Antimykotika-Resistenzen bei invasiven Pilzinfektionen

Invasive Pilzinfektionen werden noch immer häufig zu spät erkannt und zählen daher zu den am weitesten verbreiteten Todesursachen bei Intensivpatienten. Eine aktuelle Arbeit zeigt darüber hinaus, dass sich das Erregerspektrum in den vergangenen Jahren verändert hat und auch mehr Antimykotika-Resistenzen auftreten.

Mehr Therapieoptionen, aber auch mehr Resistenzen

Invasive Pilzinfektionen werden noch immer häufig zu spät erkannt und zählen daher zu den am weitesten verbreiteten Todesursachen bei Intensivpatienten. Eine aktuelle Arbeit zeigt darüber hinaus, dass sich das Erregerspektrum in den vergangenen Jahren verändert hat und auch mehr Antimykotika-Resistenzen auftreten.

Die Gefahr durch invasive Pilzinfektionen wird in vielen Fällen nach wie vor unterschätzt. Dabei können solche Infektionen gerade für hospitalisierte und immunsupprimierte PatientInnen sehr schnell lebensbedrohlich werden.

In einer aktuell im Ärzteblatt erschienenen Arbeit weisen die AutorInnen darauf hin, dass sich zudem die therapeutischen Herausforderungen bei invasiven Pilzinfektionen gewandelt haben. Heute sind oft neue oder, vergleichbar zu den Entwicklungen bei bakteriellen Erregern, mehr und mehr resistente Pilze zu beobachten. Gleichzeitig habe aber die Auswahl zur Verfügung stehender Antimykotika zugenommen.

Darüber hinaus haben IntensivmedizinerInnen heutzutage aber auch eine meist völlig andere Klientel als noch vor 20 Jahren. Die einstmals als homogen betrachtete Gruppe der RisikopatientInnen für invasive Pilzinfektionen ist nun sehr viel heterogener: Beispielsweise zählen heute PatientInnen mit angeborenen Immundefekte, nach allogener Stammzelltransplantation, medikamentös Immunsuppremierte oder PatientInnen mit Prednisontherapie zu den RisikopatientInnen. Hinzu kommen abschließend die klassischen Intensivpatienten, PatientInnen mit Lungenerkrankungen sowie solche mit teils schwer verlaufender Influenza.

In der mykologischen Diagnostik kommt es zunehmend auf interdisziplinäre Kooperationen an. So sind heute für die Diagnosestellung beispielsweise klinische, radiologische und mikrobiologische Befunde zu berücksichtigen. Welche Antimykotika wann angewendet werden, richtet sich vor allem nach dem Infektionsgeschehen. Hinzu kommen Überlegungen zu möglicherweise gravierenden Nebenwirkungen der Antimykotika, vornehmlich im Bereich der Nieren und der Leber. Ebenso sind mittlerweile zahlreiche Wechselwirkungen einiger dieser Pilzmittel mit anderen Therapeutika bekannt.

Wegen der zunehmenden Resistenzlage gegen wichtige Antimykotika-Klassen sollte sowohl die Kultur als auch eine Empfindlichkeitstestung zur labortechnischen Routine im Umgang mit invasiven Pilzinfektionen gehören.

Quelle: von Lilienfeld-Toal M et al., Invasive fungal infection – new treatments to meet new challenges. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 271–278

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