Livestream COVID-19 in der Praxis | esanum

CME Online-Fortbildung*COVID-19 in der Praxis

Folge #6: Nephro & Neuro — TIA, CKD, CVI, ANV et al.

Folge #6: Nephro & Neuro — TIA, CKD, CVI, ANV et al.

10. Juni, 14-16 Uhr

  • Dr. med. Petra Sandow
    Allgemeinmedizin, Moderation
  • Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee
    Neurologie

Folge verpasst?
Die Aufzeichnungen der vergangenen Livestreams finden Sie hier:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die ersten Folgen der Expertenrunde „COVID-19 in der Praxis“ mit Fokus Pneumologie, Kardiologie und Diabetologie sind sehr positiv von Hausärzten und Allgemeinmedizinern in ganz Deutschland angenommen worden und wurden von der Ärztekammer Berlin erfolgreich jeweils mit 2 CME-Punkten zertifiziert. Verpassen Sie nicht den nächsten Livestream am 10. Juni. Die Runde gibt in Folge 6 ein aktuelles Update zu den Entwicklungen der letzten zwei Wochen und bietet mit den Fokusthemen Nephrologie und Neurologie konkrete Hinweise für die hausärztliche Praxis.

Die Expertenrunde mit Hausärztin Dr. med. Sandow und Kollegen stellt die entscheidenden Fragen aus Sicht des Hausarztes in den Mittelpunkt und versucht, praxisorientierte Hilfestellung im täglichen Umgang mit COVID-19-Fällen zu geben. Dabei werden interaktiv ausgewählte Fragen aus dem hausärztlichen Kreis während der Online-Fortbildung beantwortet. Nutzen Sie die Chance zur direkten, persönlichen Information. Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihre Teilnahme an der CME-Live-Fortbildung*!

Dr. med. Petra Sandow
Fachärztin für Allgemeinmedizin mit infektiologischem Schwerpunkt, Berlin

Programm 10. Juni 2020

  • 14:00 Uhr

    Begrüßung und Vorstellungsrunde

  • 14:10 Uhr

    Interview

  • 14:25 Uhr

    Welche Hinweise kann die Nephrologie geben?

  • 14:55 Uhr

    Welche Hinweise kann die Neurologie geben?
    Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee

  • 15:20 Uhr

    Was bewegt den Hausarzt?
    Dr. med. Petra Sandow

  • 15:45 Uhr

    esanum fragt nach
    Dr. med. Christoph Specht

Ihre Experten

  • Dr. med. Petra Sandow

    Dr. med. Petra Sandow

    Fachärztin für Allgemeinmedizin mit infektiologischem Schwerpunkt

    Dr. med. Petra Sandow ist Fachärztin für Allgemeinmedizin mit infektiologischem Schwerpunkt in eigener Praxis, Berlin.

  • Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee

    Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee

    Fachärztin für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie

    Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee ist Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums Essen, Leiterin des Schwindelzentrums Essen sowie Oberärztin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen (AöR). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kopfschmerz- und Schwindelerkrankungen.

  • Weitere Informationen folgen.

    Die Expertenrunde wird von einer Kollegin/einem Kollegen des Fachgebiets Nephrologie ergänzt. Weitere Informationen folgen.

Details zur Transparenz

Fragen und Antworten

Dr. med. Sandow und Kollegen beantworten in jeder Folge live die Fragen der hausärztlichen Teilnehmer. Die wichtigsten Fragestellungen und Antworten haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Antikörpertests gegen COVID-19 sind zuverlässig? Wie verlässlich sind die neuen Antikörpersuchtests und sind sie eine Alternative für die aufwändigere PCR-Diagnostik?

Es existieren zwei Formen von Schnelltests: einmal Tests, die das Virus selbst nachweisen (sie spüren Antigene, also Bausteine auf der Oberfläche der Viren, auf). Die zweite Sorte soll nachweisen, ob das Immunsystem eines Patienten auf das Virus reagiert hat, also das Vorhandensein von Antikörpern nachweisen. Dies ist zu unterscheiden. Bisher rät das BGM ausdrücklich von der Nutzung der Schnelltests auf Antikörper ab, da nach jetzigem Stand immer noch ⅔ der Tests falsch-positiv ausfallen.

