Aufschwung für Videosprechstunden durch Corona-Krise

Mit Ärztinnen oder Ärzten zu sprechen, kann auch digital funktionieren - das ist Vielen in Zeiten der Pandemie gerade deutlicher geworden. Die IT-Branche dringt darauf, das Rad jetzt nicht zurückzudrehen.

45 Prozent der Bundesbevölkerung kann sich vorstellen, digital in ärztlichen Kontakt zu treten

Mit ÄrztInnen zu sprechen, kann auch digital funktionieren - das ist Vielen in Zeiten der Pandemie gerade deutlicher geworden. Die IT-Branche dringt darauf, das Rad jetzt nicht zurückzudrehen.

Bildschirm statt Besuch in der Praxis: Angesichts der Corona-Krise haben Videosprechstunden laut einer Umfrage mehr Schwung bekommen. Darüber in ärztlichen Kontakt zu treten, kann sich jetzt 45 Prozent der Bundesbevölkerung vorstellen, wie eine Befragung des Digitalverbands Bitkom ergab. Im Mai waren es 39 Prozent, im Mai vergangenen Jahres 30 Prozent. Tatsächlich schon eine Videosprechstunde genutzt haben demnach nun 13 Prozent, nachdem es im Mai 8 Prozent und vor einem Jahr 5 Prozent waren. Auch andere Digitalangebote wie Gesundheits-Apps sollen vorankommen.

Bürokratische Vorgaben bei Videosprechstunden für ÄrztInnen auch nach der Pandemie streichen

Die Corona-Krise habe einen unerwarteten und ungewollten Schub für die Digitalisierung des Gesundheitswesens gebracht, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dies gelte es nun weiterzutragen. So sollten bei Videosprechstunden bürokratische Vorgaben für ÄrztInnen auch nach der Pandemie wegfallen - ebenso wie Begrenzungen bei Abrechnungsmöglichkeiten mit den Krankenkassen.

Laut Umfrage nahmen PatientInnen Videosprechstunden nun zu 97 Prozent bei schon bekannten ÄrztInnen wahr - der Rest wandte sich über Online-Plattformen an unbekannte MedizinerInnen. Für die Auswertung wurden den Angaben zufolge zwei Umfragen gemacht - eine von April bis Mai 2020 mit 1.193 Befragten in der Hochphase der Corona-Beschränkungen und eine weitere Anfang Juli mit 1.005 Befragten jeweils ab 16 Jahren.

Hohes Interesse an Gesundheits-Apps

Offen sind viele BundesbürgerInnen demnach auch für Gesundheits-Apps, die bald unter bestimmten Voraussetzungen auf Kassenkosten zu haben sein sollen: 59 Prozent können sich eine Nutzung "auf jeden Fall" oder "eher" vorstellen. Nach einem Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) können bestimmte Apps ärztlich verschrieben werden - zum Beispiel Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen oder digitale Tagebücher für Diabetes-Erkrankte.

Dafür ist eine rasche Zulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vorgesehen. Derzeit liegen dort 14 Anträge vor, die sich in der formalen und inhaltlichen Bewertung befinden, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Voraussichtlich könnten die ersten Apps dann Ende August/Anfang September in einem vorgesehenen Verzeichnis gelistet werden - die gesetzlichen Kassen übernehmen dann ein Jahr lang vorläufig die Kosten.

Digitalbranche setzt auf Tempo beim Ausbau neuer Gesundheitsangebote

Die Digitalbranche setzt auch generell auf Tempo beim Ausbau neuer Gesundheitsangebote, in dem andere Länder viel fortschrittlicher seien. "Wir müssen in Deutschland dringend nachziehen", sagte Rohleder. Ohne Digitalisierung werde das Gesundheitssystem auch Herausforderungen wie die alternde Gesellschaft und Ärztemangel nicht bewältigen können. Das Rad dürfe auch nicht demnächst wieder in die Vor-Corona-Zeit zurückgedreht werden.

Ein zentrales Projekt sind elektronische Patientenakten, die zum 1. Januar 2021 als freiwilliges Angebot starten sollen. "Wir sind froh, dass sie jetzt endlich kommt", sagte Rohleder. Für Kritik hatte gesorgt, dass verfeinerte Datenschutzeinstellungen nicht von Beginn möglich sind. Erst ab 1. Januar 2022 ist vorgesehen, auch für jedes Dokument einzeln festzulegen, welche ÄrztInnen es sehen können.

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