App statt Impfpass?

Die Mehrzahl der Eltern lässt ihre Babys und Kleinkinder gewissenhaft impfen. Doch irgendwann geraten die notwendigen Auffrischungen aus dem Blick. Dies kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Können digitale Angebote helfen?

"impf.app" soll digitale Lösung bieten

Die Mehrzahl der Eltern lässt ihre Babys und Kleinkinder gewissenhaft impfen. Doch irgendwann geraten die notwendigen Auffrischungen aus dem Blick. Dies kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Können digitale Angebote helfen?

Weil Impfpässe nicht selten verloren gehen, wollen niedersächsische HausärztInnen ihren PatientInnen eine neue App anbieten. Ziel sei ein offenes System für PatientInnen und MedizinerInnen, um Impf-Einträge digital zu erfassen und die Daten verlässlich auszutauschen, teilte der Hausärzteverband Niedersachsen mit. Am 22.11. wird das Pilotprojekt "impf.app" im Beisein von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) in Hannover vorgestellt. Mit Impfungen seien schwere Krankheitsverläufe, in Einzelfällen sogar tödliche Komplikationen vermeidbar, sagte Verbandschef Matthias Berndt.

Einzelne Krankenkassen bieten bereits derartige Apps für ihre eigenen Versicherten an, das Berliner Robert-Koch-Institut hat eine Impf-App für ÄrztInnen entwickelt. Die neue App soll künftig daran erinnern, wann wieder eine Spritze notwendig ist. Impflücken bestehen ExpertInnen zufolge vor allem bei jungen Erwachsenen. In Niedersachsen waren zum Beispiel von den bislang 87 gemeldeten Masernfällen in diesem Jahr mehr als die Hälfte der Erkrankten über 20 Jahre alt.

Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamts begrüßt Idee der App

Vom 1. März kommenden Jahres an gilt bundesweit eine Masern-Impfpflicht. Eltern müssen dann vor der Aufnahme in Kitas oder Schulen nachweisen, dass ihre Kinder geimpft sind. Greifen soll die Impfpflicht auch für Lehrer und Erzieherinnen sowie für Personal in medizinischen Einrichtungen.

Begleitend müssten die Öffentlichkeit besser aufgeklärt und niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden, sagte der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamts, Matthias Pulz. Den digitalen Impfpass bewertet er positiv: "Zu begrüßen ist jede Maßnahme, die Impfhindernisse abbaut. Dazu gehören auch elektronische Dokumentationshilfen und Erinnerungsfunktionen."

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