Wie ist der Stand bei Therapeutika? Ivermectin steht ja jetzt teilweise auch als Prophylaktikum zur Diskussion bei relativ guter Verträglichkeit.

Eine präklinische Studie, durchgeführt von einem australischen Wissenschaftlerteam, hat gezeigt, dass das weltweit verfügbare Antiparasitikum Ivermectin das neuartige Coronavius SARS-CoV-2 innerhalb von 48 Stunden abtöten kann. Der Versuch an Covid-19-PatientInnen steht derzeit allerdings noch aus. An der Forschung beteiligt waren das Monash Biomedicine Discovery Institute (BDI) und das Peter Doherty Institut für Infektion und Immunität (Doherty Institute), ein Joint Venture der University of Melbourne und dem Royal Melbourne Hospital. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Antiviral Research veröffentlicht.

Wie lange darf man FFP2 oder FFP3 Masken in der Arztpraxis tragen und wie lange schützen sie effektiv bei gesicherter COVID Infektion?

Generell gilt, dass Einweg-Schutzmasken der Kategorien FFP2/FFP3 den Träger bei korrekter Anwendung zuverlässig vor einer Infektion durch SARS-CoV-2 schützen können. Allerdings sind diese Masken nach der Benutzung zu entsorgen oder, aufgrund der Lieferengpässe, gemäß den Anweisungen des RKI wieder aufzubereiten. Vorsicht sollten Sie beim Abnehmen der Masken walten lassen, denn die Außenseite kann Virusmaterial aus Tröpfchen und Aerosolen akkumulieren, hier droht eine Händekontamination. Es gilt: Je länger die Maske getragen wird, desto höher ist auch das Kontaminationsrisiko.

Warum schützt die Maske nur die Umgebung aber nicht den Maskenträger, wenn er Brillenträger ist?

Hier muss generell zwischen zwei Maskentypen unterschieden werden. Während der klassische chirurgische Mund-Nasen-Schutz (MNS) verhindert, dass Aerosole / Tröpfchen vom Träger weiterverbreitet werden (Fremdschutz), ist eine FFP2/FFP3-Maske in der Lage, den Träger selbst zu schützen, indem aufgrund der kleineren Porengrößen oder eines Filters das Eindringen von Aerosolen und Tröpfchen verhindert wird (Eigenschutz). Die Problematik des Brillenträgers berührt insbesondere den Umstand, dass eine Maske, damit sie Schutz bieten kann, richtig (luftdicht) um Mund und Nase schließen muss. Die Atmung erfolgt dann durch das Maskenmaterial, welches die Filterwirkung nach innen und/oder außen gewährleistet. Beim Tragen einer Brille über einem Maskenschutz kann es leichter passieren, dass die Brille oder der Schutz verrutscht und der Träger deshalb nachjustieren muss. Jede Berührung im Gesicht birgt jedoch potenziell ein Infektionsrisiko, weshalb die Schutzwirkung der Maske hier unterlaufen werden könnte.

Sollte bei jedem Patienten der Vitamin D Status geprüft werden?

Nein. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall bei Risikogruppen wie z. B. Immunsupprimierten oder bettlägerigen Pflegebedürftigen. Es gilt: Ein manifester Vitamin-D-Mangel erhöht die Infektneigung drastisch. Gleicht man diesen aus, nimmt die Infektneigung natürlich ab. Aber: Menschen, die ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, steigern durch eine zusätzliche Supplementierung nicht die Abwehrkräfte.

Im Altenheim wurden vier BewohnerInnen positiv getestet ohne jede Symptome. Kommt das häufiger vor? Gibt es falsch positive Testergebnisse?

