Aidshilfe kämpft gegen Stigmatisierung von HIV-Positiven

Seit 30 Jahren berät die Aidshilfe Niedersachsen Betroffene und versucht in der Bevölkerung, Vorurteile abzubauen. In jüngster Zeit bemüht sich die Organisation verstärkt um die Aufklärung von Flüchtlingen.

Für einen angstfreien Umgang mit HIV-Positiven 

Seit 30 Jahren berät die Aidshilfe Niedersachsen Betroffene und versucht in der Bevölkerung, Vorurteile abzubauen. In jüngster Zeit bemüht sich die Organisation verstärkt um die Aufklärung von Flüchtlingen.

Aus Angst vor Ausgrenzung wollen viele Menschen nach Angaben der Aidshilfe Niedersachsen nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Ein Drittel der Erstdiagnosen erfolge erst, wenn die Betroffenen an klinischem Aids erkrankt seien, sagte die Geschäftsführerin der Aidshilfe Niedersachsen, Imke Schmieta. Die Organisation kämpft seit 30 Jahren für einen angstfreien Umgang mit den rund 4100 HIV-Positiven in Niedersachsen und ihren Angehörigen. Die Zahl der Infizierten steige, weil Menschen mit HIV eine viel längere Lebensperspektive als früher hätten, sagte Schmieta.

Im Jahr 2015 gab es in Niedersachsen etwa 250 HIV-Erstdiagnosen, davon 90 bei fortgeschrittenem Immundefekt, also einer Aids-Erkrankung. Etwa 20 HIV-Infizierte starben in dem Jahr. Die Zahl der in Deutschland lebenden HIV-Infizierten hat sich zwischen 1993 und 2013 von gut 35.000 auf 80.000 mehr als verdoppelt. "Dieser Trend hält an", sagte die Geschäftsführerin. Am häufigsten betroffen seien Männer, die Sex mit Männern haben.

Eine zentrale Herausforderung ist laut Schmieta die Prävention für Flüchtlinge. Die Aidshilfe Niedersachsen hat Broschüren in Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi entwickelt, die auch mit Piktogrammen versehen sind. Weitere Sprachen wie Rumänisch und Russisch sollen folgen. Geflüchtete litten unter vielfältigen Problemen und würden häufig vom deutschen Gesundheitssystem nicht erreicht, sagte Schmieta. Zudem gebe es etwa für Asylsuchende ohne Papiere und für EU-Ausländer ohne gültige Krankenversicherung keinen geordneten Zugang zu einer angemessenen HIV-Behandlung.

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