Immuntherapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms

Welchen Stellwert hat heute bereits die PD-L1-Testung?

Bei der Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) sind in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt worden. So sind mit der molekular-stratefizierten Therapie und der Immun-Checkpoint-Blockade zwei neue Therapiersäulen mit erheblich verbesserten Überlebenszeiten hinzugekommen. Da nicht alle Patienten gleichermaßen von diesen Therapien profitieren, hat die Biomarker-Testung auch im klinischen Alltag an Bedeutung gewonnen.

Mit Einführung der Immun-Checkpoint-Blockade erscheint bei bestimmten Subgruppen von Patienten mit fortgeschrittenem NSCL erstmals tatsächlich ein Langzeitüberleben möglich, sagte Prof. Dr. Frank Griesinger von der Klinik für Hämatologie und Onkologie an der Universität Oldenburg.

Durchbruch beim Plattenepithelkarzinom mit PD1-Inhibition

Beim fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithel-NSCLC konnte mit dem PD-1-Inhibitor Nivolumab ein echter Durchbruch erzielt werden, so der Onkologe. In der Checkmate-17-Studie zeigte sich eine deutliche, klinisch relevante Verlängerung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Docetaxel (9,2 vs. 6,0 Monate, HR 0,62) und eine wesentlich höhere Ansprechrate (20 vs. 9%) bei geringerer Toxizität. Nach 18 Monaten waren im Nivolumab-Arm noch 17% der Patienten ohne Progression, unter Docetaxel dagegen nur 2,7%. Dabei war bei dieser Tumorentität der Überlebensvorteil unabhängig von der PD-L1-Expression auf den Tumorzellen, sodass hier auch keine Testung vor der Therapie erforderlich ist. Seit Juli 2015 ist Nivolumab unabhängig vom PD-L1-Status in der Zweitlinientherapie des Plattenepithelkarzinoms der Lunge rezeptierbar.

Immun-Checkpoint-Inhibition auch bei Nicht-Plattenepithel-NSCLC

In der Checkmat-57-Studie wurde die Wirksamkeit von Nivolumab mit Docetaxel bei Patienten mit Nicht-Plattenepithel-NSCLC verglichen.  Auch hier zeigte sich ein deutlicher Überlebensvorteil für Nivolumab (1-Jahresüberleben 51 vs. 39%), wobei Nie-Raucher und Patienten mit EGFR-Mutation kaum profitierten. Anders als beim Plattenepithelkarzinom war das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben beim Nicht-Plattenepithel-NSCLC vom PD-L1-Status abhängig – die Zulassung erfolgte im April 2016 aber ohne PD-L1-Status. Trotzdem kann hier der PD-L1-Status in Zukunft als Prädiktor für die Differenzialtherapie von Bedeutung sein, sagte Prof. Griesinger – zusammen mit anderen Faktoren wie Komorbiditäten, Raucherstatus oder Rezidivintervall.

PD-L1-Testung gewinnt an Bedeutung

Noch ist der PD-L1-Test beim NSCLC nicht zwingend vorgeschrieben, das wird sich aber mit der erwarteten Zulassung von Pembrolizumab ändern. Trotzdem werde der Test auch heute schon im klinischen Alltag häufiger angefordert, erklärte PD Dr. Lukas Heukamp aus Hamburg Für die Bestimmung des PD-L1-Status stehen heute verschiedene kommerziell erhältliche Test-Kits zur Verfügung, die sich in Antikörper, Färbeprotokoll, Auswertungsalgorithmus, Grenzwerten und Definition von positiven Testergebnissen unterscheiden können. Obligat ist dabei immer die Bestimmung der Rate an PD-L1-gefärbten Tumorzellen – optional kann auch der Flächenanteil der PD-L1-positiven tumorinfiltrierenden Immunzellen bestimmt werden. Keinen prädiktiven Wert hat dagegen die PD-L1-Färbeintensität, betonte der Pathologe.

Ein alternativer Prädiktionsmarker könnte in Zukunft auch die Höhe der Mutationslast sein. Ein Panel von 80 Genen war hier in einer ersten Studie als Prädiktor der Sensitivität gegenüber PD-1-Inhibitoren erfolgversprechend – die Zahl der Patienten war mit 34 aber noch sehr gering.

Quelle: 100. Jahrestagung der DGP, Satellitensymposium Bristol-Myers Squibb “KGAA: Zurück zur Zukunft der Immunonkologie: Wo steht der Pathologe im Spannungsfeld zwischen Arzneimittelzulassung und Biomarker-Testung?” 21. Mai 2016, Berlin

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