Es kommt darauf an, welches Testverfahren angewendet wurde. Antikörpertests können z. B. statistisch gesehen auch falsch positive Testergebnisse aufweisen. Die fehlenden Symptome sind möglicherweise auch ein Hinweis darauf, dass eine symptomlose Infektion vorliegt. Dennoch empfiehlt es sich, gerade bei älteren Menschen, diese weiter zu beobachten und die Hygienemaßnahmen im Umgang mit COVID-19-Infektionen strikt einzuhalten, denn auch symptomlose Infektionen können weiterverbreitet werden, wie wir bereits wissen.

Patienten ohne COVID-19-Erkrankung können COVID-19-Virusträger sein. Kann man durch die Pneumokokken-Impfung die Entwicklung einer akuten COVID-19 hervorrufen?

Nein. Bei Pneumokokken handelt es sich um bakterielle Krankheitserreger, die schwere Infektionen der Lunge mit Lungenentzündung, aber auch eine Blutvergiftung auslösen können. Nach Angaben des RKI ist es plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine sogenannte Superinfektion mit Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Superinfektion bedeutet hier: Neben der Infektion mit dem Coronavirus kann noch eine mit anderen Keimen auftreten, zum Beispiel mit Pneumokokken.

Gibt es aktuell eine Übersterblichkeit durch Infektionen mit COVID-19-Infektionen im Vergleich zur durchschnittlichen Sterblichkeitsrate in Deutschland?

Das ist eine statistische Frage, die derzeit noch nicht zu beantworten ist. Wir weisen daher darauf hin, dass es zum jetzigen Zeitpunkt viel zu früh ist, eine Aussage hierzu zu treffen. Die Vereinten Nationen gehen von 60 Millionen Todesfällen im Jahr 2020 aus. Die Zahl errechnet sich aus der momentanen Weltbevölkerung, ihrer Altersverteilung und der Lebenserwartung in den verschiedenen Staaten der Erde. Laut einer Studie des Imperial College in London könnten dem neuartigen Coronavirus je nach Gegenmaßnahmen (oder ihrem Ausbleiben) zwischen 1,3 und 40 Millionen Menschen zum Opfer fallen. Demnach würden 2020 nicht nur 60 Millionen Menschen sterben, sondern 61,3 bis 100 Millionen. Diese Informationen gilt es im Jahr 2021 zu überprüfen.

Es gab Hinweise darauf, dass das Virus im Körper persistieren könnte, fälschlich ursprünglich als Re-Infektion wahrgenommen. Wie ist der derzeitige Wissensstand?

Grund für die Annahme könnte z. B. sein, dass der Standardtest auch nach überstandener Infektion noch Virusreste nachweisen kann – ohne dass der Mensch infektiös oder symptomatisch ist. In Modellierungsstudien nehmen die Wissenschaftler und Spezialisten für Infektionskrankheiten des Imperial College in London an, dass die Immunität für mindestens eine weitere Saison besteht. Andere Forscher sprechen von einigen Monaten oder wenigen Jahren. Anschließend könnte das Virus ausreichend mutiert sein und das Immunsystem muss erneut lernen, damit umzugehen – wie es bei der Influenza ebenso nötig ist. Der experimentelle Beweis beim Menschen steht allerdings noch aus.

Wie funktioniert's?

Um Zugriff zum aktuellen Livestream (CME-Online-Fortbildung*) und zu den Aufzeichnungen zu erhalten, benötigen Sie einen esanum Login. Ärzte registrieren sich für die Zuordnung der CME-Punkte bitte mit ihrer EFN. Der Zugriff zum Livestream ist kostenfrei. Sie können den Livestream flexibel am Computer, auf dem Tablet oder Smartphone anschauen. Eine Software o.Ä. ist nicht notwendig. Vor Beginn der Online-Fortbildung erhalten Sie eine E-Mail mit dem Zugangslink zum Livestream. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Haben Sie Fragen?

Bei weiteren Fragen erreichen Sie uns per E-Mail unter kontakt@esanum.de oder per Telefon jederzeit unter 0800 / 265 40 06 - wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr esanum Team

*Zertifizierung beantragt

Esanum is an online network for approved doctors

Esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

Esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

Esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

Esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.