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Biobanking nimmt Fahrt auf - bald auch digital

Wertvolles Studienmaterial und Daten bleiben oft ungenutzt

Biobanken haben seit einigen Jahren eine extrem wichtige Aufgabe für die medizinische Forschung. Denn sie sichern, dass Biomaterial qualitätsgesichert zur Verfügung steht.

In der Vergangenheit gab es Klinken, die zum Beispiel Material von Krebsgewebe asserviert haben, in dem gar kein Krebs enthalten war. Damit wurde ungeeignetes Gewebe für die Forschung verwendet – und das gar nicht so selten. Das können Biobanken mit ihrer Qualitätssicherung verhindern. Wenn beispielsweise Dickdarmkrebs gefragt ist, wird auch Dickdarmkrebs herausgegeben und zwar genau in dem angefragten Stadium. Was so selbstverständlich klingt, ist in Deutschland seit etwa zehn Jahren Aufgabe der Biobanken. Derzeit geht es darum, die unterschiedlichen Standards der einzelnen Biobanken zu harmonisieren. An einheitlichen Standards arbeitet das Steering Committee des GBA. Im deutschen Biobank-Register sind über 200 Biobanken registriert, darunter auch auf thematische Schwerpunkte spezialisierte.

Ein Beispiel für den Nutzen von Biobanking ist die DACHS-Studie, eine große epidemiologische Fall-Kontroll-Studie zu Darmkrebs, gestartet 2003 im Rhein-Neckar-Kreis und im Saarland. Darin wurden Menschen zwischen 33 und 98 Jahren erfasst und geschaut, ob sie in dem Zeitraum Dickdarmkrebs entwickeln. Von diesen Patienten wurde Biomaterial gesammelt und parallel dazu sämtliche relevanten Daten. Die Biobank am Universitätsklinikum Heidelberg verarbeitet diese Materialien in so genannten Tissue Micro Arrays. Das Material gehört der Studie, die Bank lagert es sachgerecht. Aus dieser Zusammenarbeit sind bereits viele Publikationen entstanden, u. a. in Nature und PLOS ONE – mit einem durchschnittlichen Impact-Faktor von über 8. Von einer derartigen Zusammenarbeit profitieren alle. Die Studienmacher wissen, dass ihr Material schonend und sachgerecht verarbeitet wird, so dass auch für zukünftige Untersuchungen genug Material zur Verfügung steht. Und es können darüber hinaus viele Untersuchungen zu weiteren Fragestellungen gemacht werden. Die Biobank fungiert hier als Makler, sodass Forschung und Grundlagenforschung auf das Material zugreifen können.

Dennoch, so wurde auf dem Krebskongress kritisch vermerkt, liegt wertvolles Material noch oftmals brach, wenn zum Beispiel Studien auslaufen. Läuft eine Studie aus, soll das Material deshalb an die Biobank übergehen, die dann für einen höheren Turnover sorgen kann. Bei der Heidelberger Biobank beispielsweise gibt es zu diesem Zweck ein standardisiertes Verfahren mit einem Antragsformular auf der Website. Dort können Forscher ihren Bedarf eintragen. Nach diesem Vorbild soll jetzt deutschlandweit auf einem Portal eine Suchfunktion für Forscher installiert werden. Für das entsprechende Modul sorgt das Work Package IT beim GBA. Technisch funktioniert das Portal bereits. In der praktischen Umsetzung geht es noch um den Datenschutz, der bei allen Beteiligten – allein 14 Biobanken und dem Deutschen Krebsregister - in gleicher Weise gesichert sein muss. Das Deutsche Consortium Translationale Krebsforschung hofft, das Portal demnächst freischalten zu können.

Quelle:
DKK 23.2.2018, Biobanking 2020 – was sollten Kliniker und Krebsforscher wissen? Esther Herpel, Heidelberg.