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Adipöse Hypertoniker – wie behandeln?

<p><span>03.09.2015&nbsp;| Sollte man adip&ouml;se Hypertoniker bevorzugt mit Diuretika behandeln, wie eine neue Subanalyse der ACCOMPLISH-Studie nahelegt? Oder empfiehlt sich an erster Stelle der Einsatz von Kalziumantagonisten wie Amlodipin? ...mehr</span></p>

Diuretika und Kalziumantagonisten wirklich gleichwertig?

von Maria Weiß

Sollte man adipöse Hypertoniker bevorzugt mit Diuretika behandeln, wie eine neue Subanalyse der ACCOMPLISH-Studie nahelegt? Oder empfiehlt sich an erster Stelle der Einsatz von Kalziumantagonisten wie Amlodipin?

Adipositas und Hypertonie treten oft zusammen auf. Obwohl die Fettleibigkeit ein kardiovaskulärer Risikofaktor ist, kennt man das „Adipositas-Paradoxon“ mit höheren Raten an kardiovaskulären Komplikationen bei Schlanken. Aber auch wenn sehr adipöse Menschen einen reduzierten Gefäßwiderstand und damit einen gewissen Gefäßschutz haben, bleibt das Risiko, dass es irgendwann zu einer Herzinsuffizienz kommt, schreibt das Team um Dr. Franz Messerli von der Columbia Universität, New York.

Professor Dr. Michael Weber und Kollegen, State University of New York, untersuchten in einer Subanalyse der ACCOMPLISH-Studie mit mehr als 11 000 Patienten die Auswirkungen verschiedener antihypertensiver Strategien. Amlodipin-basierte Regime erwiesen sich in allen Gewichtsklassen als gleich effektiv – und bei Normal- und Übergewichtigen den Thiazid-basierten Therapien überlegen. Bei Adipösen waren Hydrochlorothiazid und Amlodipin in Bezug auf die kardiovaskulären Komplikationen gleichwertig.

Sind Thiazid-Diuretika deshalb bei Adipösen zu bevorzugen? Dr. Messerli hält diesen Schluss nicht für zulässig. Den guten Effekt der Diuretika bei Fettleibigen führt er v.a. auf die höhere Rate an Patienten mit beginnender oder manifester Herzinsuffizienz zurück.

Außerdem tragen adipöse Patienten ein stark erhöhtes Risiko für Hyperurikämie, metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes, das durch Thiazid-Diuretika noch verstärkt wird. So weiß man, dass die Diuretika im Vergleich zu anderen Antihypertensiva (mit Ausnahme von Betablockern) das Risiko für einen neu aufgetretenen Diabetes um 35 % erhöhen.

Hochdruck mit Herzschwäche ein Fall für Diuretika

Der Experte empfiehlt deshalb, unabhängig vom Gewicht primär Amlodipin-basierte Therapien. Geht es eher darum, einer linksventrikuläre Dysfunktion entgegenzuwirken, haben Diuretika ihren Platz – unabhängig vom Gewicht. Für ihn  wären Diuretika eher eine Drittlinien-Therapie bei Hypertonie mit Ausnahme von Patienten mit drohender oder beginnender Herzinsuffizienz.       

Quellen:

  1. Franz H. Messerli et al., Lancet 2013: 512-513; 
  2. Michael A. Weber et al., a.a.O.; 381: 537-545