Abweichende Impfquoten bei SchulanfängerInnen

Die Impfpflicht gegen Masern kommt - schon ab 2020. Das Thema hatte für emotionale Debatten gesorgt, nicht nur in Hessen. Bei anderen Krankheiten liegen die Impfquoten noch deutlich niedriger als bei Masern.

Deutliche Varianz im Hinblick auf unterschiedliche Krankheiten

Die Impfpflicht gegen Masern kommt - schon ab 2020. Das Thema hatte für emotionale Debatten gesorgt, nicht nur in Hessen. Bei anderen Krankheiten liegen die Impfquoten noch deutlich niedriger als bei Masern.

Die Impfquoten bei SchulanfängerInnen variieren in Bezug auf verschiedene Krankheiten teils deutlich. Während 2017 rund 97,5 Prozent der Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung die erste Masern-, Röteln- und Mumpsimpfung nachgewiesen hatten, liegen die Quoten bei der zweiten Windpockenimpfung und bei Pneumokokken teils deutlich darunter. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden hervor.

Demnach hatten 86 Prozent der Kinder im Einschulungsalter die zweite Varizellen-Impfung gegen Windpocken bekommen, 88,5 Prozent waren gegen eine Pneumokokken-Infektion geschützt. Die Zahlen beruhen auf Daten der hessischen Gesundheitsämter und schließen nur Kinder ein, die bei der Schuleingangsuntersuchung einen Impfpass vorgelegt hatten. An der Untersuchung müssen alle Kinder, die zur Schule angemeldet sind, teilnehmen. Von den 56.606 Jungen und Mädchen, die 2017 dabei waren, hatten 93,2 Prozent einen Impfpass dabei.

93,4 Prozent der Kinder hatten die entscheidende zweite Impfung gegen Masern bekommen - Experten empfehlen allerdings eine Quote von 95 Prozent. Das Bundeskabinett hatte Mitte Juli das Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese gegen Masern geimpft sind.

Neue Impfstrategien müssen sich erst durchsetzen

Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums wurde die Windpockenimpfung erst im Jahr 2004 mit zunächst einer Impfung eingeführt, seit 2009 werden zwei Impfungen empfohlen. "Neue Impfstrategien führen grundsätzlich zu einer Akzeptanzkurve, die langsam ansteigt", erläuterte die Sprecherin Alice Engel. "Diese Information muss sich erst in der Ärzteschaft sowie bei den Bürgerinnen und Bürgern durchsetzen." Das Ministerium habe bislang nicht untersuchen lassen, wie Eltern oder Ärzten die Wichtigkeit einzelner Impfungen einschätzen.

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) will mit mehr Aufklärung die Impfquoten auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhöhen. Die neue Landesarbeitsgemeinschaft Impfen hatte bei einem Treffen im April erste Vorschläge erörtert, etwa eine Kontrolle der Impfpässe bei Schulkindern der 3., 5. und 9. Klassen. Das Gremium will im vierten Quartal dieses Jahres erneut zusammenkommen, wie Engel mitteilte.

2017 waren in Hessen 32 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren sowie 44 Menschen im Alter von über 15 Jahren an Masern erkrankt, wie das Ministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion ausführt. 2018 gab es 8 Kranke unter 15 Jahren, 18 Erkrankte waren älter. In diesem Jahr wurden bislang 4 (unter 15 Jahre) beziehungsweise 18 (über 15 Jahre) Fälle statistisch erfasst.

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