Ärzte in Flüchtlingsunterkünften in Rheinland-Pfalz erhalten bis zu 200 Euro pro Stunde

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Die Honorare von bis zu 200 Euro pro Stunde für Ärzte in Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz erscheinen vielen als zu hoch. Es mangelt bisher grundsätzlich an einheitlichen Honorarsätzen und Transparenz. 

An den Honoraren für Ärzte Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz wird zunehmend Kritik laut. Bis zu 200 Euro erhalten die Ärzte für einzelne Sprechstunden in den Städten Ingelheim und Kusel. Das geht aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums auf eine CDU-Anfrage hervor. Zum Vergleich: Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung wird für eine Stunde im hausärztlichen Bereitschaftsdienst 50 Euro pro Stunde bezahlt.

Der CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder aus Rheinland-Pfalz kritisierte Ärztehonorare von bis zu 200 Euro pro Stunde als übertrieben. Dafür gebe es keine Rechtfertigung. Schnieder sprach von einem fatalen Signal “für die Akzeptanz der Flüchtlingshilfe in der Bevölkerung”. Allerdings ist der Satz von 200 Euro nicht der Normalfall. In anderen Einrichtungen für Flüchtlinge und deren Außenstellen im Land belaufen sich die Ärztehonorare nach Ministeriumsangaben auf 100 Euro, in einem Fall auf 60 Euro. Allerdings sollen die Sätze künftig einheitlich sein, Verhandlungen liefen bereits.

Landet das Geld beim Arzt oder bei der Betreuungsorganisation?

Der Vorsitzende des Mainzer Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland, Gerhard Trabert, kritisierte die weite Honorarspanne am Mittwoch als “vollkommen intransparent”. Auch sei für ihn nicht deutlich, ob das Geld bei den Ärzten selbst oder bei Betreuungsorganisationen ankomme, die sie vermittelten. Zudem fehle es bei der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen an einem Konzept, das Bund, Land und Kommunen vernetze. Generell werde nicht zu viel bezahlt, sondern es müsse “noch mehr investiert werden”. Zum medizinischen Leistungsumfang erklärte Trabert, dieser sei in der Erstaufnahme eingeschränkt und damit “nicht menschenrechtskonform”.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier wies den Vorwurf überhöhter Honorare zurück. Die ADD betonte, die Versorgung von Flüchtlingen stelle besondere Anforderungen an die Mediziner, das schlage sich auch finanziell nieder. Hinzu kämen teils zusätzliche Aufgaben wie das Erstellen von Gutachten in Ingelheim. Die Sprechstunden in der Erstaufnahme sollen laut ADD sicherstellen, dass örtliche Allgemeinärzte nicht zusätzlich belastet werden.

Text: vt/dpa

Foto: dpa

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