EKG-Auffälligkeiten – entscheidende Indizien für die unterdiagnostizierte kardiale Amyloidose

Bereits in der haus&auml;rztlichen Praxis k&ouml;nnen bestimmte EKG-Auff&auml;lligkeiten erste Warnsignale f&uuml;r die immer noch unterdiagnostizierte kardiale Amyloidose sein.<sup>1,2</sup> Diese Ursache einer chronischen Herzinsuffizienz sollte fr&uuml;hzeitig zusammen mit der kardiologischen Praxis abgekl&auml;rt werden.

Im Rahmen der Diagnose einer chronischen Herzinsuffizienz ist die Durchführung eines Elektrokardiogramms (EKG) notwendig. So empfiehlt auch die Nationale VersorgungsLeitlinie „Chronische Herzinsuffizienz“ mit dem höchsten Empfehlungsgrad:3

„Besteht nach Anamnese und körperlicher Untersuchung der Verdacht auf Herzinsuffizienz weiter, soll eine Abklärung durch Labordiagnostik und EKG (12 Ableitungen) erfolgen.“3

Ein routinemäßiges EKG wird empfohlen – vor allem um die Ätiologie der Herzinsuffizienz abzuklären und um anhand des Ausgangsbefundes spätere Veränderungen zu erkennen. Häufige pathologische EKG-Auffälligkeiten bei herzinsuffizienten Patient:innen sind u. a Rhythmusstörungen, Erregungsleitungsstörungen, Myokardhypertrophien und/oder ein zurückliegender Myokardinfarkt.3

Auch bei der immer noch unterdiagnostizierten infiltrativen Systemerkrankung namens Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) als Ursache der chronischen Herzinsuffizienz sind bestimmte EKG-Auffälligkeiten wichtige Red Flags der Erkrankung.1,2,4-6

EKG-Auffälligkeiten bei ATTR-CM1,2,4-6

Abb. 1: EKG-Auffälligkeiten: Niedervoltage (siehe rote Pfeile) und Pseudoinfarktmuster (siehe lila Pfeile) bei Patient:innen mit ATTR-CM1,2,4-6

Wenn es einfach nicht zusammenpasst

Wenn Patient:innen mit chronischer Herzinsuffizienz kein ausreichendes Ansprechen und keine Symptomverbesserung nach Einstellung auf die Standard-Herzinsuffizienz-Therapie zeigen und die aufgeführten EKG-Anomalien aufweisen, dann sollten Sie in der hausärztlichen Praxis hellhörig werden. Überweisen Sie Ihre Patient:innen umgehend in eine kardiologische Praxis zur weiteren Abklärung (u. a. Durchführung einer Echokardiografie).

Denn nach der gesicherten Diagnose steht für Patient:innen mit ATTR-CM eine zielgerichtete Kausaltherapie zur Verfügung – für eine bessere Prognose: Vyndaqel® (Tafamidis) 61 mg kann die Gesamtmortalität und die kardiovaskulär bedingten Hospitalisierungen signifikant reduzieren.7,8 Die Behandlung sollte so früh wie möglich im Verlauf der Erkrankung begonnen werden, wenn der klinische Nutzen in Bezug auf den Krankheitsfortschritt deutlicher ist.7
Deshalb sind eine konsequente Anamnese und Diagnostik sowie eine frühzeitige, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der hausärztlichen und kardiologischen Praxis essenziell.

Quellen

  1. McDonagh TA et al. Eur Heart J 2021;42(36):3599–3726.
  2. Yilmaz A et al. Clin Res Cardiol 2021;110(4):479–506.
  3. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung, 3. Auflage. Version 3. doi: 10.6101/AZQ/000482.
  4. Maurer MS et al. Circulation 2017;135(14):1357–1377.
  5. Garcia-Pavia P et al. Eur Heart J 2021;42(16):1554–15682.
  6. Maurer MS et al. Circ Heart Fail 2019;12(9):e006075.
  7. Vyndaqel® 61 mg, Fachinformation nach aktuellem Stand.
  8. Maurer MS et al. N Engl J Med 2018;379(11):1007–1016.