Antikörper zur Therapie der Clostridium difficile Infektion

Antikörper-Therapie: Eine neue, wichtige Therapieoption im Kampf gegen die C.difficile Infektion, konnte sich in klinischen Studien beweisen und steht nun möglicherweise kurz vor der Zulassung. Bez

Antikörper-Therapie: Eine neue, wichtige Therapieoption im Kampf gegen die C.difficile Infektion, konnte sich in klinischen Studien beweisen und steht nun möglicherweise kurz vor der Zulassung.

Bezlotoxumab heißt der neue, humane, monoklonale Antikörper, der designet wurde, um das C.difficile Toxin B zu neutralisieren. Dieser vielversprechende Antikörper wird derzeit von dem Pharmaunternehmen Merck hergestellt. Die Entdeckung von Bezlotoxumab fand in der University of Massachusetts Medical School in Zusammenarbeit mit MassBiologics statt. MassBiologicals ist der einzige gemeinnützige Hersteller von Impfstoffen, Plasmaprodukten und monoklonalen Antikörpern in den USA. 2009 erhielt Merck die Lizenz, den Antikörper zu entwickeln.

Die Infektion mit C.difficile gehört zu den nosokomialen Infektionen, welche der Gesellschaft immer größere Sorgen bereiten. Es gehört zu den bekannten wiederkehrenden Infektionen, deren Inzidenz in den letzten 20 Jahren stark angestiegen ist.

Der Erreger Clostridium difficile ist ein grampositives Stäbchenbakterium, das obligat anaerob wächst. Das Toxin B des Bakteriums ist das krankheitsauslösende Agens, das die Schleimhaut im Darm angreift und zu einer entzündlichen Reaktion führt. Die Symptome der Infektion sind wässrige Diarrhöen und starke abdominelle Schmerzen.

Besonders ältere Menschen sind von der Infektion stark betroffen und solche Patienten, die aufgrund einer Grunderkrankung bereits ein geschwächtes Immunsystem haben. Ein großes und deutlich einschränkendes Problem ist das Rezidiv der Infektion, das bei einem Viertel der Patienten auftritt. 40% dieser Patienten, die ein Rezidiv nach einem initialen Anfall erleiden, werden unter weiteren Rezidiven leiden.

Daten aus den USA besagen, dass 2011 fast eine halbe Million Menschen an C.difficile in den USA erkrankt waren. Durch die Infektion kam es zu 29.000 Todesfällen. Unter den Verstorbenen waren 80% über 65 Jahre alt. Die Todesfälle treten typischerweise innerhalb von 30 Tagen nach initialer Diagnose auf.

Bisher wird die C.difficile Infektion mit Antibiotika behandelt und der Erfolg der Behandlung wird klinisch beurteilt. Viele Antibiotikabehandlungen können die Infektion verursachen. Oft wird die antibiotische Therapie abgebrochen, sobald eine C.difficile Infektion auftritt.

Nach Aussagen von Merck, sind die klinischen Studien mit Bezlotoxumab positiv ausgefallen und das Medikament könne nun die nächsten Schritte der Medikamentenentwicklung durchlaufen. Man hat zwei Studien begonnen, um Bezlotoxumab zu evaluieren. Die erste Studie umfasst 1452 Patienten aus 19 Ländern mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren. Die zweite Studie beobachtete 1203 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren aus 17 verschiedenen Ländern. Beide Studien wurden in Krankenhäusern und ambulanten Praxen durchgeführt.

Den Patienten wurde entweder eine einmalige Infusion von Bezlotoxumab allein verabreicht oder als Kombination mit Actoxumab, was ein monoklonaler Antikörper gegen das C.difficile Toxin A ist, oder ein Placebo.

Für Patienten, die Bezlotoxumab oder Bezlotoxumab in Kombination mit Actoxumab erhielten, war die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv signifikant niedriger als für Patienten, die ein Placebo bekommen hatten. Diese Beobachtung bezieht sich auf den Zeitraum von 12 Wochen.

Eine Kombination der beiden Antikörper konnte keinen Vorteil gegenüber einer Monotherapie mit Beclotoxumab zeigen, sagt der Hersteller. Eine Monotherapie mit Actoxumab konnte gegenüber der Placebotherapie keine Vorteile zeigen.

Aufgrund dieser Ergebnisse will Merck nun den Antikörper Bezlotoxumab auf den Markt bringen. Der Antikörper soll in den USA, Kanada und Europa zugelassen werden.

Der Hauptprüfer Dr. Mark Wilcox bemerkt, dass in der Studie gezeigt werden konnte, dass Bezlotoxumab in Kombination mit der Standardtherapie mit C.difficile wirksamen Antibiotika das Wiederauftreten einer symptomatischen C.difficile Infektion signifikant reduzieren kann, im Vergleich zu der Standardtherapie allein. Die Therapie ist zudem effektiv in der Gruppe der Hochrisikopatienten.

Text: esanum /ab

Foto: vitstudio / Shutterstock.com

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