Assoziation zwischen Antibiotika und Kolonkarzinom?

Die Einnahme einiger oraler Antibiotika ist mit einer signifikanten Zunahme von Kolonkarzinomen assoziiert. Obgleich sich bis dato kein kausaler Zusammenhang dabei finden ließ, ist dieser Befund ein Grund mehr, Antibiotika mit mehr Bedacht einzusetzen.

Störung des Darm-Mikrobioms als Erklärungsansatz

Die Einnahme einiger oraler Antibiotika ist mit einer signifikanten Zunahme von Kolonkarzinomen assoziiert. Obgleich sich bis dato kein kausaler Zusammenhang dabei finden ließ, ist dieser Befund ein Grund mehr, Antibiotika mit mehr Bedacht einzusetzen.

Orale Antibiotika könnten das Risiko für Kolonkarzinome stark erhöhen, jedoch für Rektalkarzinome nicht. Möglicherweise spielt der schädliche Einfluss von Antibiotika auf die Mikrobiota im Darm des Menschen dabei eine wichtige Rolle, so eine aktuelle Studie.

Die Fall-Kontroll-Studie umfasste insgesamt 28.980 Fälle sowie mehr als 137.000 dazu "gematchte" Kontrollpersonen. Ausgewertet wurden die Patientendaten anschließend auf Antibiotikagebrauch vs. keinen Gebrauch und eine mögliche Assoziation mit Fällen von Kolonkarzinom (< 0,001). Dabei fiel auf, dass das Risiko sich zeitabhängig von der Dauer der Antibiotikaanwendung entwickelte: nach 1-15 Tagen (aOR = 1,08), nach 16-30 Tagen (aOR = 1,14), nach 31-60 Tagen (aOR = 1,15) sowie nach mehr als 60 Tagen (aOR = 1,17). Für das proximale Kolonkarzinom (p = 0,046) ergab sich indes das folgende Bild: nach 1-15 Tagen (aOR 1,14), nach 16-30 Tage (aOR = 1,15), nach 31-60 Tagen (aOR = 1,32) sowie erneut nach mehr als 60 Tagen (aOR = 1,09).

Zwischen der Antibiotikaanwendung und der Tumorlokalisation beobachteten die ForscherInnen zudem signifikante Zusammenhänge (Kolon vs. Rektum, p < 0,001; proximales vs. distales Kolon, p = 0,019). Antibiotika, welche vor allem gegen Anaerobier angewendet werden, zeigten ein deutlich höheres Kolonkarzinomrisiko (p < 0,001).

Interessanterweise korrelierte der Antibiotikagebrauch umgekehrt proportional zum erhöhten Rektalkarzinom-Risiko, d.h., das allgemeine Risiko schien nach besonders langem Gebrauch > 60 Tage abzunehmen (aOR = 0,85; p = 0,003).

Quelle: Zhang J et al., Oral antibiotic use and risk of colorectal cancer in the United Kingdom, 1989-2012: a matched case-control study. Gut 2019 [Epub ahead of print]; doi: 10.1136/gutjnl-2019-318593

esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.