Ärzte in München verschreiben die wenigsten Medikamente

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In Deutschland gibt es enorme Unterschiede, wie viele Medikamente Ärzte ihren Patienten verschreiben. Die Pro-Kopf-Kosten waren in München mit 467 Euro, in Stuttgart mit 468 Euro und in Frankfurt mit 478 Euro am niedrigsten – gefolgt von Hamburg mit 481 Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenasse Barmer GEK. In Köln (514), Düsseldorf (516), Berlin (522), Dresden (542) und Leipzig (587) musste die Kasse für die Medizin ihrer Versicherten im Schnitt deutlich mehr bezahlen. Bundesweit beliefen sich die Arzneimittelkosten bei der Barmer GEK auf 4,5 Milliarden Euro oder 520 Euro je Versichertem.

Bei der Krankenkasse sind in Deutschland 8,6 Millionen Menschen versichert, in Hamburg 180.000. Die Struktur der Versicherten entspreche in etwa der der Bevölkerung, sagte ein Sprecher. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Arzneimittelkosten um neun Prozent, allerdings auch wegen der gesetzlichen Verringerung des Herstellerrabatts, heißt es im Ende vergangenen Jahres vorgestellten Arzneimittelreport 2015.

Als Kostentreiber erwiesen sich vor allem Spezialpräparate. Bezogen auf den Preis pro Gramm sei zum Beispiel das Hepatitis-C-Mittel Sovaldi 20 Mal wertvoller als Gold, sagte der Sprecher. Für das Mittel gab die Barmer GEK im Jahr 2014 gut 51 Millionen Euro aus. Umgerechnet auf die fast 72.000 verordneten Tagesdosen bedeutet das einen Preis von etwa 700 Euro pro Dosis. Das viren-hemmende Medikament, dessen Nutzen nach Angaben des Arzneimittelreports außer Frage steht, zähle zu den Top 10 der ausgabenstärksten Arzneien.

Krebsmedikamente belasten Kassen

Noch teurer sind individualisierte Medikamente für Krebspatienten, die sogenannten Parenteralia. Diese in Apotheken hergestellten Mittel verursachten bei der Kasse im Jahr 2014 deutschlandweit 424 Millionen Euro an Kosten. Für fast 32.000 Verordnungen des Krebsmittels Bevacizumab gab die Kasse 79 Millionen Euro aus, was gut 2400 Euro pro Verordnung bedeutet. “Die Aufregung um die Ausgaben für das Hepatitis-C-Mittel Sovaldi im Jahre 2014 ist zwar keinesfalls unberechtigt, relativiert sich allerdings mit Blick auf die Ausgaben allein für onkologisch angewendete Parenteralia”, heißt es im Arzneimittelreport.

Text: vt / dpa

Foto: dpa

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