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Klinik-Hebammen in der Frustfalle

Immer mehr Stress in Geburtskliniken

Baby da, alles gut? Hinter den Kulissen vieler Geburtskliniken brodelt es. Hebammen sind gestresst, weil sie immer mehr Frauen gleichzeitig betreuen müssen. Für viele heißt die Lösung Teilzeit - oder Freiberuflichkeit. Geht es auch anders?

Im Berliner Auguste-Viktoria-Klinikum hat erst einmal eine heiße Tomaten-Reis-Suppe geholfen. Fünf Minuten verschnaufen, wenn es im Kreißsaal wieder einmal keine richtige Pause für Hebammen gibt. 1700 Geburten im Jahr, 500 mehr als früher, und manchmal mehrere gleichzeitig für eine Hebamme. Wenn sich dann noch eine Kollegin krankmeldet, ächzt das System. Und doch hat die Klinik gerade einen Wettbewerb des Deutschen Hebammenverbands gewonnen. Mit einem Online-Anmeldesystem, einem Notfall-Training und kleinen Gesten wie heiße Suppe hat das Kreißsaal-Team hier seine Arbeitsbedingungen selbst verbessert.

Der Berliner Babyboom mit zuletzt rund 41.000 Geburten im Jahr hat auch seine Schattenseiten. Manche Kliniken müssen immer wieder Schwangere abweisen, weil ihre Kreißsäle belegt sind. Die angestellten Hebammen in den Krankenhäusern beklagen den wachsenden Druck und zu viel Verantwortung, wenn sie mehreren Frauen gleichzeitig während der Geburt beistehen sollen. "Wir haben nicht zu wenig Hebammen. Aber sie haben keinen Bock mehr auf Klinik", fasst Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbands den Frust zusammen.

Digitales Meldesystem für Rettungsdienste

Am Auguste-Viktoria-Klinikum sorgten Chefärztin Mandy Mangler und Kreißsaalleiterin Claudia Rheinbay gemeinsam dafür, dass der Stresspegel sank. Statt eines ständig klingelnden Telefons stellten sie den Service für Schwangere auf ein Online-System um. Hilfreich sei auch das neue digitale Meldesystem für Rettungsdienste, das anzeigt, in welchen Kliniken es freie Plätze in Kreißsälen gibt. Früher mussten Mitarbeiter dafür mühsam herumtelefonieren. Dazu kam ein Training, das gefährliche Situationen während der Geburt nachstellt - mit Rollenspielen und auch Rollenwechseln zwischen Ärzten und Hebammen. Ziel ist, dass ein ganzes Team stressfreier reagieren kann, wenn es Komplikationen bei einer Geburt gibt.

Auf die Idee kam Claudia Rheinbay, als der Termindruck bei den Geburten zu groß wurde, um im Nachgang Verbesserungsmöglichkeiten zu besprechen. "Da waren dann alle schon wieder woanders", sagt sie. Das Notfall-Training als Prophylaxe habe zum Beispiel Kommunikationsdefizite offenbart, wenn sich eine Situation während einer Geburt zuspitze. Wer holt den Tropf, wer die Blutkonserve - und welche Menge eines Medikaments soll es sein, 20 Milliliter oder 20 Tropfen?

Seitdem habe sich das Zusammenspiel und der Zusammenhalt im Team verbessert, sagen Ärzte und Hebammen. Nur eine Lösung gebe es immer noch nicht: Ein Ausfallkonzept fehlt weiter, zum Beispiel auch mit finanziellen Anreize fürs Einspringen oder für Überstunden. Vivantes bildet zur Zeit 66 Hebammen aus. Das seien bereits zehn Prozent mehr als früher an der rund 100 Jahre alten Hebammen-Schule, sagt Sprecherin Astrid Steuber. Doch eine Garantie, dass die Azubis Vivantes nach ihrem Abschluss treu bleiben, gebe es nicht. Gute Arbeitsbedingungen machten die Entscheidung aber sicher leichter.

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