Aufnahmestopp in vielen Hausarzt-Praxen in Berlin

Ärztemangel auch in der Hauptstadt

Immer mehr Menschen zieht es in die Hauptstadt. Dass Berlin als Ort zum Leben und Arbeiten so beliebt ist, hat auch Schattenseiten. Wer etwa einen Hausarzt sucht, braucht oft Geduld. Mediziner und Kammern setzen auf bessere Vermittlung.

Aufnahmestopp, wochenlange Wartezeiten, Behandlung nur im Notfall: Die Suche nach einem passenden Arzt wird in Berlin zunehmend zum Geduldsspiel. Nicht nur am Jahresende, wenn viele Praxen geschlossen sind, kann eine rasche ambulante Versorgung nah am Wohnort nicht immer gewährleistet werden. Ein Grund für die Engpässe liegt im starken Zuzug, aber auch an der immer noch ungleichen Verteilung von Haus- und Facharzt-Praxen in den einzelnen Bezirken.

"Bisher sind keine hausärztlichen Praxen bekannt, die keine Patienten mehr aufnehmen", heißt es bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KVB) offiziell. Sie ist unter anderem für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung in der Hauptstadt zuständig.

Im Stadtteil Prenzlauer Berg, beliebt bei vielen Neu-Berlinern, laufen Patienten allerdings oft schon am Telefon auf. Ein Termin? Keine Kapazitäten. Die einzige Möglichkeit sei die Akut-Sprechstunde - ohne dabei in den regulären Patientenstamm aufgenommen zu werden. Selbst im eher beschaulichen Friedenau sind manche Hausärzte frustriert, nachdem Kollegen ihre Praxen ohne Nachfolger schlossen. Sie nehmen keine neuen Patienten mehr an, weil ihr eigener Stamm sonst zu groß würde, und sprechen von Hausärztemangel.

Insgesamt lasse sich im Versorgungsbereich Berlin kein mangelndes Angebot an Hausärzten feststellen, betont die KV. "Die objektiven Daten der Bedarfsplanung sprechen für Berlin insgesamt von einer ausreichenden Versorgung", sagt eine Sprecherin. Bei 100 Prozent sind genau so viele Ärzte zugelassen, wie laut Planung nötig sind. Für Charlottenburg-Wilmersdorf meldet die KV zum Beispiel sehr gute 142,7 Prozent, während Lichtenberg nur auf 83,9 Prozent kommt. Solche niedrigeren Zahlen seien "im Vergleich nicht so gut, aber auch nicht schlecht". In ganz Berlin erreichten die 1671 Hausärzte Anfang 2017 einen Mittelwert von 108,2 Prozent. Eine Unterversorgung sieht die KV erst bei weniger als 75 Prozent.

Die Ärztekammer Berlin sieht das Problem der ungleichen Verteilung. Es könne stellenweise Ausdünnungen bei Haus- und Fachärzten geben, obwohl rein rechnerisch in vielen Fachgebieten eine Überversorgung bestehe. Generell gelte: Außer in Notfällen gebe es keine Pflicht zur Behandlung von Patienten. Ein Arzt könne also einen Aufnahmestopp beschließen, wenn er die Patientenzahlen nicht mehr bewältigen kann.

Bei der Vermittlung von Medizinern mit freien Terminen sollen nun auch die Terminservicestellen helfen, an die sich Patienten werden können. Dann müssen sie manchmal durch die halbe Stadt fahren - aber mit Termin. Die Kammer versichert, zusammen mit der Landespolitik arbeite man daran, bestehende Probleme über präzise "ambulante Bedarfsplanung und Versorgungssteuerung" zu lindern. Auch Angebote wie fahrende Bereitschaftsdienste sollten das Angebot für Patienten verbessern. Leidtragende der Engpässe bei der ambulanten Versorgung können aber auch die Ambulanzen der Krankenhäuser sein. Denn auch dort suchen Patienten Hilfe, die in Praxen abgewiesen worden.

Die KV hebt eine mit Senat, Krankenkassen und Patientenvertretern vereinbarte Absichtserklärung hervor. Sie erlaube es Hausärzten in der Regel nun, ihren Praxissitz in schlechter versorgte Bezirke zu verlegen. Dadurch seien bereits erste Erfolge erzielt worden. Umgekehrt darf die KV Ärzten den Umzug von einem schlecht in einen gut versorgten Bezirk verweigern. Das bestätigte 2016 auch das Bundessozialgericht - nach Klagen von niedergelassenen Medizinern.

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