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Asthma-Therapie 3.0: Personalisiert und krankheitsverändernd

Über den Einsatz von Biologika und Immuntherapie

Mit der Einführung der Biologika und der Immuntherapie beginnt nun die 3. Ära der Asthma-Therapie. Die Präzisionsmedizin hält Einzug in die Pneumologie und revolutioniert das Feld, findet sogar bereits Eingang in die wichtigsten Leitlinien – Zeit für einen kurzen Überblick. 

Derzeit sind in Deutschland vier Biologika für die Asthma-Therapie zugelassen (Omalizumab (anti-IgE), Mepolizumab, Reslizumab, Benralizumab (anti-IL-5)), mit der Zulassung eines fünften Medikaments (Dupilumab (anti-IL-4/-13)) darf bis 2019 gerechnet werden.

Die Medikamente haben sich in der Praxis bereits als gute Alternativen zum Behandlungsstandard Prednisolon erwiesen und führen neben einer Symptomverbesserung bei Asthmatikern zugleich zu einer sekundären Verbesserung bestehender Komorbiditäten, wie z. B. zu einer Gewichtsreduktion. Werden die Biologika jedoch abgesetzt, steigt die Wahrscheinlichkeit an, dass die Symptomatik wieder zurückkehrt.

Ferner ist beim Einsatz von Biologika je nach Ansprechen in drei Patientengruppen einzuteilen: 1) gutes Ansprechen, b) intermediäres Ansprechen sowie c) "non-responder". Um Patienten nicht-wirksame und damit unnötige Therapiezyklen und den Kassen unnötige Kosten zu ersparen, sollte jeder Patient nach etwa 4-6 Wochen in seinem Ansprechverhalten auf die Biologika-Therapie untersucht werden. Doch wie wählt der Behandler überhaupt die richtigen Biologika für seine Patienten aus?

Patienten mit einem "early-onset"-Asthma profitieren wohl eher von einer anti-IgE-Behandlung, während der "late-onset"-Typ sich stärker für eine anti-IL-5-Behandlung eignet. Daneben erleichtern aber auch die folgenden Komorbiditäten eine mögliche Therapiewahl:

Immuntherapie = "disease modification"?

Im Gegensatz zur Biologika-Behandlung sind die Effekte der Immuntherapie bei Asthma auch nach dem Absetzen langanhaltend. Deshalb  könnte die Immuntherapie bei Asthma eine wirkliche krankheitsverändernde Behandlung bieten.

Eine der ersten Studien auf diesem Gebiet war die Arbeit von Niggemann und Kollegen aus dem Jahr 2006. Dort zeigte sich bereits, dass eine spezifische Immuntherapie gegen die allergische Rhinitis auch das Risiko für ein Asthma deutlich reduzierte. Desweiteren ist die GAP-Studie aus dem Jahr 2017 anzuführen. Die Autoren dieser Arbeit untersuchten den Einfluss einer Immunbehandlung auf die Asthma-Symptome im Winter – und tatsächlich verbesserte sich das Bild unter Immuntherapie.

Die aktuelle MITRA-Studie von 2016 demonstrierte schließlich den erfolgreichen Einsatz einer spezifischen Immuntherapie (SIT) beim Asthma-Patienten. Hier erhielten Patienten mit teil-kontrolliertem Asthma (FEV1 > 70 %), die an einer Hausstaubmilben-Allergie litten, eine sublinguale Immuntherapie (SLIT). In dieser doppelt-verblindeten, randomisierten Studie war der Asthma-spezifische Endpunkt durch Exazerbationen definiert. Die Patienten mit Immuntherapie wiesen im Ergebnis der Studie weniger Inflammationen und Exazerbationen auf, sodass die SLIT darauf basierend bereits in die neue deutsche Asthma-Leitlinie 2017 aufgenommen wurde.

Cave: Bei schlecht kontrolliertem, schwerem Asthma ist die Immuntherapie ausnahmslos kontraindiziert!

Fazit

Biologika und Immuntherapien bringen einen frischen Wind in die Behandlungslandschaft des Asthmas und vielen Patienten einen wirklichen, spürbaren Nutzen. Die Immuntherapie ermöglicht darüber hinaus sowohl die Asthmaprävention, als auch Asthma-Symptome nachhaltig zu lindern, weshalb sie bereits 2017 in die aktuelle nationale Asthma-Leitlinie übernommen werden konnte.

Quelle:
Symposium "Spezifische Immuntherapie – step into the future!" (Veranstalter: ALK-Abelló), DGP 2018, Dresden.