Arthritis: Adipositas und Rauchen mindern Behandlungserfolg

Adipositas und Rauchen mindern den Behandlungserfolg bei früher rheumatoider Arthritis

Die Wahrscheinlichkeit, bei früher rheumatoider Arthritis (early rheumatoid arthritis / ERA) eine dauerhafte Remission zu erzielen, ist bei Patienten, die rauchen und adipös sind, signifikant geringer. Darüber hinaus zeigen diese potentiell modifizierbaren Lifestyle-Faktoren bei Patienten mit ERA eine hohe Prävalenz. Diese Daten wurden auf einer Tagung für Kurzvorträge im Rahmen des EULAR Annual Congress 2016 in London präsentiert.

Laut EULAR Empfehlungen ist die Remission (Abwesenheit der Krankheitsaktivität) das erklärte Ziel für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA). Obwohl neuere Medikamente hoch wirksam sein können, kann bei vielen Patienten keine Remission erreicht oder erhalten werden. Innerhalb von zehn Jahren nach Erstmanifestation sind mindestens 50% der Patienten in den Industrieländern unfähig, einem Vollzeitjob nachzugehen.

“Es ist noch relative wenig darüber bekannt, ob und in welchem Ausmaß veränderbare Lifestyle-Faktoren wie zum Beipsiel Körpergewicht und Rauchen die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Remission bei RA beeinflussen”, sagte Dr. Susan Bartlett (McGill University, Montreal). “Um die unabhängigen und kombinierten Effekte von Übergewicht und Rauchen auf eine dauerhafte Remission bei einer ERA zu erforschen, untersuchten wir die ersten drei Jahre von Daten von 1008 ERA-Patienten, die in die sogenannte Canadian Early Arthritis Cohort aufgenommen wurden.”

Die Canadian Early Arthritis Cohort (CATCH) ist eine prospective Multicenter-Kohorten-Studie, in der Patienten die übliche Versorgung erhielten. Die Teilnehmer erfüllten die ACR/EULAR-Kriterien für RA von 1987 oder 2010, hatten weniger als 12 Monate Symptome, waren bei Eintritt in die Studie nicht in Remission und wiesen einen erhöhten BMI sowie mindestens zwei konsekutive DAS28-Werte auf. Eine dauerhafte Remission wurde definiert als DAS28<2,6 an zwei aufeinanderfolgenden Untersuchungen. Unabhängige Effekte auf die Zeitspanne bis zum Eintritt einer dauerhaften Remission durch die BMI-Klasse (normales Gewicht: 18,5-24,9, Übergewicht: 25-2.9, Adipositas: 30+) und das Rauchen wurden anhand des Cox-Modells (proportional hazard) eingeordnet und angepasst an die Faktoren Alter, Geschlecht, ethnischer Hintergrund, Bildungsstand, Komorbiditäten, Rauchen (akutell, früher, noch nie), Symptomdauer, Krankheitsaktivität und Behandlung. Von den männlichen Patienten waren knapp punter die Hälfte übergewichtig, ein Drittel adipös und ein Fünftel rauchte. Von den weiblichen Patientinnen waren knapp unter einem Drittel übergewichtig, ein Drittel adipös und 15% rauchten. Bei Eintritt in die Studie wurden 741 (74%) Patienten mit MTX behandelt (Mono- oder Kombinationstherapie), eine relativ kleine Zahl von 28 (3%) mit einem Biological und 522 (52%) mit Steroiden. Der Anteil der Patienten in dauerhafter Remission stieg kontinuierlich an. Nach drei Jahren hatten 408 (38%) eine dauerhafte Remission erreicht mit einer mittleren Dauer bis zur erreichten Remission von 11,3 Monaten.

“Sowohl der Raucherstatus als auch die BMI-Klasse waren unabhängig voneinander mit der Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs assoziiert, ebenso wie das Geschlecht”, fasst Dr. Bartlett zusammen.”Ein männlicher Nicht-Raucher mit einem gesunden BMI hätte eine 41%ige Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Jahren eine dauerhafte Remission zu erreichen, wohingegen ein adipöser Raucher nur eine 15%ige Chance hätte. Eine weibliche Nicht-Raucherin mit einem gesunden BMI hätte eine 27%ige Chance, innerhalb von drei Jahren eine dauerhafte Remission zu erreichen, dagegen nur 10% der rauchenden adipösen Patientinnen.”

“Unsere Ergebnisse aus einer großen Kohorte aus der realen Welt zeigen, dass Nicht-Rauchen und ein gesundes Körpergewicht einen signifikanten Einfluss auf die Erlangung der Symptomfreiheit haben können. So legen die Resultate nahe, dass eine Ermutigung der Patienten, das Rauchen aufzugeben und an einem gesunden Körper zu arbeiten, Sinn macht. Es ist schwierig, den eigenen Lebensstil zu verändern, aber unsere Daten zeigen, dass jedes verlorene Kilogramm einen Unterschied machen kann. Selbst wenn man nur drei bis fünf Kilo verliert, kann man davon profitieren.”

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