapie-STI_2019-09.pdf
  6. Berufsverband der Frauenärzte e.V., https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/bakterielle-vaginose/